Another year over

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… und noch hat lange kein neues begonnen. Dieses Jahr, diese Saison ist dennoch gestern zu ihrem Ende gekommen, was selbstredend alle übrigen beteiligten Teams gänzlich anders sehen, wenigstens um die paar Euro Fernsehgelder je nach Platzierung geht es noch. Und natürlich darum, seine Fans zu versöhnen, begeistern oder erleichtern. Ohne all das keine Kohle im Säckel und dann auch keinen Spaß auf dem Platz, Ausnahmen davon bestätigen die Regel und sind jetzt nicht das Thema. An ihrem Ende ist die Saison allerdings angekommen, denn am Ende des Tages wollen alle eines: das Spiel und damit die Liga gewinnen.

Another year over, so wie immer, business as usual, der FC Bayern wird Meister, another year over, und wieder kaum einen Menschen glücklich gemacht, obwohl der Fußball das doch so toll könnte. Jubelverbote, weil die Champions League hersoll, außer für Matthias Sammer, der braucht kein Jubelverbot, geht auch so zum Lachen in die Kabine (falls überhaupt) und für das Gros der Bayernsympathisanten kehrt nach einem annus horribilis 2012 wieder Seelenfrieden ein, während alle übrigen Menschen ein Jahr älter geworden sind, und wieder eine Gelegenheit verstreichen lassen mussten, ihre favorisierte Alternative die Meisterschaft gewinnen zu sehen.

Es fühlt sich wirklich surreal an, bei draußen -5°C einen solchen Abschied von der Meisterschaftsentscheidung im Deutschen Fußball zu formulieren. Und dann fällt wieder auf, wie einzigartig dieser Fernglas-Titel in allen möglichen Ausprägungen ist, auch wenn der BVB selbst im Heimspiel noch die Möglichkeit besitzt, den Bayern einige avisierte Rekorde zunichte zu machen.

Wenigstens das bot diese Saison: Futter für die Fetischisten unter den Fußballfans, und da bleibt noch ein Fünkchen Restspannung, ob die Siegesserie auf 12 Spiele ausgebaut wird, ob die perfekte Rückrunde gelingt, der neue Gegentor-Minusrekord aufgestellt und so weiter. Deshalb soll man diese Partien noch spielen, wahrscheinlich gelingt auch das den Bayern der Saison 2013 perfekt.

Beschweren kann man sich also nicht, zumal es sich ja schon seit Monaten ankündigte. Anders als im Slapstick, wo man gerade deshalb lacht, weil man das Ereignis kommen sah, scheint das mit der Freude aber auf diese Weise nicht zu funktionieren. Meisterschaft wieder heimgeholt, Mund abgewischt und ein paar Grimassen bei Twitter eingestellt. Mehr war da nicht. So funktioniert die große Show eigentlich nicht.

Kein Bashing des vermeintlichen Nichtfreuenkönnens: Wenn man höhere Ziele hat, ist das zumindest im Sinne des Erfinders, jetzt nicht weißbiergedauerduscht den Spielbetrieb einzustellen. Eine neue Ära wollen wir aber nicht darin begründet sehen. Einmal in einer, in dieser perfekten Saison alles absahnen, schön und gut. Spätestens im September dieses Jahres, welches nun so fußball-spannungslos dahintreibt, sollte Guardiola allerdings erfahren haben, was es bedeutet, einen Vertrag beim FC Hollywood unterzeichnet zu haben.

Anderenfalls könnte man auf die Idee kommen, umzuschalten.

Ein Kommentar

  1. Es ist doch so: endlich vorbei! Titel vergeben, fertig. Weiß nicht wie es euch da draußen geht, aber ein Meister-Titel für die Bayern fühlt sich immer wie eine viel zu oft gegessene Speise an.



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