Adiós, elendige Schweinebälle

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Vielleicht fällt es gar nicht mehr auf, umso herausstechender war es dann am Samstag: Die deutsche Nationalmannschaft spielt keine Schweinebälle mehr. Das sollte zwar selbstverständlich auf diesem Niveau sein, war es aber lange Jahre nicht.

Es war Mitte der zweiten Halbzeit, als einer der weiß Gewandeten den Ball lang, plan- und ziellos die Linie entlang drosch, in der guten Hoffnung, er würde schon einen Abnehmer finden. Fand er natürlich nicht, wie es bei Schweinebällen nun mal der Fall ist.

Dass diese Szene so auffällig anders ist, dass wir ansonsten quasi überhaupt keine Schweinebälle mehr im meist gut durchdachten und — auch das Wörtchen Rumpelfüßer kann man jetzt mit einem „adé“ versehen — fast immer ballsicheren Spiel der Nationalmannschaft sehen, ist eine wahre Freude. Es wirkte tatsächlich so, als ploppte die Wahrnehmung dieser Spielszene aus den übrigen Spielszenen heraus. Man kennt dieses Phänomen: man blickt auf eine DIN-A-4-Seite voller Buchstaben, darunter nur eine einzige Zahl. Das Hirn erkennt die Andersartigkeit dieses Reizes ohne jeglichen aktiven Aufwand. 90 Minuten voller kurzer, zielgerichteter Pässe und ein Moment des Anachronismus, da gehen selbst beim Laienhirn die Alarmsirenen automatisch an.

Darf man in diesem bemerkenswerten Moment als langjähriger Leidender einfach mal ein wenig glücklich sein und genießen, wie ansehnlich dieser Fußball geworden ist?

Ja, darf man.

Nein, Schweineball ist nicht gemeint. Schweinebälle.

3 Kommentare

  1. und weil das so ist, gibt es jetzt für uns auch wieder „Kleine“, obwohl uns Rudi weißmachen wollte, dass es keine Kleinen mehr gibt

  2. Hach geil…. ich liebe es wenn Du so geile Sachen schreibst. Da muss ich an Deinen Pimmel denken.. wie er funktioniert in Deiner Kemenate. Erst ficken, dann Beiträge schreiben. Es ist herrlich…. und dann auch noch Rudi Völler. Wie erbärmlich. Rudi Völler hat uns gebremst wie ein Megabremsklotz. Vielleicht war seine größte Leistung, den Weg für Jürgen Klinsmann zu ebnen.

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