Wer nicht meint, der — schlief wohl schon

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Die Fraktionen sind mal wieder unterschiedlicher Auffassungen, wie das so ihr Naturell ist.

Lieber einen authentischen, auch mal polemischen Klopp als immer nur die weich gespülten leeren Antworten im Profifußball, auf der einen Seite. Dass er die Frage mit anderem Naturell, einem Tick mehr Souveränität beispielsweise, auch problemlos liegen lassen, im Sinne von dran vorbeigehen und normal antworten könnte, auf der anderen Seite.

Beides mag zutreffen, es stammt aber Beides aus des Fußballfans in dieser Epoche zweitliebsten Kind, nach dem Aufzählen der Prozentzahl der versuchten, aber angekommenen Fehlpässe: der Küchenpsychologie. Wichtiger war an der Angelegenheit, dass man, so wie mittlerweile schon fast im Rhythmus englischer Wochen, mal wieder so richtig eine Meinung haben durfte.

Denn Rummeinen erhöht schließlich den Rummeinenden, mindestens in den Abend, und ist der eigentliche Zweck allen Drumherums des Fußballschauens. Beste Unterhaltung. Und man meint dazu fast, ein nassforscher Fragensteller habe etwas zu deutlich gegrinst, um diesen Unterhaltungsfaktor noch verneinen zu können. Die Rummeinenden hat das aber nicht gestört, es wurde ausgiebig rumgemeint. Ein schöner, runder Fußballabend also.

Aufmerksame Beobachter hatten ohnehin schon dunkel geahnt, dass es nur ums Meinen gehen würde, und nicht ums Spiel. Oliver Kahn war schließlich auch eingeladen. Was aber auch nur eine Meinung ist.

3 Kommentare

  1. MEINUNG ist heutzutage an Überflüssigkeit (Achtung, gleich gibt es ein Sinnbild!) kaum noch zu übertreffen und damit fast so unnütz wie der quellende Schaum (hier ist es!) kochender Milch. Klopp ist aber eher (kochende!) Milch denn Schaum und damit durchaus noch verwendbar. Gute Nacht.

  2. Mich hat in der Betrachtung der Meinungen über die Kloppschen Meinungsäußerungen gewundert, dass man widerspruchslos einem authentischen Klopp/Tuchel/Streich die vermeintlich weichgespülten, stanzenabsondernden Anpasser gegenüberstellen kann.

    Als wären Typen wie Hitzfeld, Heynckes, Favre oder Keller ferngesteuerte, unglaubwürdige Textableser, denen es nur darum geht, möglichst wenig anzuecken.

    Mein ich ja nur. ;-)

  3. Mit deutlich mehr Tiefe und mehr Diskussion im Begleitschreiben etwas zum selben Thema.



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