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Schlagwort: Mike Büskens

Sehenswerte Doku: 100 Jahre Schalke

Das 100-jährige Jubiläum des FC Schalke 04 ist naturgemäß schon eine Weile her. Das macht diese sehr ausführliche – 120 Minuten! – Dokumentation von Franz Bürgin über diese 100 ersten Jahre Geschichte des FC Schalke 04 aber nicht weniger sehenswert. Wenn ausnahmsweise mal kein Fußball im Fernsehen läuft (wobei man heute natürlich Island gegen den Kosovo die direkte WM-Teilnahme sichern sehen will), ist diese eine spannende wie lehrreiche Alternative.

Viele Zeitzeugenberichte, natürlich von all den Schalker Helden:

  • Ernst Kuzorra
  • Fritz Szepan
  • Willi Koslowski
  • Berni Klodt
  • Günter Siebert
  • Klaus Fichtel
  • Rolf Rüssmann
  • Mike Büskens (auch hier im Podcast)
  • etliche weitere „Eurofighter“

… und viele mehr.

Dazu viele Fotos aus jener Zeit zu den Geschichten, die man meist kennt, aber keine (bewegten) Bilder dazu hat. Und ab den 1930ern dann eben auch bewegte Bilder. Mehr als die Geschichte eines Clubs, sicher auch eine deutsche Geschichte und eine Geschichte des Fußballs. Zudem kann man herrlich entspannt zuhören, bleibt von allem Marktschreierischen – außer bei manchem Spielausschnitt – verschont. Wie es ja selbst in der Geschichte dieser Skandalnudel Schalke 04 immer auch leise Zwischentöne gab …

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Meiste Gelbe Karten in der Bundesliga

Die Gelben Karten, die für unsereins so selbstverständlich zum Fußball dazugehören, wie die Fouls, für die man sie bekommt, wurden international erst zur WM 1970 eingeführt, in der Bundesliga sogar noch ein wenig Zeit später. Seit es diese Einrichtung gibt, haben sich etliche Sünder gleich dutzendfach in die folgende Liste eingetragen. Die meisten von ihnen sind dabei durchaus namhafte Spieler und erstaunlicherweise sind nicht allein Defensivspezialisten darunter zu finden.

Der mit weitem Abstand Führende ist da schon so ein Paradebeispiel, wie man früher im Fußball Gelbe Karten auch verstanden hat. Als „Zeichen“ an die eigenen Spieler aber auch an den Gegner. Da diese Zeiten inzwischen vorüber sind, ist auch der Zuwachs in dieser Liste in letzter Zeit eher sparsam. Dennoch werfe man zunächst einen Blick auf die komplette Liste.

Spieler Spiele Gelbe Karten
Stefan Effenberg 370 110
David Jarolim 318 96
Bernd Hollerbach 222 93
Torsten Frings 402 92
Frank Greiner 333 89
Christian Wörns 469 88
Sergej Barbarez 330 86
Günther Schäfer 373 85
Jürgen Kohler 398 84
Carsten Ramelow 333 83
Hanno Balitsch 343 82
Ulf Kirsten 350 81
Michael Ballack 267 80
Stefan Reuter 502 79
Jiri Nemec 256 78
Lothar Woelk 420 78
Thorsten Fink 367 77
Lothar Matthäus 464 77
Tomasz Haijto 201 75
Michael Tarnat 363 74
Michael Frontzeck 436 72
Michael Zorc 463 72
Thomas Berthold 332 71
Olaf Thon 443 71
Dariusz Wosz 324 71
Marco Kurz 300 70
Thomas Hörster 332 69
Oliver Kreuzer 282 69
Jörg Neun 358 69
Markus Schupp 351 69
Josip Simunic 271 69
Maik Franz 192 68
Thomas Strunz 235 67
Jens Jeremies 251 66
Levan Kobiashvili 351 66
Silvio Meißner 250 65
Jens Nowotny 334 65
Stefan Schnoor 277 65
Miroslav Votava 546 65
Klaus Augenthaler 404 64
Uli Borowka 388 64
Mike Büskens 370 64
Thomas Kempe 391 64
Sven Kmetsch 261 64
Stephan Passlack 270 64
Eyolfur Sverrisson 251 64
Javier Pinola 202 63
Cacau 307 62
Fabian Ernst 306 62
Karlheinz Geils 405 62
Hendrik Herzog 208 62
Sebastian Kehl 314 62
Nico Kovac 241 62
Martin Wagner 271 62

Stand Juni 2015.

Natürlich gibt es mehrere Gründe dafür, warum hauptsächlich deutsche Spieler und hauptsächlich Spieler aus einer bestimmten Periode in dieser Liste auftauchen.

Gründe für immer weniger Gelbe Karten pro Spieler

  • Zunächst mal ist da der Einführungszeitpunkt von Gelben Karten. Die erste Gelbe Karte der Bundesliga gab es erst 1971, weshalb alle Spieler, die zuvor tätig waren, in diesem Zeitraum überhaupt keine Gelbe Karte erhalten konnten.
  • Dann kommt natürlich das Bosman-Urteil 1995 hinzu. Seitdem sind unbegrenzt EU-Ausländer in den Kadern der Teams erlaubt, was insgesamt zu einer höheren Fluktuation geführt hat.
  • Wie sich zudem die Struktur der Karriere eines Fußballers gewandelt hat. Vereinswechsel sind heute viel häufiger an der Tagesordnung als es früher der Fall war. Das bedeutet zum Einen, das gute deutsche Spieler häufiger ins Ausland abwandern, aber auch, dass viele ausländische Spieler nur einen geringeren Teil ihrer aktiven Karriere in der Bundesliga verbringen. Die Liste der Spieler mit den meisten Einsätzen in der Bundesliga umfasst dann auch nicht ganz zufällig fast ausschließlich deutsche Spieler, welche wiederum im letzten Jahrtausend aktiv waren.
  • Heutzutage beginnen die Karrieren der Spieler zwar in einem etwas früheren Alter, auch für eher durchschnittliche Spieler. Dafür enden sie aber immer früher und das mit zunehmender Geschwindigkeit immer mehr. Weniger Zeit also, Gelbe Karten zu sammeln.

Ein weiterer Aspekt, der hinzu kommt, ist der Umstand, dass die Spieler taktisch und auch physisch viel besser geschult sind. Gelbe Karten „aus Versehen“ kommen so gut wie gar nicht mehr vor, sie sind fast immer Folge einer taktischen Entscheidung. Abgesehen natürlich von Tätlichkeiten oder Schiedsrichterbeleidigungen. Aber auch in diesem Punkt gilt, dass wer sein Temperament nicht einigermaßen beherrscht, es heutzutage mit viel geringerer Wahrscheinlichkeit in den Profifußball schafft oder falls doch, nicht unbedingt lange dort verweilt.

Gut möglich, also, dass all jene Spieler, welche heutzutage auf angebotenen Sammelkarten auftauchen, es gar nicht mehr in diese Liste schaffen werden, zumindest nicht in die oberen Ränge. Man kann also aktuell durchaus zum Beispiel Match Attax Karten kaufen bei Gate to the Games, ohne dass man Gefahr läuft, zufällig einen „König der Gelben Karten“ zu erwischen.

Auch wenn der absolute König der Gelben Karten, zur Zeit als Trainer wieder in der Bundesliga mitmischt – als Trainer werden wohl keine Gelben Karten mehr dazukommen. Und Spieler, die sich dauerhaft nicht beherrschen, finden dann über kurz oder lang doch keine neue Anstellung mehr in der Bundesliga.

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Vakanz beim VfB Stuttgart bald gefüllt

Es hat gestern mächtig Zoff gegeben hinter den Kulissen. Es ist ja allgemein bekannt, dass aus Gründen der Kontinuität jeder Verein seinen eigenen Drehbuchschreiber hat. Der des VfB Stuttgart ist jedoch vor ungefähr drei Jahren bei einem Autounfall ums Leben gekommen und noch nicht neu besetzt worden. Seitdem werden die alten Drehbücher immer wieder recyclet, bis man jemanden gefunden hat, der für den VfB Stuttgart etwas schreibt. Allein, die Stelle scheint nicht allzu attraktiv zu sein, zu verfahren die Situation, in die sie der verstorbene Autor hineinschrieb, zu blass, was die Historie des Vereins angeht (die man übrigens nicht rückblickend schön oder gar interessant schreiben darf, das ist leider Prämisse).

Für eine Saison lang wurde das Recyclen in der Gilde der übrigen Drehbuchschreiber, die ja immer auf die Ideen und Storyverläufe des jeweiligen Gegners reagieren müssen, noch akzeptiert. Gestern aber platzte dem Schreiber des FC Bayern dann der Kragen: Immer dasselbe in Stuttgart, wenn sein Team vorbeikomme. Immer diese leichten Siege, immer das Dackelgesicht von Bobic oder einem anderen Sportmanager nach den Niederlagen des Hausherrn, immer diese einfachen Fehler in den Reihen der Stuttgarter, wenn es gegen die Bayern gehe: Wer solle das noch glauben?

Da müsse jetzt eine Lösung her, denn sonst würde sich kein Mensch mehr Spiele des VfB Stuttgart gegen den FC Bayern anschauen wollen, so vorhersagbar, wie es mit dem immer selben Drehbuch sei. Und nicht erst langfristig, sondern jetzt sei bereits der Zeitpunkt gekommen, an dem dieses Auftreten der Spieler der Schwaben die Existenzgrundlage auch der übrigen Drehbuchschreiber gefährde, mindestens aber das Weihnachtsgeld.

Er freue sich schon außerordentlich auf eine Begegnung mit dem Schreiber für Greuther Fürth, sagte der zuständige FC-Bayern-Autor, da habe man schließlich Stoff zum Anknüpfen und Weiterspinnen: Trapattoni, Vestenbergsgreuth, der den Ex-Bayerncoach Felix Magath verulkende Trainer Mike Büskens. Und außerdem seien da noch alle Handlungsstränge denkbar und würden auch plausibel wirken. Nicht immer diese leichten, völlig ungefährdeten, aber auch total langweiligen Siege wie in Stuttgart.

Geeinigt hat man sich dann gestern hinter den Kulissen darauf, dass spätestens ab Ende Mai die Stelle in Stuttgart mit einem neuen Drehbuchschreiber besetzt sein müsse. Wenn einer von Euch also Interesse haben sollte … es könnte allerdings sein, dass es zu dem Zeitpunkt nur noch ein Zweitligajob ist.

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Home | Startseite | e. V.

Nach dem damaligen Test auf Fremdsprachen der Webseiten der Bundesligavereine heute etwas für Zwischendurch:

Ein kurzer Check, welche Mottos und Botschaften die Klubs der 1. und 2. Liga auf ihren Webseiten anzeigen lassen, bringt Ernüchterndes zu Tage. In der ersten Liga ist es lediglich ein einziges Team, das überhaupt mehr mitteilen möchte als seinen eigenen Namen oder technischen Kram. Die Borussia aus München Gladbach. Immerhin ein weiterer Verein, der „Club“, möchte seine Leser dann wenigstens noch begrüßen.

Ansonsten dominiert die Vorgehensweise, allein den Namen des Vereins als Bezeichnung für die Startseite zu vergeben, wobei sich Puristen von jenen unterscheiden lassen, die noch ein „e. V.“ oder gar eine GmbH angefügt wissen wollen. Wichtig eigentlich nur für jene, die noch an der vollen Bezeichnung des FC Schalke 04 zweifeln.

Drei Klubs wollen zudem klarstellen, dass unter der jeweiligen Adresse nicht wie bei Twitter zur Zeit noch üblich lustige Streiche spielende Anonyme am Werk sind, sondern man tatsächlich auf der offiziellen Seite gelandet ist.

Am Ende bleibt die Gruppe an Webseiten, die gleich in medias technicologas res gehen und vermitteln, wo man sich auf der Seite gerade befindet und wo man sonst noch hingehen könnte.

1. Liga
Wir sind Borussia. Herzlich Willkommen. – Borussia Mönchengladbach
Willkommen – 1. FC Nürnberg
Offizielle Website des FSV Mainz 05
Werder Bremen – Die offizielle Homepage
Offizielle Website von Eintracht Frankfurt: Fußball in der 1. Bundesliga / Ein Verein, 16 Abteilungen
FC St. Pauli
FC Bayern München
Hannover 96
1. FC Kaiserslautern
1. FC Köln
Borussia Dortmund
VfB Stuttgart 1893 e.V.
FC Gelsenkirchen Schalke 04 e.V.
VfL Wolfsburg-Fußball GmbH: Startseite
Bayer 04 Leverkusen Fussball GmbH
HSV – News | Live-Ticker | Video | Fans | Offizielle Webseite des Hamburger Sport-Vereins: News
Home | SC Freiburg
Home >> achtzehn99.de

In der 2. Liga, klar, 2 ist ja auch doppelt so viel wie 1, verdoppelt sich mal eben die Zahl der Teams, die auf der Startseite gleich beim Namen der Seite auch noch eine Nachricht übermitteln möchten.

Erstaunlich, obwohl doch Dieter, der Bruder des Feindes des Internets, gerade mal ein paar Monate hinfort ist, erstaunlich aktuell dabei die Hertha aus Berlin, was aber auch dem durch einen unbekannten Gast an der Spree ausgelösten Rausch geschuldet sein könnte: Zählbarer Erfolg.

Nur leichte Anleihen bei Bill Shankly, dafür aber sehr kreativ, nimmt die Alemannia aus Aachen im Titel ihrer Webseite. Aachen liegt bekanntlich nicht weit von Holland entfernt, vielleicht war der Pate des Mottos dann doch eher der Herr mit den Gladiolen. Man wird es so nicht erfahren.

Einzig SpVgg Greuther Fürth mit seinem authentisch gebliebenen Trainer Buyo Buyo erdreistet sich übrigens, gegen den gesellschaftlichen Kodex im Lande der Bescheidenheit und Demut zu verstoßen: Da nennt der bis in alle Verdammnis Ewige Fünfte der 2. Liga doch mal eben seine Titelgewinne auf der Webseite direkt beim, nein, sogar noch vor dem Reinkommen. Dreist. Aber außergewöhnlich.

Ansonsten das selbe Bild wie in der 1. Liga, zwei Vereine halten noch den Hinweis darauf für nötig, dass man an dieser Stelle nun wirklich offiziell sei, die übrigen nennen nur ihren Namen, diesmal ausnahmslos ohne „e. V.“ oder „GmbH“ — hier tanzt nur der VfL Osnabrück aus der Reihe mit einer imposanten Konzentration aufs Wesentliche: „VfL“.

Dazu auch in der 2. Liga die Webseiten, die gleich mal Ernst machen mit dem Internet und mit Fachbegriffen wie „Landingpage“ oder „Startseite“ viele, viele unbescholtene Bürger, die diese Webseite zum ersten Mal aufsuchen, gleich wieder in die Flucht schlagen.

2. Liga
Hertha Mission erfüllt!
Alemannia Aachen | Auf Gedeih und Verderb
SpVgg Greuther Fürth – Deutscher Meister 1914, 1926 und 1929
Die offizielle Homepage des FC Energie Cottbus
DSC Arminia Bielefeld: Die offizielle Webseite
VfL Osnabrück: VfL
Karlsruher SC
TSV 1860 München
MSV Duisburg
FC Ingolstadt 04
FC Augsburg
VfL Bochum 1848
SC Paderborn 07
SC Rot-Weiß Oberhausen e.V. – Bundesliga Fußball in Oberhausen. Alles zur Saison, Jugend, Spielterminen, FanShop, Kartenvorverkauf
1. FC Union Berlin | Landingpage
Fortuna Düsseldorf 1895: Home
FSV Auswahlseite | FSV Frankfurt
FC Erzgebirge Aue | Startseite

Der Baade ist übrigens rund.

(Die 3. Liga ist, muss man leider feststellen, noch nicht so richtig als Profiliga im Bewusstsein angekommen. Vielleicht ist das eine oder andere Bewusstsein aber gerade auch nur zu faul.)

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