Cristiano Ronaldo dos Santos Aveiro

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Ja, der ist nicht unbekannt, den kennt jeder, gerade erst ist er Europas Fußballer des Jahres geworden.

Keiner weiß aber hierzulande, obwohl ich (der große ich!) schon mehrfach darauf hingewiesen habe, dass er nicht Ronaldo heißt. Also, heißen heißt er schon so. Aber ausgesprochen wird er nicht so.

Er heißt, nach deutscher Schreibweise: Runaldu.

Erinnert schwer an Raducanu, spielt aber wohl besser. Wer Fan von ihm sein möchte, sollte über diese Aussprache trotzdem Bescheid wissen. Allerdings kenne ich niemanden, der längerfristiger Fußball-Interessierter ist und sich gleichzeitig für Runaldu begeistert. Den vielen schönen Toren, gewonnenen Dribblings, wenn man denn so will „atemberaubenden“ Antritten stehen allzu viele manisch selbstverliebte Momente und vor allem Momente des Scheiterns gegenüber. Ein siebenhalbfacher Übersteiger hat eben noch niemanden zu einem großen Fußballer gemacht. Es sind eher die großen Momente, die sich vor allem in großen Titeln manifestieren. Nichtsdestotrotz ist auch Jari Litmanen, der außer der Champions League eigentlich nie etwas gewonnen hat, ein größerer Fußballer als Runaldu. Zumindest bislang, ein bisschen Zeit, groß zu werden, hat Runaldu ja noch: Litmanen spielte nämlich Fußball und keine Werbeclip-Egoshow.

Runaldu.

Merken, bitte, wenn schon.

22 Kommentare

  1. Als in Österreich Lebender stelle ich immer wieder fest, dass die hiesige Berichterstattung auf solche Besonderheiten viel mehr Rücksicht nimmt als man das in Deutschland gewohnt ist. Selbstverständlich heißen die Herren Runaldu und (Roberto) Karlusch. Und dank der geographischen und historischen Nähe zum slawischen Raum würde hier auch nie jemand auf die Idee kommen, Nowótny oder Salihóvic oder Votáva zu sagen. Es heißt natürlich Nówotny, Salíhovic und Vótava.

    Und der AS Monáco kommt aus Mónaco.

  2. Ja, richtig, richtig, liborix, und wie heißt Novakovic vom FC Köln?

    Ich sag es ja schon monatelang, aber die Sabine Töpperwiens und wie sie alle heißen, wollen das ja nicht glauben.

  3. GRAFFITSCH! Aber wie sagte er selbst im Interview, es wäre ihm egal…

    Und Marcel R. war gestern der Erste, der tatsächlich Demitschelis sagte. Machte das aber durch Tschavi und Pícke wieder kaputt.

    Die Liste ist endlos weiterzuführen. Ich glaube die meisten Sport“reporter“ verfahren nach dem Prinzip, wenn Du dafür Geld bekommst, Dich mit nichts anderem zum beschäftigen, warum solltest Du es dann tun?

  4. @ liborix: nimmt man in Österreich dank der linguistischen Nähe zu Deutschland auch bei Patrick Helmes mehr Rücksicht auf solche Besonderheiten als man das hierzulande gewohnt ist?

  5. @ Trainer Baade:

    Natürlich „Nowákowitsch“.

    @ thomas:

    Da bin ich nicht sicher. Aber ich glaube, ich höre hier meistens „Pätrick“.

    @ Allgemeinheit:

    Als der Argentinier Anibal Matellan noch bei Schalke spielte, habe ich mich immer gewundert, warum den alle „Mateschan“ (statt des von mir erwarteten „Matejan“) nannten – mit einem weichen „sch“ wie in „Journal“. Aber das war tatsächlich korrekt, denn in Argentinien klingt Spanisch anders als in Spanien, und so wird aus „Matejan“ dann korrekterweise ein „Mateschan“.

  6. Ich glaube es war JBK, der auch mal einen Freddie Lünnebergera während einer EM hat auflaufen sehen.

  7. Man muss aber auch Ursache und Wirkung sehen. Was können deutsche Reporter dafür, wenn Sportler (ggf. ganze Völker) mit der Aussprache ihres Namens so tricksen müssen und sich nicht einfach an die Schreibweise halten?

  8. Wilfried Mohren wollte bei der WM 1998 in Frankreich auch mal ganz schlau sein und Ebbe Sand dänisch aussprechen. Heraus kam ein „Ebbe Sssoont“. Richtig wäre „Äbbe Sssänn“ gewesen. Und an den Trainer: Dein ehemaliger Lieblingsspieler heißt „Stiiii Töfting“.

  9. @Pekka: Sehr viel. Weil sie so tun, als ob sie alles wüssten sogar wie die Namen der Spieler in deren Heimat ausgesprochen werde, und sich dabei einfach nur lächerlich machen, weil sie eben keine Ahnung haben.

    In Spanien oder England werden die Namen von ausländischen Spielern entweder nach den Regeln der Landessprache oder korrekt ausgesprochen. Mehr verlange ich nicht. Aber das passt nicht zu den Selbstdarstellern am Mikro, die in diesem Land zu den miesesten überhaupt gehören.

  10. Und wo wir gerade dabei sind: Tomás Rosicky heißt nicht „Rosítzki“, sondern „Róschitzki“ (betont auf der ersten Silbe und mit weichem „sch“ wie in „Journal“)

  11. Ich werde mich mit aufregen, wenn ihr mir einen nicht deutsch sprechenden Reporter vorführt, der „Schweinsteiger“ oder wenigstens „Schumacher“ hinbekommt …

  12. Das erinnert mich an einen besonders perfiden Anschlag deutscher Zungenbrecher, als ich 2004 beim Benefiz-Spiel Iran-Deutschland in Teheran weilte. Der damalige Bundesmotivator Klinsi ließ nämlich folgende Spieler einwechseln, die den iranischen Stadionsprecher fast zum Weinen brachten: Asamoah, Hitzlsperger, Podolski, Borowski, Mertesacker, Schweinsteiger. Die arme Sau.

  13. lieber trainer, ich kenne schon jemanden, der sich sehr für fussball interessiert und gleichzeitig für ruuuunaldo begeistert. aber das passt jetzt nicht in die linguistische diskussion hier.

  14. Der Moslem, die arme Sau. Nice. Hat was…
    Wie wird Dirk Kuyt nochmal korrekt ausgesprochen?

  15. naja – so gut kenn´wa uns ooch wieder nich, und stimmt schon :) und „längerfristig“ meint vermutlich sowas wie „ich konnte schon fußball, bevor ich laufen lernte“? ich hab keine chance. nicht den hauch einer ahnung einer anmutung einer chance. und balleteuse kann ich aber auch nicht mehr werden. weh und ach!

    und cristiano ronaldo ist wahrhaft unverzichtbar: für serie von der „inneren stimme“ nämlich. (und jetzt komm mir nich mit fußball!)

  16. „Und Marcel R. war gestern der Erste, der tatsächlich Demitschelis sagte. “

    Du meinst also der Marcel R. das richtig ausgesprochen hätte?
    Im Spanischen Wir „che“ zwar „tsche“ ausgesprochen, aber dem M.D. sein Nachname ist italienischen Ursprungs, wo ein h nach einem c (vor einem e) nunmal zur Ausprache „k“ führt.

  17. @Bucaro: Ich hab ihn noch nie seinen Namen sagen hören, kenne aber keinen Argentinier, der ihn italienisch aussprechen würde. Sein Spitzname ist auch Mitscho. Und italienische Wurzeln sind alles andere als die Ausnahme, in einem Land, in das massiv Italiener ausgewandert sind.

  18. @Manfred:

    Es ist schwer, es ohne Lautschrift zu schreiben, aber mit der Aussprache „Kaut“ für Dirk Kuijt kommt man der holländischen Aussprache schon ganz nah.

    Johan Cruijff wird übrigens auch nicht so ausgesprochen, wie es der gemeine deutsche Fußballfan tut. ;)

  19. Ahyo, die Lautschrift. Ich war nicht untätig und habe mal die Wiki abgesucht und 2erlei gefunden: einmal bei der niederländischen Seite eine Audiodatei, dort klingt es für einen des niederländischen nicht mächtigen und es auch seltenst hörenden Menschen wie mich ziemlich nach ‚Kaut‘, aber andere mögen da widersprechen, hier mal die Datei:
    http://nl.wikipedia.org/wiki/Bestand:Nl-Dirk_Kuijt-article.ogg
    Witzig (und für mich nicht nachvollziehbar) ist die phonetische Schreibweise in dem deutschen Wikiartikel: [k½yt]
    Ypsilon? Häh? Köüt? Jedenfalls danach:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_IPA-Zeichen
    Will sagen: gar nicht so einfach.

  20. Ja, Danke für das .ogg-file. Da muss man aber vielleicht noch berücksichtigen, dass der Sprecher kein Experte gewesen sein muss oder evtl. gar selbst einen – ihm nicht (soo) bewussten – Dialekt spricht.

    Ich würde die Lautschrift jedenfalls nach

    Köüt

    aussprechen, aber grundsätzlich würde ich mich da natürlich gerne von einem Muttersprachler (der aus dem .ogg-file) überstimmen lassen.

  21. Mit meinen (brasilianisch) Portugiesisch-Kenntnissen würde ich sagen, dass es Cristianu Ronaldu heißen muss. Das „o“ in der Wortmitte wird als auch als „o“ ausgesprochen. Am Wortende, wie der Trainer weiß, als u. (Beispiel: Obrigado) So, genug kluggeschissen…

  22. Brasilianisches Portugiesisch besitzt äußerst komplexe Eigenheiten, die meistens regional, aber auch historisch zu erklären sind. In der Region um Rio de Janeiro ist die Aussprache derjenigen des Lissabonners Raums sehr ähnlich. Die Gründe hierfür sind schnell erklärt: Während der Besatzung Portugals durch Napoleons Truppen floh der gesamte portugiesische Hofstaat nach Rio, die dort ansässige Oberschicht übernahm den „vornehmen“ Dialekt, der sich über die zwei Jahrhunderte dort hielt. Im restlichen Brasilien spricht man anders. Grafite wird Grafidschi mit einen halbgeschlossenem a (Mittelding zwischen a und e) und einem rudimentärem (halbgeschlossenem) i am Ende ausgesprochen. Ronaldinho wird in der Gegend um Sao Paulo übrigens Honaldschinju ausgesprochen, da er jedoch aus dem Grenzgebiet zu Argentinien aufwuchs (in Brasilien kennt man ihn deshalb auch unter O Gaucho), denke ich, dass seine Aussprache im Bereich des portunol (n mit Tilde) liegt. Ich wage aber die Aussage, Honaldschinju möchte nun wirklich quasi niemand in Deutschland hören. Wie Ronaldo auf Madeira ausgesprochen wird, entzieht sich meiner Kenntnis.
    Entschuldigt mein Gelaber, bis die Tage



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