Das ist Spitze!

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Vielen ist er aus unserer gemeinsamen Jugend bekannt, genauso vielen meiner Leser wahrscheinlich eher unbekannt. Hans „Hänschen“ Rosenthal ist jemand, der – man glaubt es kaum – den Holocaust versteckt in einer Berliner Gartensiedlung überlebt hat. Dass es so etwas überhaupt gibt, mutet schon äußerst obskur an, ebenso obskur ist aber, dass dieser Gartensiedlungs-Überlebende später eine große Karriere beim Fernsehen (siehe Titel) gemacht hat.

„Dalli-dalli“, man sieht es noch vor sich, wie Sepp Maier, Christian Neureuther und andere Frikadellen dort um ihr Vorwärtskommen kämpften. Der kleine Mann pflegte Spitzenleistungen in seinen Quiz- und ähnlichen Spielen mit einem Sprung in die Luft zu feiern, welcher auf dem Höhepunkt des in die Luft Springens optisch-technisch eingefroren wurde: „Sie sind der Meinung – das war Spitze!“.

Hell, die Spiele waren aber auch verdammt noch mal ausgetüftelt und so weiter. Sie waren jedenfalls in jeder einzelnen Ausgabe immer wieder neu sehenswert, zumindest mit den Augen und dem Gehirn eines 8-12-Jährigen. „Das ‚Brötchen‘ war leider doppelt, das müssen wir leider abziehen.“, hört man heute noch (im geistigen Ohr) die Jury zu pflegen zu sagen und so weiter.

Was aber, und jetzt kommen wir zurück zum Thema, kaum jemand wusste, ist, dass genau dieser Hans „Hänschen“ Rosenthal großer Fußballliebhaber war!

Neben seinem Engagement für die Jüdische Gemeinde Berlin und für diverse soziale Projekte war der Fußballfan von 1965 bis 1973 Präsident von Tennis Borussia Berlin. Rosenthal starb am 10. Februar 1987 in Berlin.

Ich weiß nicht, wer das vorher schon wusste oder nicht wusste, aber mir ist es neu. Und es wirft ein noch mal ganz anderes Licht auf Tennis Borussia Berlin und auf den Fußballsport. Als solchen.

10 Kommentare

  1. Nicht dass es jemanden interessieren würde, aber: ich wusste es. Wenn auch nicht mit Jahreszahlen (nicht einmal ungefähr), um der Wahrheit die Ehre zu geben.

    Die Spiele fand ich natürlich auch „verdammt noch mal ausgetüftelt und so weiter“. Oskar. Brigitte Xander. Mady Riehl. Heinrich Riethmüller. Dalli-Klick. Hach.

    Äh, der zweite Absatz hat nichts mit Fußball zu tun, sorry.

  2. Doch, Heinz, hat er. Fußball ist ein einfaches Spiel.
    Rest wie bei dir: gewußt, aber nicht den Zeitraum.

    Frage an den Trainer: welches andere Licht wird geworfen?

  3. Schönes Fundstück! Dafür kommt man hierher.

  4. Ich hoffe, nicht nur dafür.

    Manfred, das Licht auf den Berliner Fußball als solchen. Dass er auch mal ein paar Highlights hatte, überhaupt so.

  5. Irgendwo in einer lange nicht mehr benutzten Ecke des Hinterkopfs hatte ich die Info auch noch gespeichert, gleich neben der Tatsache, dass auch Jack White mal TeBe-Präsident war und sogar mal spielte. Aber angesichts der Vergangenheit von Rosenthal ahnt man auch, warum TeBe bei manchen bräunlich gefärbten Hertha-Fröschen so unbeliebt war.

    Und rein zufällig finde ich auf der TeBe-Seite (außer einer Werbung für das Soli-Shirt) dieses:

    19. Hans-Rosenthal-Turnier in Zehlendorf

    Erstmals findet das Hans-Rosenthal-Turnier zum Gedenken an den Gründer unserer Prominentenmannschaft am Sonnabend (09.01.) in der Onkel-Tom-Halle (Onkel-Tom-Straße 58-60) in Zehlendorf statt.

    Sollte ich noch ergänzen, dass mich der Name „Onkels Toms Hütte“ für eine U-Bahn-Station (und letztlich auch für eine ganze Wohnsiedlung) bei meinem ersten Berlin-Besuch ebenso faszinierte wie verwirrte?

  6. Wenn ich an Hans Rosenthal denke, frage ich mich gerade, was ist eigentlich aus Prominenten-Fußballspielen geworden? Gibt es die noch? Gibt es überhaupt noch Prominente? Oder nur noch Promis? Ich habe nämlich neben dem Dalli-Dalli-Rosenthal noch ein zweites Bild von ihm im Kopf und da tauscht er Wimpel oder schüttelt irgendeine Gegnerhand.Ich weiß es nicht mehr. Auf jeden Fall ist er bereit zum Spiel, in Trikot und kurzer Hose. Vielleicht lese ich aber heute auch nicht mehr oft genug die einschlägigen Illustrierten wie noch in Kinderzeiten bei den Großeltern?

  7. Ihren letzten Auftritt hatten Prominente bei Jürgen von der Lippe.

    In meinen Augen bis heute der absolute Höhepunkt, was absurde deutsche Fernsehunterhaltung angeht. Seitdem wird es eigentlich in der leichten Unterhaltung eher platt.

    Ich rede natürlich vom Prominenten im Sack.

  8. „…hört man heute noch (im geistigen Ohr) die Jury zu pflegen zu sagen. “

    Hier müssen wir leider ein „zu“ streichen, aber trotzdem war diese Leistung luftikusmässig einfrierenswert.

    Und natürlich erinnere ICH mich noch daran. Aber DU Trainer?? Bist Du gar untot??

  9. @Saffti: Du brauchst nicht die Vergangenheit von Rosenthal kennen, um zu verstehen, warum TeBe bei manchen bräunlich gefärbten Hertha-Fröschen so unbeliebt war.
    Dazu reicht auch die Vergangenheit des Vereins.

    Umso bitterer, dass ausgerechnet dieser Club sich in der jüngeren Vergangenheit zu bemühen schien, die allerbeklopptesten Vorurteile der denkbegreiten Faschistenschweine zu bestätigen.

    Aber immerhin hat man sich – quasi zum Ausgleich – dann einen der, nunja, schillerndsten Figuren des an Abgeschmacktheit nicht eben armen regionalen Funktionärsmarktes eingefangen. Als Nachfolger eines Hans Rosenthal. Ich will diesen Satz mit der Grabstelle und dem rotieren nicht verwenden, aber er drängt sich irgendwie auf.

    Alles in allen tut mir eigentlich kaum jemand so leid, wie die teilweise doch obersympathischen Tebe-Fans. Aber ich schweife ab.

    @Trainer: Siehst Du, ich kann auch, wenn es draussen hell ist (und niemand guckt).

  10. Hans Rosenthal. Kenne ich vom Namen. Und weiß auch, dass er Präsident von Tebe war. Und weiter? Ich finde diesen Verein und seinen demonstrativen Antifaschismus, der so antifaschistisch ist, dass alle anderen Vereine nur Faschisten als Fans haben können, trotzdem scheiße. Tebe ist ein Verein, den ich persönlich nur mit Jack White, Göttinger Gruppe und Treasure AG identifiziere.
    Dass sie 1993 Union wegen seiner gefälschten Bankbürgschaft verpfiffen haben und damit anstatt des 1. FC Wundervoll aufgestiegen sind, hat damit nichts zu tun. Naja, fast nichts.



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