Geifern, sabbern, tröpfeln

| 12 Kommentare

Völlig fern liegt es hier mittlerweile, nachdem man einige Zeit lang diese Strömung immer mal wieder in die Beiträge hat einfließen lassen, die allgemeine Verdenglischung der deutschen Sprache zu bekritteln, noch ist an dem Substrat an sich etwas auszusetzen, besitzt es doch eine nicht nur dem Kenner auffallende Eleganz, sowohl klanglich als auch optisch, und verleiht dem es Verwendenden eine Strahlkraft und ebensolche Eleganz, die dem ursprünglich gebrauchten Wort völlig fehlt, welches noch dazu ziemlich ungewaschene Konnotationen weckt, ein wenig infantil daherkommt und nicht den Eindruck erzeugt, als sei — wie es bei seinem Nachfolger der Fall ist — das damit beschriebene Vorgehen besonders planvoll oder auch nur Teil eines größeren Ganzen, das annähernd zielführend sein könnte, sondern vielmehr ein mit einem zwar lustvollen, aber wenig ertragreichen Herumtollen, bei dem die Angelegenheit reiner Selbstzweck ist und nicht eingebettet in ein System, an dessen Ende eine weitere Handlung erfolgen soll, besser beschriebener Vorgang.

Nichtsdestotrotz:

Ich vermisse das Wort „fummeln“ an Stelle von „dribbeln“ immer mal wieder, urplötzlich, jäh, aber dann sehr intensiv.

12 Kommentare

  1. Mir bleibt aber völlig verwehrt, warum du hinter den Vokabeln in der Überschrift mehr Eleganz und Plan siehst…

  2. Wow. Ein Satz wie ein Robbendribbling*. Links antäuschen, rechts vorbei, Gedankenstrich, Übersteiger, und dann am Ende halt DOCH zielführend.

    *daraus wird nicht mal der 11Freunde-Ticker ein Verb machen können. „Robben“ ist ja nun nahezu das Gegenteil von „dribbeln“ oder auch „fummeln“. Wenn hinter Robben Robben robben… nee, laß mal.

  3. Der beste Fummler war Werner Enke. Nach 1967 war der Begriff somit nicht mehr fußballkompatibel ;)
    Außer bei Litti, warum auch immer.

  4. [Räusper] Sprachkritik dann so ein Eigentor: „nichtsdestoweniger“ oder vielleicht einfach „trotzdem“?

  5. Ich gebe zu, mir war der eher ironische Charakter dieser Bildung nicht bekannt, würde sie nun aber, mit diesem Wissen, dennoch verwenden. Also kein Eigentor. Meine ich.

  6. kein Eigentor, ist auch meine Meinung. Du hast hier passend ein nichtsdestotrotz hingefummelt, Trainer.

  7. So viele Schachtelsätze?! Bewirbt sich der Hausherr bei der Frankfurter Rundschau?

  8. „So viele“? Ich komme da auf einen.

  9. Kommt drauf an, wie man Satz definiert.

  10. Nichtsdestotrotz.
    Beim Trainer.

    @Manfred:
    Werner Enke. Großartig.

  11. Tommy B und heinzkamke, wer sagt denn, dass Schachtelsätze per se stets schlecht sein müssen?

    Das hier ist doch keine Zeitung, die möglichst klar informieren will. Habt Ihr denn alle keine Phantasie mehr, keine Anmut im Herzen und keine Freude beim Lesen? Diese Welt, sie wird nicht an zu vielen Schachtelsätzen zu Grunde gehen, sondern eher an zu wenigen!

  12. Oh, vielleicht hätte ich „nichtsdestotrotz“ in Anführungszeichen setzen sollen, um Fehlinterpretationen zu vermeiden.

    Es liegt mir völlig fern, Schachtelsätze zu kritisieren. Ganz im Gegenteil. Und gewiss nicht hier, wo sie stilprägend sind. Gerne würde ich jetzt schreiben, dass ich das bei Schachtelwörtern hingegen anders sehe. Das mit der Kritikwürdigkeit. Aber erstens heißen sie nicht Schachtelwörter, und zweitens kann ich in aller Regel auch mit Kofferwörtern gut leben. Nur bei nichtsdestotrotz, da fällt es mir nicht ganz so leicht. Und so wunderte ich mich, hier darauf zu stoßen.



Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.