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Kategorie: Klug geschissen ist noch lange nicht die halbe Miete

Wenn Trainer Baade eins kann, dann isses klugscheißen

Wir waren alle mal jung

… sogar die Protagonisten des Profi-Fußballs, die in ihrer Jugend noch nicht ahnen konnten, dass sie einmal Teil der Maschinerie werden würden. Und also waren sie auch Fans anderer, zu ihrer Jugendzeit aktiver Spieler oder Clubs. Was an sich nicht verwundert, wohl aber, welche Blüten eine solche Sammlung teilweise treibt. „Auge“ war BVB-Fan. Der Ur-Bayer, nicht nur qua Herkunft, sondern auch in Bezug auf seine Profi-Karriere, ein Schwatt-Gelber.

Größtenteils bis hierhin zwar einfach nur den Podcasts dieser Welt entnommen, aber warum nicht?

Wer kennt noch weitere Exemplare von Spielern oder Trainern, die sich als Fan eines Clubs in ihrer Jugend outeten?

Bislang bekannt sind:

Klaus Augenthaler Borussia Dortmund
Gerd Müller 1. FC Nürnberg
Berti Vogts Fortuna Düsseldorf
Peter Neururer 1. FC Köln
Friedhelm Funkel Borussia Mönchengladbach
Idol: Uwe Seeler
Olaf Thon Bayern München
Ludwig Kögl Borussia Mönchengladbach
Niklas Süle Eintracht Frankfurt
Mario Gomez Eintracht Frankfurt

Nett wäre es, wenn Ihr Euch ausnahmsweise die Mühe machtet, weitere Kandidaten hier in den Kommentaren und nicht bei Twitter zu hinterlassen. Ja, das sind drei Klicks mehr, macht aber die Arbeit einfacher.

Also: Von welchem Profi oder Trainer, ob gewesen oder aktuell, gibt es noch verbürgt zu berichten, Fan welches Clubs er oder sie war?

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Niemand spielt voetbal totaal

Nein, den spielt niemand in den Niederlanden. Es ist wie mit „Die Mannschaft“, was hier auch niemand sagt, nur alle anderen eben. Und alle anderen sagen eben auch „totaalvoetbal“ oder wahlweise „voetbal totaal“, nur die nicht, die ihn spielen. Die Niederländer.

Beziehungsweise spielten, wie Simon Kuper lesenswert in seinem Beitrag über die Misere des niederländischen Fußballs beklagt. Mit ausnehmend schöner Pointe.

Außerdem lernt man noch, dass auch in anderen Ländern bestimmte Spiele („Schande von Gijon“, „Schmach von Cordoba“) konkrete Beinamen bekommen. So nennt man in den Niederlanden die Partie in Irland, die zum Ausscheiden aus der WM-Qualifikation 2002 führte, das „Drama von Dublin“ und hat auch gleich noch eine schicke Alliteration dabei.

Ansonsten tauchen noch viele alte Bekannte auf, Louis van Gaal und Arjen Robben natürlich, und auch der Hinweis auf die Qualifikation des aktuellen Bondscoachs Danny Blind, der gerade mal eine Saison lang Ajax Amsterdam trainiert hatte — und das vor 10 Jahren! Und eine sehr, sehr relaxte Arbeitsauffassung von Guus Hiddink kommt ans Tageslicht, der beispielsweise 15 Minuten vor einer Teamsitzung seine Mitarbeiter fragte, was denn heute so das Thema sei, neben weiteren Anekdoten.

Am besten selbst lesen, voll mit Hintergründen, ohne ins Jammern über den Zustand des holländischen Fußballs zu geraten: Holland’s Soccer Woes.

Achso, wie der totaalvoetbal in Holland denn nun genannt wird? Man nennt ihn den Fußball der Hollandse school.

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„Express“ kann nicht bis drei zählen — von wegen Vereinsrekord

Wie viele Weltmeisterschaften gab es bislang? 19. Ist es so schwer, mal eben 19 Fortunen-Kader durchzugehen und seine tolle Schlagzeile zu prüfen?

Der Express glaubt, Fortuna Düsseldorf hätte mit den aktuellen Abstellungen von Mathis Bolly (Elfenbeinküste) und Ben Halloran (Australien) den Vereinsrekord an Abstellungen für eine WM eingestellt. 1978 fuhren Pepi Hickersberger und Gerd Zewe von der Fortuna zur WM nach Argentinien.

Dabei waren es 1934 doch gleich drei Spieler von Fortuna Düsseldorf, die WM-Teilnehmer waren:

Jakob Bender (Fortuna Düsseldorf)
Paul Janes (Fortuna Düsseldorf)
Stanislaus Kobierski (Fortuna Düsseldorf)

(und dazu sogar noch Karl Hohmann vom VfL Benrath).

Aber wenn man das mal eben geprüft hätte, hätte man ja keine Überschrift mit irgendetwas mit „Rekord“ drin mehr, und solche, weiß der Faktenverdreherfachmann, werden nun mal nicht so gut geklickt.

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Gladbacher Erfolg nicht erklärt

Ein Sportfachmagazin listet heute die Gründe für den derzeitigen Gladbacher Erfolg auf. Und beweist nebenbei mal wieder, dass das mit dem Denken und den Sportjournalisten oft zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Einer der Gründe für den Gladbacher Erfolg sei nämlich, dass die Mannschaft ihre Heimspiele gewinnt. Das ist mal wieder so zirkelschlüssig, dass man gerne das Geld für diese Meisterleistung zurückhätte.

Dass Gladbach seine Heimspiele gewinnt, ist der Erfolg. Aber doch nicht der Grund dafür.

Im Zornesrausch über derartige Leserverhohnepiepelung hab ich dann doch glatt vergessen, was die anderen, durchaus stichhaltigen Gründe für den Gladbacher Erfolg waren. Zum Beispiel, dass die neuen Spieler so gut spielen. Deutlich aussagekräftiger, ist es nicht?

Gladbach hat Erfolg, weil es seine Heimspiele gewinnt. Kann man sich nicht ausdenken.

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Mit Legenden aufräumen: dem Fritz sei Wetter

Der Sommer geht, die ersten Herbstlüfte ziehen auf, der Regen wird häufiger. Apropos Regen. Da gibt es doch etwas im deutschen Fußball mit Regen Verknüpftes, obwohl man Regen eher mit der britischen Insel in Verbindung bringen würde. Regen also …

Mit Legenden aufzuräumen kann weh tun. „11 Freunde müsst ihr sein“ stammt nicht von Sepp Herberger. Das weltberühmte Foto von Maradona gegen 6 Belgier erzählt nicht die Geschichte, die man zu kennen glaubte. Jens Lehmann fuhr nicht mit der Straßenbahn von Leverkusen nach Schalke. Und jetzt bitte festhalten, meine Damen und Herren:

Regen ist nicht dem Fritz sei Wetter.

Denn an jedem Tag ist dem Fritz sei Wetter!

Das zumindest berichtet Paul Lavan, damaliger Radiomensch, im Jahre 1968 in der Publikation „fair play – neue Folge“. Hier glaubte man bislang an die Legende, dass Fritz Walter sich im Kriege Tuberkulose eingefangen habe, deshalb Probleme mit den Atemwegen hatte und ihm Regen oder feuchte Luft nicht in erster Linie wegen der dann nötigen besseren fußballerischen Technik zugute kam, sondern weil er dann besser atmen konnte.

Tatsächlich war dieser Spruch von Sepp Herberger wohl eine Art früher „Running Gag“ in den Reihen des deutschen WM-Kaders für 1954. Denn Paul Lavan beschreibt die Anwendung des Spruches folgendermaßen:

… unser Sepp hatte in seiner verhaltenen Art dieses zitierte Wort immer bei der Hand. Als Selbstberuhigung? Gehört es zu seinem „Führungsprogramm“, das ja auch eine behutsame Stimmungsmache umschließt?

Regnete es in Strömen auf dem Platz in Thun, auf dem trainiert wurde, fragte man: „Na, Sepp?“ – Pause. Dann: „Ha no, s‘isch dem Fritz sei Wetter.“ Ein anderes Mal brach die Sonne hintern den Wolken hervor. Es war heiß und drückend beim ersten Sieg über die Türken. Herberger stand still und beobachtete alles vor dem Spiel. Wir stellten ihn: „Na, Sepp, heiß heute!“ – Pause. Nach einiger Zeit, etwas gedämpft: „Ha no, s‘isch dem Fritz sei Wetter.“ Wie war das doch in Genf windig, Wolkenhimmel und drohender Regen. Die Jugoslawen marschierten, kampf- und siegesentschlossen in die Bahn. „Sepp, der Wind pfeift stark, der Regen droht. Die Jungens sind doch auch bei dem Wetter gewappnet?“ – Pause. Nach längerer Zeit ruhig und still: „Ha no, s‘isch dem Fritz sei Wetter, des hat er gern.“

Da sind wir alle geplättet, die Bundesrepublik in ihren Grundfesten erschüttert und Herberger ein Mann, der — obwohl er auf die Urheberschaft von „11 Freunde müsst ihr sein“ verzichten muss — dann auf andere Art die Geschichte prägt: mit einem ganz frühen Running Gag. Unweigerlich fühlt man sich hier erinnert an jenen einstigen Mitspieler, der stets vor Anpfiff beider Halbzeiten verkündete, dass man nun „auf unserer starken Seite“ spielen werde, ganz egal, ob man nun in Richtung Mekka oder in Richtung Grönland rennen musste.

Ein kleines Mantra, vielleicht auch nur ein Spielchen, nicht zuletzt mit den Journalisten, aber sicher keine Spätfolge von TBC und noch nicht mal besonderes Geschick von Fritz Walter sind also Grundlage dieses doch so ungemein bekannten Ausspruchs im Fußball.

Die Grundfeste der Bundesrepublik wackeln noch ein bisschen, dann fangen sie sich wieder ein.

Alles nur ein Gag.

Besser als andersherum.

(Großer Dank an blavont.)

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Äpfel und Blutgruppen

Würden Sie zu einem Arzt gehen, der nicht weiß, dass es unterschiedliche Blutgruppen gibt? Mit einer kleinen Prellung vielleicht oder einem Husten. Aber bei weiteren Angelegenheiten würden Sie sich doch lieber jemandem anvertrauen, der etwas mehr von seinem Handwerk versteht, nicht wahr?

Bei den Statistiken rund um Fußball gibt es auch solche und solche, bzw. leider im Fußball dann doch hauptsächlich solche. Der Unterschied zwischen rein beschreibender und schließender Statistik wird jedenfalls im Fußball gerne einfach mal unter den Tisch fallen gelassen und so getan, als seien die Informationen aus der Vergangenheit irgendein Fingerzeig für die Zukunft. Das aber wäre nur möglich, wenn die relevanten Bedingungen identisch wären, so wie ein Würfel seine Eigenschaften zwischen den einzelnen Würfen nicht verändert und jede Zahl weiterhin mit gleicher Wahrscheinlichkeit auftreten lässt.

Im Fußball gibt es aber selbst dann nie identische Verhältnisse bei zwei verschiedenen Partien, wenn man Beschaffenheit des Rasens, Lichtverhältnisse im Stadion, Mannschaftsaufstellung, Zielsetzung, Taktik und Strategie einer Partie, Ziel und Motivation des Gegners und alle weiteren Komponenten, die sich ständig ändern, außer Acht ließe. Denn selbst wenn man zwei Mal die personell gleichen Teams im gleichen Stadion bei gleichem Wetter mit gleicher Motivation antreten ließe, käme ein Faktor hinzu, der für Würfel in keinem relevanten Maße gilt: Die Spieler sind physisch älter geworden.

Das lässt man gerne mal unter den Tisch fallen, wenn man diesen Nonsens an Informationen aus der Vergangenheit zu einer Voraussagemöglichkeit für die Zukunft hochjazzt, welche er schlicht nicht besitzt. Aber dann wäre es eben ein bisschen langweiliger zu lesen und man hätte nicht so viel Aufmerksamkeit für seine hübsch aufbereiteten, aber rein beschreibenden Informationen zur Vergangenheit.

Anlass dieser kleinen Ausführung ist einer dieser Fußball-Statistikanbieter, der in seinen Tweets glaubt, dass jene Ergebnisse, welche völlig andere Spieler gegen völlig andere Gegner zu völlig anderen Zeitpunkten und Verhältnissen irgendwann einmal erreicht haben, eine Aussagekraft dafür besäßen, wie die Chancen des VfB Stuttgart aktuell stehen, nach einer 1:2-Niederlage im Europapokal weiterzukommen. Nämlich, so glaubt man, bei 33%, weil es den Stuttgartern bislang in 2 von 6 Fällen gelang, in solch einer Konstellation noch weiterzukommen.

Tatsächlich liegt die Wahrscheinlichkeit zwischen 0 und 100% und kein Mensch weiß, wo sie auch nach seriöser Betrachtung zur Zeit liegt, da das kommende Rückspiel auch nicht irgendetwas mit den vorherigen 6 Situationen zu tun hat, in denen der VfB nach einem 1:2 im Rückspiel noch weiterkam. Außer diesen beiden marginalen Umständen: Europapokal, erstes Spiel 1:2 verloren.

Hier zum Originaltweet.

Anders formuliert: Weil ein grünes Auto in 6 Rennen mit unterschiedlichen Fahrern auf unterschiedlichen Strecken in den letzten 30 Jahren 2 mal das Rennen gewinnen konnte, glaubt man dort, dass das nächste Rennen eines grünen Autos mit einem ganz anderen Fahrer, Reifen, Motor, Strecke und Gegnern mit einer Wahrscheinlichkeit von 33% gewonnen werde.

Das mit den Blutgruppen ist aber auch kompliziert.

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Es waren viele Sachverhalte im Spiel

„Emotionen“, schön und gut. Welche Emotion genau, bitte?

Ein Spiel war „emotional“, spricht man gerne im Fußballdeutsch, aber in welcher Richtung emotional?

Wenn man einen Sachverhalt beschreiben will, wird man sich nicht damit begnügen, ihn als Sachverhalt zu deklarieren.

Man würde schon genauer wissen wollen, was denn nun vorgefallen ist.

Ansonsten wird der Rezipient der Information ja nicht aufgeklärt, er erhält keinen Erkenntnisgewinn.

Sehr grob eingeteilt wird die Existenz dieser Emotionen postuliert:

  • Angst
  • Ärger
  • Freude
  • Trauer

Wenigstens auf eine von den vieren könnte man sich doch festlegen, wenn man über Fußballspiele und die Emotionen, die diese geweckt haben, spricht.

Bemerkenswert auch, dass TV-Sender mit Gefühlen von Angst, Ärger und Trauer Werbung für ihre Produkte bewirken wollen.

Etwas feiner aufgesplittet wird die Existenz der folgenden basalen Emotionen postuliert:

  • Wut
  • Ekel
  • Furcht
  • Verachtung
  • Traurigkeit
  • Fröhlichkeit
  • Überraschung

Dann einfach nur festzustellen, dass ein Fußballspiel „emotional“ war, bedeutet nichts anderes, als dass es tatsächlich Reaktionen bewirkt hat und „nicht langweilig“ war, nicht neutral wahrgenommen wurde. Das ist natürlich für eine Aussage von Beteiligten — Spieler, Trainer, Manager, Zuschauer — äußerst überraschend und leider überhaupt nicht erhellend.

Also bitte, in Zukunft nachhaken: Welche Emotion war’s genau?

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Geniestreiche günstig im Angebot

Ich bin wieder drauf reingefallen, auf das Marktschreierische des Sportjournalismus, wo alles und überhaupt alles noch und nöcher und mindestens am nöchsten sein muss. Denn die Partie Bayer Leverkusen — FC Bayern München konnte ich nicht verfolgen. Kam nach Hause und freute mich angesichts der Worte, die der Kicker kredenzte: Mario Gomez sei bei seinem Tor ein „Geniestreich“ gelungen

Endlich! Das muss dem Jungen doch unglaublich gut tun, was wiederum gut für die Chancen der Nationalmannschaft bei der WM 2014 ist und das wiederum ist gut für meine Laune und auch sonst für Einiges.

Was konnte dieser „Geniestreich“ gewesen sein? Hatte er wie Maradona oder Messi ein atemberaubendes Solo von der Mittellinie hingelegt, dabei fünf bis acht Gegner ausgetanzt oder à la Ibrahimovic aus unmöglicher Entfernung per Fallrückzieher getroffen? Ein Geniestreich sollte es gewesen sein, sein 1:0 gegen Bayer Leverkusen.

Die Enttäuschung, als wüsste man nicht seit Jahren, dass die Übertreibivitis den jeweiligen Schreibern so sehr ins Blut übergegangen ist, dass sie ihr Pfuschwerk gar nicht mehr als solches erkennen können, folgte auf dem Fuße.

Wie sah er aus, Mario Gomez‘ Geniestreich? Nun, er wurde mit einem hohen Ball angespielt, den nahm er mit der Brust an, spitzelte ihn folgend an einem Leverkusener vorbei. Im Anschluss spielte er durch eine Körpertäuschung genau einen (!) Gegenspieler aus und schoss ungefähr an der Sechzehnmeterraumlinie befindlich den Ball durch einen zwar präzisen, aber unspektakulären Schuss ins Tor. So sah das aus.

Und selbst wenn es auch auf diese Weise gut für sein Selbstbewusstsein und somit für die WM 2014 ist: Der Autor verordnet sich selbst 20 Peitschenhiebe sowie keinen Kakao vorm Zubettgehen, weil er wieder und wieder reingefallen ist.

„Geniestreich“ — pft.

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„Ciao Capitano“ — aber was macht Ballack an dem Abend?

Merkwürdig, dass Michael Ballack sein Abschiedsspiel unter das Motto des Spitznamens von Rekordnationalspieler Lothar Matthäus stellt. Und wieso „ciao“ — wohin geht Lothar Matthäus nach diesem Spiel? Ist es doch eher ein versteckter Aufruf Ballacks an den einstigen Inter-Profi, sich endlich von den Hoffnungen auf eine Anstellung als Bundesligatrainer zu verabschieden? Der „Capitano“ jedenfalls, das ist Lothar Matthäus, wie man schon seit Jahrzehnten weiß.

1990 schrieb der Spiegel:

… „ehrlicher“, wie Matthäus behauptet, ist ihr Spiel dadurch tatsächlich geworden. Mit Schaudern erinnert sich der „Capitano“ an die Publikumsveräppelung, die sich die deutsche Mannschaft in Spanien vor acht Jahren gegen Österreich leistete.

Und 1993 erneuerte er diese Bezeichnung.

Müde kam der Capitano den Gang herunter, der Tritt war schwer und bedächtig. Doch auf den letzten Metern drückte der Fußballprofi das Kreuz durch. […] Lothar Matthäus war bereit für seinen Auftritt.

Oder sollte die Titulierung als „Capitano“ doch nur das deutsche (!) Pendant zum in der spanischsprachigen Welt so höchst selten verwendeten Spitznamen „el loco“ sein? Jeder also ein Capitano, wenn er nur einfach irgendwann mal die ominöse Binde trug? Es würde doch nicht etwa bedeuten, dass man in deutschen Landen ermüdend einfallslos ist, was Spitz- und Rufnamen von Spielern angeht? Im Land der Dichter und Denker doch eigentlich nicht vorstellbar. Oder — Schweini, Litti, Grabi, was meint Ihr?

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Magier Mario G

Mario Götze ist solch ein Magier, dass er den Ball ins Tor schießen kann, ohne ihn auch nur zu berühren. Da verblassen selbst Diego Maradonas und Lionel Messis Künste am Ball. Der WM-Titel 2014 dürfte nur noch Formsache sein. Zumindest, wenn man dem Liveticker des Kickers Glauben schenken darf.

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Pakt mit dem Teufel oder profane Gottlosigkeit?

Falls es noch eines Beweises bedurft hätte, dass man dort mit dem Teufel paktiert — oder, wenn man länger drüber nachdenkt, eben gerade nicht mit dem Teufel paktiert — so sollte die Information, dass der Staat Vatikanstadt das einzige Land des Planeten darstellt, welches über keinen eigenen Fußballplatz verfügt, einen Haken hinter dieses Fragezeichen machen.

Allerdings, da kommt der Teufel dann doch wieder ins, ähem, Spiel, betreibt man in dem Land Vatikanstadt eine eigene Fußballliga mit 16 Teams. Deren Begegnungen werden auf einem zu Italien gehörenden Fußballplatz in Rom ausgetragen. Auf dem eigenen Staatsgebiet existiert keinerlei Freiraum, um einen Fußballplatz zu errichten.

Auf eigenem Herrschaftsgebiet lässt man also keine anderen überirdischen Wesen walten, und sei es nur der Fußballgott.

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„Ich brauche mehr Details“

In der Liste der Nonsense-Informationen, mit denen uns Berichterstatter von Fußballspielen gerne in Ermangelung substanzvoller Aussage(möglichkeiten?) überschütten, ist ein besonderes Bonbon die meist beschwörend hervorgepresste Äußerung, dass ein bestimmter Spieler, während er an einer bestimmten Stelle in der Nähe des gegnerischen Tores den Ball erhält, von „genau dieser Position gegen YXZ auch getroffen“ habe.

Was soll uns diese Information an Erkenntnis, Erleuchtung, Erhellung oder Erheiterung bringen? Doch wohl höchstens Letzteres.

Denn erstens hat die Tatsache, dass ein Fußballspieler von einer bestimmten Position aus ein Tor erzielte, nur so viel mit der aktuellen Spielsituation zu tun, dass es also ganz grundsätzlich im Verhaltensrepertoire dieses Menschen enthalten ist, von dieser Position aus aufs Tor zu treffen. Das aber, würde man meinen, sollte auf jeden Fußballer zutreffen, der damit Geld verdient. Sogar auf Jürgen Kohler, Berti Vogts und zur Not Christoph Metzelder.

Zweitens hat die Tatsache, dass irgendwann einmal von dieser Position aus getroffen wurde, keinerlei Aussagekraft für die aktuelle Spielsituation. Die Wahrscheinlichkeit zu treffen, ist immer gleich hoch, ganz egal, wie oft und wann er von dort aus vorher bereits getroffen hat.

Drittens gibt es beim Toreschießen ohnehin nur grob gerechnet 12 verschiedene Positionen, von denen aus man treffen kann. Die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Positionen gleichen, von denen ein Spieler aus trifft, ist ebenfalls immer gleich hoch, und bei nur 12 möglichen Wahlergebnissen eben per se sehr hoch.

Aber die 90 Minuten wollen ja gerne gefüllt worden, so dann also auch mit dem Aufschrei, dass der gerade im Ballbesitz befindliche Spieler vor 2 Wochen aus der selben Position schon einmal getroffen hat. Meist passiert danach dann aber überhaupt nichts auch nur annähernd Ähnliches wie vor 2 Wochen und der Schütze schießt einfach vorbei.

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Aber beim American Football spielt man den Ball doch gar nicht mit den Füßen

Lange tradierte Witzmuster zu zerstören kann ja ganz schön heikel sein. Der Überbringer der schlechten Nachricht, dass ein Witz gar nicht witzig ist, wenn man die Hintergründe der Basis des Witzes kennt, wird gerne schon mal wie ein Überbringer einer schlechten Nachricht behandelt.

Das Zerstören dieses Witzmusters kann aber auch sehr erleichternd wirken, wenn man schon länger die Erklärung kennt, viele Andere, die sich auf Teufelkommraus an dieser Witzform festhalten, aber nicht.

Warum heißt American Football „Football“, obwohl der Ball größtenteils mit der Hand gespielt wird?

Weil die Gesellschaft zu jener Zeit, in der die Grundlagen des Footballs entwickelt wurden, eine Unterscheidung danach betrieb, ob ein Spiel mittels der eigenen Füße oder auf dem Rücken eines Pferdes bestritten wurde:

foot vs horseback.

Und deshalb ist auch der American Football ein footballsport.

Bitte, sehr gerne.

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