Zum Inhalt springen

Schlagwort: Europapokalsieger

Liste der Europapokalsieger als Trainer und als Spieler

Viele am Fußball Interessierte wissen, wer als Spieler und als Trainer Weltmeister wurde. Letztens kam neben den drei bisherigen Ausnahmeerscheinungen ein vierter Mensch hinzu, als Frankreich unter Trainer Didier Deschamps 2018 Weltmeister in Russland wurde.

Anders sieht es bei der Zusammenstellung jener Köpfe auf, denen das analoge Kunststück in einem der drei Europapokale gelang. Diese Liste ist naturgemäß länger, werden Europapokale doch nicht nur jährlich ausgetragen, lange Zeit gab es und bald wieder wird es gleich drei Ausgaben von ihnen geben.

Insgesamt 17 Männern gelang es mindestens einmal als Trainer und einmal als Spieler einen Europapokal zu gewinnen. Dabei ist die Zusammenstellung recht bunt. Sowohl, was die Nationalitäten der Betreffenden angeht, als auch die Zeiträume, in denen sie dieses Kunststück bewerkstelligten. Doch vor der genaueren Betrachtung hier erst einmal der Blick auf die komplette Liste dieser 17 Doppel-Sieger.

Sieger als Spieler und als Trainer

Titel Name EC 1 EC 2 EC 3
8 Giovanni Trapatonni 1963, 1969
1985
1968
1984
-
1977, 1993, 1991
6 Johan Cruyff 1971, 1972, 1973
1992
-
1987, 1989
5 Carlo Ancelotti 1989, 1990
2003, 2007, 2014
5 Miguel Munoz 1956, 1957, 1958
1960, 1966
5 Alfredo di Stefano 1956, 1957, 1958, 1959, 1960
5 Frank Rijkaard 1989, 1990, 1995
2006
1987
5 Franz Beckenbauer 1974, 1975, 1976 1967 -
1996
5 Gianluca Vialli 1996 1990, 1998
1998
1993
4 Zinedine Zidane 2002
2016, 2017, 2018
4 Pep Guardiola 1992
2009, 2011
1997
4 Nevio Scala 1969 1968
1993
-
1995
3 Jupp Heynckes -
1998, 2013
1975
2 Luis Enrique -
2015
1997
2 Huub Stevens 1978
1997
2 Dino Zoff 1977
1990

Wenig erstaunlich tauchen hier tatsächlich hauptsächlich die Namen der ganz Großen im Weltfußball auf, oder zumindest im europäischen. Franz Beckenbauer ist sogar einer jener vier oben erwähnten Menschen, die als Spieler und als Trainer Weltmeister wurden – und im Europapokal gelang ihm dasselbe auch noch einmal. Dazu mit Johan Cruyff einer der Visionäre des Fußballs überhaupt, mit Zinedine Zidane der vielleicht beste Spieler seiner Zeit Ender 1990er und Anfang der 2000er Jahre. Gleichzeitig tauchen aber mit Miguel Munoz und Alfredo di Stefano auch Akteure aus den Anfangstagen des Europapokals auf.

Der Maestro ganz vorne

Gesamtsieger aber ist und bleibt jemand, den man hierzulande wegen seiner legendären Wutrede in gebrochenem Deutsch eher ein wenig als Witzfigur in Erinnerung hat. Dabei ist Giovanni Trapattoni der erfolgreichste Mensch in Sachen Europapokal überhaupt – niemand sonst hat bislang acht Titel im Europapokal gewinnen können. Dass er zum zweiterfolgreichsten Mitglied dieser Liste dann sogar noch zwei Titel Vorsprung hat, unterstreicht, wie einmalig und herausragend diese Bilanz von Giovanni Trapattoni ist. Der übrigens noch dazu nicht weniger als zehn Landesmeistertitel in vier verschiedenen Ländern sammelte und Nationaltrainer von Irland und dem Vatikanstaat war.

Neuzugänge gesucht

Ob es in Kürze wieder jemandem gelingen wird, in diese Liste aufgenommen zu werden, ist natürlich recht offen. Zumindest wird es mit der Einführung der Europa Conference League und damit wieder einem dritten Europapokalwettbewerb wieder wahrscheinlicher. Wie überhaupt damit die Möglichkeiten wachsen, sich an Fussball Wetten online zu versuchen. Schließlich hat man mit der Konstellation im neuen Europapokal, eben dieser Europa Conference League, allgemein noch keine Erfahrung. Hier kommt sozusagen das Feld hinter dem Feld der Europa League zum Einsatz. Vielleicht ist sogar mal wieder ein Europapokalsieg eines Clubs aus einem der kleineren Länder möglich. Wer sich da qualifiziert, ist aktuell noch genauso offen wie umkämpft, weshalb Prognosen für die Favoritenrollen naturgemäß noch nicht existieren. Und aus deutscher Sicht gibt es momentan nicht allzu viele aktive Trainer, die bereits einmal einen Europapokal als Spieler gewannen. Der gerade zum Champions-League-Sieger als Trainer aufgestiegene Hans-Dieter Flick gewann keinen Europapokal als Spieler. Und von den 2001er-Sieger des FC Bayern ist derzeit nur Alexander Zickler als Trainer aktiv – allerdings als Co-Trainer – sowie Willy Sagnol als Nationaltrainer von Georgien. Aber sicher gibt es aus den anderen Ländern einige Kandidaten für einen Neueinstieg in diese Liste.

Kommentare geschlossen

Weiße Elefanten am russischen Horizont

Ganz groß zwischen Kimme und Korn ist ja zur Zeit Katar, wo man 6 Stadien in eine einzige Stadt bauen möchte, in welcher schon zu Länderspielen zwischen der am meisten gehypten Nationalmannschaft des bekannten Teil des Universums, Brasilien, und dessen Testspielgegnern gerade mal schlappe 6.000 Zuschauer erscheinen.

Der große Vorteil Russlands ist wohl, dass im Schatten dieser skandalösen WM-Ausrichter-Auswahl die Entscheidung für Russland beinahe fußballaffin wirkt. Erste Europapokalgewinner aus diesem Land, die nicht Dynamo Kiew heißen, gibt es bereits seit einigen Jahren und der russische Fußball macht den Eindruck, als wachse die Begeisterung und erlange er wie auch in Mitteleuropa immer besseren Zugang zur Mitte der Gesellschaft (nicht dass das per se wünschenswert wäre).

Dass der Hooliganismus in den Regionen, die jenseits des ehemaligen Eisernen Vorhangs liegen, genau jene 20 Jahre nachholen möchte, die er unter der Knute stand und sich nicht rühren konnte und deshalb noch in einer (was man so liest) viel dramatischeren Form vorliegt, als er hier je existierte, ändert nichts daran, dass man dort über das Geld verfügt, Stadien zu bauen so schön wie russische Prinzessinnen.

Weshalb man das auch unbedingt tun möchte, ganz gleich, wie sinnlos verprasst diese Gelder sind, die für — man muss sich das immer wieder vergegenwärtigen — eine effektive Nutzungsdauer von 360 Minuten gebaut werden. Also ungefähr 1 Million Euro Baukosten pro Minute Nutzungszeit. Zählt man An- und Abfahrt und derlei Brimborium am Spieltag hinzu, sind es immer noch nur 4 ganze Tage.

4 mickrige, einzelne Gelegenheiten.

Da ist die Frage nach den Schulen, Kindergärten, Teddybären und Schulbüchern doch viel weniger polemisch als sie beim ersten Gong noch klang.

Weil man es (sich leisten) kann, baut man nun also laut dieser Aufstellung bei SPON zur WM 2018 in Russland nicht weniger als 13 der als Ausrichtungsort vorgesehenen 16 Stadien neu. Von welchen 9 wiederum an Orten entstehen sollen, an denen man zur Zeit nur über Zweitligaklubs verfügt. Zwar sind es bis 2018 noch Glückszahl Jahre hin, da kann natürlich der eine oder andere Klub, insbesondere wenn man das möchte, auch noch aufsteigen — nur darauf bauen kann man nicht.

Was aber wäre so schlimm daran, einigen Zweitligisten ein schickes Stadion zu bauen? Immerhin würden diese dann anders als in Korea oder Südafrika überhaupt genutzt. — Ganz einfach: Es mag für die Zweite Bundesliga sinnvoll sein, über solche Riesen zu verfügen. Die Zweite Bundesliga, in der man in Frankfurt in einem WM-Stadion spielt, in Berlin bis vor wenigen Monaten dasselbe tat, und die Ränge trotzdem entsprechend ihres Umfangs gefüllt werden.

Die russische 2. Liga hingegen besuchen im Schnitt 5.243 Zuschauer pro Partie, wobei der bestbesuchte Verein knapp über 14.000 Zuschauern erreicht. Die zwei letzten der Zuschauertabelle schaffen es nicht mal auf durchschnittlich 2.000 Besucher.

Offensichtlich benötigen nicht gerade diese russischen Zweitliga-Städte 9 Stadien mit einer Kapazität von über 40.000 Zuschauern, aber die Frage der Nachnutzung zählt bei diesen Projekten nun mal nicht. Und wenn, dann nur auf dem Papier in einer schöngerechneten (der Gedanke als Sohn des Wunsches) Version im Vorhinein.

Im Einzelnen sind dies folgende für die WM 2018 als Ausrichtungsort eingeplanten Städte Russlands:

  • Kaliningrad mit dem FC Balitka Kaliningrad
  • Jaroslawl mit dem FC Schinnik
  • Nischni Nowgorod mit dem FC Wolga und dem FC Nischni
  • Saransk mit dem FC Mordowia
  • Samara mit dem FC Krylja Sowetow Samara
  • Jekaterinburg mit dem FC Ural Swerdlowsk
  • Wolgograd mit dem SC Rotor Wolgograd, der zur Zeit wegen Finanzproblemen nirgendwo spielt
  • Krasnodar mit dem FC Kuban und dem FC Krasnodar
  • Sotschi mit zur Zeit keinem Verein von Belang

Das alles ist ein eher kleiner Skandal im Skandal-Feuerwerk der wohl korrupten Vergabe beider kommender Weltmeisterschaften, deshalb aber nicht weniger erwähnenswert.

Ähnlich lief es zwar bereits 2002 ab. Damals allerdings aus einer ganz anders aufgestellten Volkswirtschaft heraus. Was man als ordentlicher Blogger jetzt nachprüfen müsste. Wenn man es hier einfach behauptet, hat wenigstens jemand Grund, zu widersprechen.

Dem ansonsten völlig unsinnigen Bau von 9 Stadien mit einer Kapazität von über 40.000 Zuschauern für eine Liga mit einem Zuschauerschnitt von 5.000, in einem Land, das trotz aller wirtschaftlichen Fortschritte beim Pro-Kopf-Einkommen auf Platz 71 der Welt liegt (und bei der Jugendarbeitslosigkeit auf Platz 174), kann ja wohl keiner bei Trost widersprechen.

For the swank, for the pomp.

10 Kommentare

Wimpernschläge der Zeitgeschichte

Europapokalsieger der Landesmeister, Pokalsieger, deutscher Meister und auch einen Aufstieg in die erste Liga, das alles erreichte Thomas von Heesen. Da er aber die meiste Zeit seiner Karriere beim in den späten 1980ern und frühen 1990ern reichlich mäßig dahindümpelnden HSV verbrachte, kennt er auch die Schattenseiten seines Gewerbes. Und an dieser großen Lebenserfahrung lässt er uns in der Pressekonferenz nach dem verlorenen Pokalspiel beim SC Pfullendorf mit weisen Worten teilhaben: Manchmal scheint die Sonne, manchmal regnet es. Für seine Arminia Bielefeld regnete es an diesem Tag, doch letztlich sind das alles nur „Wimpernschläge der Zeitgeschichte“.

Wer viel Ausdauer mitbringt, hört auch noch folgendes Schmankerl: Eine Alternative für den Ausdruck „Zuschauer“ hat der Pfullendorfer Trainer parat — für ihn waren die Anwesenden bei dieser Pokalpartie „Zeitzeugen“. Ich war heute auch Zeitzeuge, wie sich eine müde Gestalt am Morgen ins Bad gequält hat.

Ich bin immer wieder erstaunt, an welch grotesker Selbstüberschätzung Fußballer leiden [1]. Ein Erstrundenpokalspiel im hintersten Pfullendorf endet mit einer Niederlage von Arminia Bielefeld (!) und die Beteiligten benutzen Vokabeln wie „Zeitgeschichte“ und „Zeitzeugen“, als wäre hier gerade der Westfälische Frieden ausgehandelt worden. Es ist ein Erstrundenpokalspiel, das schon zwei Monate später keinen mehr außer den Beteiligten Pfullendorfern interessiert. Und — so platt das klingen mag — nichts weiter.

[1] Wahrscheinlich gilt das aber für alle Menschen.

3 Kommentare