Fabulöser Florian Fromlowitz

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All jene, die Anhänger des „wahren“, „einzigen“, „wirklichen“ HSVs sind, also desjenigen Clubs, dessen Spieler natürlich in roten Trikots auflaufen, weil die Vereinsfarben schwarz-weiß-grün sind, werden das nicht ganz so unterhaltsam finden wie der Rest der Liga und der übrigen Meute.

Das Eigentor von Florian Fromlowitz im heutigen Heimspiel gegen den VfL Bochum war aber fabulös: Nach einer eigentlich ungefährlichen Flanke eines schizophrenen Mannes, der je nach Jahreszeit und Sonnenschattenwurf entweder den Vornamen Slawomir oder Paul trägt, was ihm den passenden Nachnamen Freier einbrachte, klatschte Fromlowitz mit großer Übersicht, Straf- und Raum- und Luftbeherrschung und vor allem Luft-Boden-Abwehrfaust- bzw. Patschehändchen-Koordination den Ball ins eigene Tor. So gekonnt, dass sogar der nachrückende, nicht näher benannte noch bekannte Bochumer Spieler beim Versuch, das Tor mittels Rumstocherei noch auf sein eigenes Datensheet zu verbuchen, zu spät kam.

Sind Gegentore für Torhüter schon undankbar, Eigentore ohnehin (man denke an Kahns schönes Eigentor im Länderspiel gegen Israel oder an jenes noch schönere im ersten Spiel Erich „Count“ Ribbecks als Bundestrainer in der Türkei), so sind Eigentore, die nicht mal aufgrund höherer (Latte) oder nebenstehender (Pfosten (links oder rechts)) Mächte zustande kommen, besonders angenehm:

Dieser Ball wäre nicht mal im Entferntesten (wörtlich) im Tor gelandet, wenn Fromlowitz einfach zugeguckt hätte, wie er seine Bahn macht und dann Richtung Eckfahne verschwindet.

Man muss nicht immer Nationaltorwart sein, um auch später noch im Jahrzehnte-Rückblick Erwähnung zu finden. Die einfache Alternative ist es, einen formidablen Wiese zu bauen. Wie Florian Fromlowitz es dann auch tat.

Es wird hoffentlich trotzdem niemand die Fähigkeiten jener Torhüter in Zweifel ziehen, die direkt aus dem Bodybuildingstudio von Gerry Ehrmann in die übrigen Proficlubs schlüpfen.

Und hier noch der Link zur betreffenden Szene.

11 Kommentare

  1. Ich hab’s mir gerade mal angeschaut: wie um alles in der Welt hat er das überhaupt geschafft?

  2. Ja, wie? Und aber auch: warum? Uli Stein jedenfalls wäre das nicht passiert.

  3. Fangkünstler und Fliegenfänger Florian Fromlowitz frohlockte 4 Minuten vorher ob Fernandes‘ Faustballkünsten, fand aber einen fantastischen faux pas. Formidables Fehlverhalten.
    Hier auch: http://www.youtube.com/watch?v=7vCjxIKz9NQ

  4. Aua. Das tut ja weh beim Zuschauen. Die Ironie an der Sache ist ja, dass der Ball noch nichtmal nach der Richtungsänderung durch Fromlowitz Hand ins Tor gegangen wäre. Erst durch seinen Fuß geht der ja wirklich rein…

    Fällt unter die Kategorie: Da hätte die Abwehr die Flanke unterbinden müssen…;-)

  5. Unsinn, der Ball wäre nach der Flanke exakt von der Eckfahne wieder zurück Richtung 96-Tor geflogen und da lauerten schon mehrere Bochumer in perfekter Ballverwertungshaltung. Fromlowitz hat die ganze Szene nur ein wenig abgekürzt, um seinen bundesweiten Bekanntheitsgrad zu steigern, was ihm perfekt gelungen ist.

  6. War das nicht ein Klassiker der Wett-Mafia?

  7. Und noch viel wichtiger: gibt es davon ein Video? Ich habe (zum Glück?) nicht geringe Teile der Sportschau verpasst.

  8. Die Antwort lautet wie (fast) immer in solchen Fällen: 101greatgoals.com.

  9. Dankeschön!

    „No pressshure at all.“ Sehr schön.

  10. Ich finde das gar nicht so spektakulär. Er hätte doch auch die gelbe Karte wegen absichtlichem Handspiel bekommen müssen!
    Ach das war garnicht im gegnerischem Strafraum? Ups
    Ist er der Sohn von Pannenolli?



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