Mit Legenden aufräumen: Eine Straßenbahn von Leverkusen nach Gelsenkirchen

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Nun, die müsste man erstmal bauen, eine solche Straßenbahn von Leverkusen nach Gelsenkirchen, bevor Jens Lehmann nach seiner krähenschwarzen ersten Halbzeit im Spiel Bayer gegen Essnullvier damit auch nach Hause fahren könnte respektive gefahren sein könnte.

Natürlich fuhr Jens Lehmann mit der S-Bahn nach Hause.

S-Bahn, das steht für Schnell-Bahn, und nicht für Straßenbahn. Ein Problem, welches schon mehr als nur wenige Bekannte des Autors hatten. Eine S-Bahn ist eine S-Bahn, eine Straßenbahn ist eine Straßenbahn, nichtsdestotrotz sind das zwei verschiedene Dinge. Eine S-Bahn fährt auf einer Trasse, sie hat S-Bahn-Stationen als Haltepunkte. Eine Straßenbahn hingegen fährt auf der Straße.

Eine S-Bahn verbindet Stadtteile miteinander. In seltenen Ausnahmen verbindet sie entfernt gelegene Teile ein- und desselben Stadtteils miteinander. Sie hält aber kaum häufiger als alle 3-5 Minuten und legt während dieser Fahrtzeit einige Kilometer zurück.

Eine Straßenbahn fährt in aller Regel zwar auch von Stadtzentrum zu diversen Stadtteilen, hat dabei aber alle paar Hundert Meter eine Straßenbahnhaltestelle zu bewältigen. Ihre Fahrgeschwindigkeit überschreitet selten jene 50-60km/h, die ein Auto innerorts erreicht. Meist sieht eine Straßenbahn auch aus wie das, was man für eine Straßenbahn hält, während eine S-Bahn irgendwie immer noch ein bisschen aussieht wie ein Zug.

Von Leverkusen nach Gelsenkirchen fährt jedenfalls keine Straßenbahn. Es fährt eine S-Bahn von Leverkusen nach Düsseldorf. Um nach Gelsenkirchen zu kommen, muss man umsteigen. In die S-Bahn, Schnell-Bahn, keine Tram.

8 Kommentare

  1. Lehmann wohnte aber damals in Essen und dorthin kann und konnte man mit der S6 der S-Bahn Rhein-Ruhr durchfahren. :-D Aber diesen „Fehler“ höre ich von vielen Leuten auch immer wieder. ;-) Da haben es die Berliner einfacher, also lasst uns alle Straßenbahnen in Tram umbenennen. ;-) Übrigens gibt es in Deutschland nur in Berlin, Hamburg und München echte U-Bahnen. Überall anders sind es Unterpflasterstraßenbahnen bzw. Tram. :-D Nur um noch mehr Verwirrung zu stiften…

  2. Erstmal zur Definition (aus Wiki):
    Nach deutschem Recht (§ 4 Personenbeförderungsgesetz) gilt eine U-Bahn als Straßenbahn;

    Desweiteren ist auch in Stuttgart die U-Bahn und die Strassenbahn getrennt (auch wenn es nur eine einzige Straßenbahnlinie gibt) ausserdem auch die S-Bahn, die sich von der U-Bahn wie vom Trainer beschrieben unterscheidet.

  3. Oh sorry, tut mir Leid. Hatte jetzt nur aus meinen Erinnerungen geschöpft.

  4. Da lacht das Eisenbahnerherz.

  5. Eine Ausnahme stellt meines Erachtens der ÖPNV in Karlsruhe dar. Da binden straßenbahnähnliche Linien die umliegenden Käffer an die Großstadt an. Konsequenterweise heißt dieser Zwitter aus S- und Straßenbahn dann auch Stadtbahn.

    Oliver Kahn hätte also ein Alibi, wäre er einer Deiner Problem-Bekannten.

  6. Und wenn wir schonmal beim Thema sind: Ein D-Zug ist auch kein „Deutschland-Zug“ sondern ein „Durchgangszug“. Durchgangszug bedeutet dabei nicht, dass er durch manche Bahnhöfe einfach hindurch fährt ohne zu halten, sondern dass der Passagier vom ersten bis zum letzten Wagen des Zuges „hindurchgehen“ kann, ohne dafür austeigen zu müssen. Letztendlich ist es also aus heutiger Sicht ein „Stinknormal-Zug“, ein S-Zug sozusagen. Nicht zu verwechseln mit S-Bahn. s.o.

  7. Und wenn wir schon dabei sind (Durchgangszug, also ehrlich, das weiß doch wohl jeder): S-Bahn steht für Stadtbahn. Was interessanterweise bedeutet, dass nach Jens der ÖPNV-Träger in Karlsruhe einen gegenüber normalen Strassenbahnen deutlich gehobenen Anspruch an die dortigen selbigen stellt. Da lacht das …

  8. S-Bahn steht natürlich (weil ich es schon immer so kenne) für Schnellbahn, nicht für Stadtbahn.

    Allerdings sagt Tante Wiki dazu, dass wir beide richtig liegen könnten:

    Der Begriff S-Bahn ist als Abkürzung von Stadtschnellbahn, Stadtbahn oder Schnellbahn entstanden.

    Interessant wäre, wo und wie das „oder“ da jetzt aufzufassen ist.



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