Warum heißt der Club „der Club“?

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Schon erstaunlich, dass man bereits x Jahrzehnte Fußball in Deutschland verfolgt und trotzdem einige derart offen ins Auge fallende Besonderheiten immer noch nicht geklärt sind. Wie die folgende zum Beispiel.

Man muss ja nicht immer nur Fragen beantworten hier, kann ja auch mal welche in die Runde werfen. Heute kam in einem Zwiegespräch die Frage auf, wieso der 1. FC Nürnberg eigentlich „der Club“ heißt, wenn es doch allerorten Sportvereine gibt, die die Bezeichnung „Club“ im Namen tragen.

Dass das nicht nur eine mit einigem Stolz durch die Fans verwendete Bezeichnung ist, „der Club“, also der einzige, der größte, der Club schlechthin zu sein, zeigt eine Aktion des Vereins, äh, des Clubs aus dem Jahr 2012, welche übrigens auch hier unbemerkt komplett vorüberging, weshalb sie hier auch Erwähnung finden soll. In der Vorbereitung auf die Saison 2012/13 fehlte dem 1. FC Nürnberg noch ein neuer Trikotsponsor. In der Phase, bis ein solcher gefunden wurde, ließ man seine Trikots aber nicht unbeflockt, sondern trat tatsächlich mit dem Schriftzug „Der Club“ auf den Trikots auf die Trainingsplätze. Nachzusehen hier oder hier, kein Fake, ehrlich nicht.

Offenbar bezeichnet sich also „der Club“ wirklich selbst als „der Club“. Doch woher kommt diese Eigenart? Verratet es mir.

8 Kommentare

  1. Ich kann die Frage leider nicht zufriedenstellend beantworten, wollte aber dennoch anmerken, dass beim 1. FC Magdeburg die gleiche Eigenart gepflegt wird.

  2. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts spielte der FCN innerhalb Bayerns relativ dominant weswegen er dort nur noch als „Der Club“ bezeichnet wurde. Dass sich der Name in ganz Deutschland etabliert hat, liegt sicherlich an der großen/führenden Rolle, die Nürnberg nach dem ersten Weltkrieg im deutschen Fußball spielte. Da der Glubb nie wirklich von der Bildfläche verschwand, vermute ich, dass sich der Name einfach aus diesen Tagen bis heute gehalten hat.

  3. Tatsächlich, Stadioncheck?

    Gut, Osten, ist für mich leider (ernst gemeint) im Fußball eh immer noch „here be dragons“.

  4. @Stadioncheck: Beim Chemnitzer FC übrigens auch. In beiden Fällen ist das über die Region hinaus wohl aber eher unbekannt.

  5. Tatsächlich. Und die Fans nennen sich „Clubber“. Sofern die Gruppe, mit der ich mal ins Gespräch kam, repräsentativ ist.

  6. @felix: Danke. Chemnitz war mir neu.

  7. Bei der Gelegenheit: Wo kommt denn ‚Der Glubb is a Depp‘ her?

  8. Den 1. FC Lokomotive Leipzig nannte man auch gerne Club. „Der Club spielt am Samstag gegen Stahl Riesa im Plache. Kommst Du mit?“ So einst ein Schulkumpel zu mir, der eingefleischter Clubfan war. Andere Begriffe waren Lok, die Loksche. Die Zeitungen wie Leipziger Volkszeitung schrieben auch schon mal gerne von den Probstheidaern. Das Bruno-Plache Stadion lag in Probstheida. Das Pendant in der Stadt war die BSG Chemie Leipzig. Sie spielten in Leutzsch im Georg-Schwarz Sportpark in der Nähe vom Auensee. Die Chemiker, die BSG, Leutzscher etc. Derbys fanden, wenn beide in der DDR Oberliga gemeinsam waren, im Leipziger Zentralstadion statt. Dem Stadion der Hunderttausend. Dem Vorläufer der jetzigen um über 50.000 Plätze kleineren Spielstätte von RB Leipzig.

    Die Sympathien für den Club und die BSG verteilten sich und zogen teilweise Trennlinien in Familien. Mein Onkel und der Opa waren bei jedem Chemie Spiel dabei. Ihre Fußballanalysen nach den Spielen waren legendär. Meine Mutter und Vater drückten hingegen fest dem Club die Daumen.



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