Burrda ist kein Paradiesvogel

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Burrda — das ist kein Tippfehler beim Versuch, ein deutsches Verlagshaus in die Tastatur zu „hacken“, wie man im Mittelhochdeutschen sagte. Burrda ist ein Sportartikelhersteller oder zumindest ein Verkäufer von solchen. Eine Weltmeisterschaft im Fußball ist ja trotz der Vorherrschaft der „Big Zweieinhalb“ auch immer ein Tummelplatz für einige, oft spannende Exoten. Mehr jedenfalls als eine Europameisterschaft. Man erinnert sich gerne an das Rätselraten vor der letzten WM 2010 in Südafrika, wer denn nun überhaupt die Trikots, Hosen und Stutzen, nicht zu vergessen „Trainingsanzüge“, wie man im Frühmitteldeutschen sagte, für die Volksrepublik Nordkorea stellen würde. Am Ende ging zumindest das Gerücht umher, dass niemand der Ausrüster von Nordkorea sei und die dortigen Verantwortlichen die Trikots, Hosen und so weiter einfach bei einem kleinen Anbieter im Internet bestellt hätten. Ob das ein „Hoax“ (spätes Nordtiefenglisch) war oder der Wahrheit entsprach, ist dem Gedächtnis nicht mehr zu entnehmen, soll aber ohnehin hier nicht das Thema sein.

Sondern: Burrda.

Besser: Burrdasports, wie sie sich wohl komplett nennen. Wer es nicht kennt: das Logo findet sich hier. Dieser Ausrüster ist tatsächlich Ausrüster eines der WM-Teilnehmer, allerdings keines Exoten, oder nur dann, wenn man das Etikett eines „Geheimfavoriten“ als exotisch empfindet. Burrda ist der Ausrüster der Nationalmannschaft von Belgien. Und das bereits seit dem Jahr 2010.

Toll!, denkt sich da der Liebhaber, endlich mal etwas Anderes als einer der „Big Zweieinhalb“ und dann auch noch bei einem Land mitten in Europa. Weitere Exoten bei der kommenden WM 2014 umfassen übrigens die Hersteller Lotto (Costa Rica), Marathon (Ecuador) oder das hier zwar bekannte, aber sehr selten bei einer WM vertretene Uhlsport (Iran). Doch Burrda, das kennt man selbst als Freund der Exotik bei Ausrüstern nicht.

Bei genauem Hinsehen verfliegt die Freude über so viel Exotik in Belgien aber recht schnell. Exotik, über die man sich ja nicht um der reinen Exotik willen freut, sondern aus Gründen der Abwechslung und der Vielfalt heraus, die das Duopol (plus ein halbes) der Ausrüster im großen Fußball durchbricht.

Die Freude verfliegt, denn Burrda ist nur ein weiteres Kapitel des Eindringens katarischer Akteure in den Weltfußball. Der Hauptsitz von Burrda befindet sich zwar in der Schweiz in Genf. Gründer und Betreiber sind aber laut einem auch ansonsten sehr lesenswerten Text über die FIFA-Machenschaften in der NZZ Kataris:

Katar bezahlt auch Laurent Platini, den Sohn, den früheren PSG-Anwalt, der heute CEO der katarischen Sportartikel-Kette Burrda ist.

Belgien also in Klamotten aus Katar, wohl eher nicht von den Scheichs selbst zusammengestrickt.

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