„Spiel ihn aus!“

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Was denkt das gemeine Hirn bei dieser Überschrift? Nun, das hängt natürlich von der Situation ab. Liegt ein Mitspieler schwer verletzt, mit dem Tode ringend am Boden, sollte man nach dieser Anweisung den Ball wohl ins Aus spielen[1].

Steht man gerade einem gegnerischen Spieler gegenüber, ist eher gemeint, dass man diesen Gegner ausspielen soll, in dem Sinne, dass man an ihm vorbeidribbelt, Haken schlägt und ihm den Ball durch die Beine spielt, sich im richtigen Moment dreht oder eine Drehung vortäuscht, auf dass man an diesem Spieler vorbeikommen und ihm die Hacken zeigen kann.

Natürlich ist es situationsabhängig, was damit gemeint ist. Gemeinhin ist das menschliche Hirn auch dazu in der Lage, richtige Entscheidungen bezüglich der Frage zu treffen, welche Situation denn nun gerade vorliegt und welche Reaktion demnach eine angemessene wäre.

Nicht so bei manchem geistig Behinderten und so ist dieses Zitat aus dem Beitrag der taz zur WM der geistige Behinderten fast schon tragisch zu nennen:

„‚Wir werden mit Sicherheit Probleme im taktischen Bereich haben, weil die Mannschaft einfach Defizite im kognitiven Bereich hat‘, sagt Bundestrainer Willi Breuer. Die technischen Fähigkeiten einiger Spieler seien hingegen durchaus beachtlich. Es gibt diese Anekdote, in der Breuer einem frei auf das gegnerische Tor zulaufenden Spieler zurief: ‚Spiel ihn aus!‘ Statt den Torhüter zu umdribbeln, schoss der Stürmer den Ball ins Aus. ‚Mein Fehler. Ich muss mir selber immer wieder sagen, dass meine Anweisungen präzise sein müssen‘, sagt Breuer.“

[1] Wenn der Schiedsrichter doch die Möglichkeit hat, das Spiel jederzeit im Falle der ernsthaften Verletzung oder Gefährdung eines Spielers zu unterbrechen und anschließend mit Schiedsrichterball fortzusetzen: Warum gibt es diesen seltsamen Brauch überhaupt, dass die in Ball befindliche Mannschaft den Ball ins Aus spielen muss, bevor die Sanitäter aufs Spielfeld kommen dürfen?



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