Reine Hommage an Rudi

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Wer gestern Abend die ZDF-Doku verfolgt hat, wird schockiert sein vom Stadium, in dem Rudi Assauer sich bereits befindet und wie rapide seine kognitiven Leistungen im Verlauf der Begleitung durch die Kamera nachgelassen haben. Das wäre hier allerdings kein Thema, wenn nicht jemand anders aus der Reihe der Publizierenden sich dem in einer Art und Weise angenommen hätte, die ein klitzekleines bisschen tröstlich stimmt.

Die von mir, auch an all den anderen Tagen, sehr geschätzte Spottschau hat sich des diffizilen Themas von Rudi Assauers Erkrankung gewidmet. Naturgemäß ist das in einem Kontext, der sonst stets satirisch erscheint, nicht ganz unproblematisch in Bezug auf mögliche Leserreaktionen. Wie es genau deshalb nicht einfach ist, den Mut aufzubringen, sich daran zu wagen. Meinen Geschmack hat Christoph Härringer mit seinem Werk zu Rudis Zukunft nicht verletzt, sondern mich damit vielmehr positiv berührt, soweit in diesem Kontext möglich und erlaubt.

Es möge sich jeder selbst ein Bild machen vom Erzeugnis der Spottschau:

Danke + Alles Gute, Rudi! [Bild leider nicht mehr online verfügbar.]

Zu dieser Zeichnung hat sich dann — bei der Nicht-Blogform seiner Webseite eher ungewöhnlich — eine Menge in seinem Gästebuch ereignet. Lesenswert, wie der Macher selbst sich zu den vielen Reaktionen äußert.

7 Kommentare

  1. Ein wenig selbstverursacht. Eine – soweit ich das beurteilen kann – sehr einfühlsame und schöne Geste. Und jeder, der ein wenig nachdenkt, sieht, dass dort jemand seine sonst eher albern genutzte Plattform für ein rein nachdenkliches Statement genutzt hat. Als wäre es Clowns verboten, auch mal etwas ernst zu meinen (jetzt mal ganz davon abgesehen, dass bei den anderen Comics von ihm die Aussage oft genug auch sehr ernsthaft ist).

    Aber sehr sehr viele Menschen sehen nicht so weit. Die sehen die Form, die Farben und den Namen. Und gehen automatisch von Häme aus. Insofern wäre es zwar unelegant, aber wohl nicht unintelligent gewesen, dort einen kleinen Hinweis („nicht lustig gemeint“ o.ä.) anzubringen.

    Darüber, dass es in solchen Fällen fast immer zumindest so wirkt, als würden sich ausschließlich die Nichtbetroffenen aufregen, will ich jetzt mal lieber nicht nachdenken.

  2. Ich kann gar nicht verstehen, wie man sich darüber aufregen kann. Wer Härringers Spottschau kennt, weiss, dass das wirklich eine Hommage ist – normalerweise nimmt er seine Opfer viel härter aufs Korn.

  3. Mich hat die ZDF-Doku sehr berührt. Ich finde ebenfalls keinen Anstoss an der Zeichnung. Ich finde auch, dass ein beachtliches Maß an schlechtem Willen erforderlich ist, um die Zeichnung entsprechend negativ zu deuten. Sie verleiht doch viel mehr dem sehr einfühlsam Ausdruck, was Rudi selbst über seine Erkrankung geäußert hat. Ich ziehe den Hut vor dem Fingerspitzengefühl und Christoph Härringers Stellungnahme.

  4. Vielleicht hätte der Urheber darauf verzichten sollen, das Ding unter dem Label „Spottschau“ zu veröffentlichen. Denn anscheinend zielen diese Bilder ja üblicherweise darauf ab, irgendjemand zu „beleidingen“ (Zitat Härringer). So ist der Gegenwind ein wenig hausgemacht.

    Die Zeichnung an sich ist genial.

  5. An dieses Thema muss man sich satirisch erst einmal so weit heran wagen … und dann gelingt es auch noch! Es gibt doch dieses wehmütige Lächeln, diese winzige Spur, den kleine Grat zwischen Gut und Böse. Hier setzt der Zeichner an und wandelt darauf ohne in die eine oder andere Richtung weg zu kippen. Genial darf man das nennen. Lachen und Weinen in einem Atemzug – ohne zu verletzen. „Spott“ im Sinne des Verharren zwischen den Kontrasten. Assauer hätte dafür was übrig gehabt. Ganz sicher.

  6. Auf dem Kamm in luftiger Höhe leichtfüßig balancierend … http://t.co/Sn2WSKL1

  7. Der Assauer ist auch ein sarkastischer Mensch und ich ziehe den Hut vor Ihm.



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