Der Glanz der Anderen

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Angesichts des Wechsels von „Wortspiel“ Guardiola begeht so mancher wieder den Fehler, diese Entscheidung als Plus für die gesamte Bundesliga zu verkaufen. Tatsächlich ist es ein Ausdruck neuer Attraktivität des Zieles Bayern München, nicht aber eine Wertschätzung für den FC Augsburg, Fortuna Düsseldorf oder Mainz 05, wenn ein Startrainer sich für einen der fünf besten Clubs der Welt entscheidet, der noch dazu Zahlen als Jahresgehalt seines Trainers aufrufen kann, mit denen andere Teams beinahe ihren kompletten Jahresetat bestreiten.

Einher geht dieser Vorgang mit der von einer gewissen Arroganz geprägten Annahme, dass man sich als Fußballfan in Deutschland über diese Verpflichtung freuen solle. Auch wenn der FC Bayern die relative Mehrheit an Fans im Land besitzt: Von der absoluten Mehrheit ist er weit entfernt.

So verkennt man wieder und wieder, dass ein Konkurrent des FC Bayern sich nicht darüber freut, wenn dieser sich weiter verstärkt. Aus welchem Grund sollte er das tun? Weniger hoch gehandelte Trainer als Nachfolger von Heynckes wären auf deutlich mehr Gegenliebe gestoßen als ausgerechnet der weltweit begehrteste Kandidat.

Die Attraktivität der Bundesliga definiert sich für viele, nicht alle, aber einen erklecklichen Anteil der Zuschauer über den Erfolg des eigenen Clubs, nicht über Starnamen in der gegnerischen Truppe. Einzig gegen solche zu gewinnen macht die Angelegenheit reizvoller als vorher. Genau diesen zusätzlichen Anreiz hätte aber wohl kein Fan in Deutschland für Partien gegen den FC Bayern benötigt.

Fünfjahreswertung, Glanz- und Strahlkraft des deutschen Fußballs: Für einen neutralen Beobachter ist das alles begrüßenswert. Und eine dadurch verursachte Sogwirkung auf andere ausländische Stars sei unbestritten. Dem Bremer, Frankfurter oder Stuttgarter Vereinsfan kann es allerdings vollkommen gleich sein, was für eine Startruppe man sich in welchem anderen Club zusammenstellt.

Es war der Betreiber des Königsblogs, welcher beim Wechsel Ruud van Nistelrooys zum HSV offen in die Runde fragte (in einem Podcast, deshalb nicht verlinkt), wieso er als Schalke-Fan sich über eine Verstärkung eines Gegners freuen solle. Und dass er das nicht tun kann, daran hat sich auch im Falle von „Wortspiel“ Guardiola nichts geändert.

Man erinnere sich daran, wie Louis van Gaal vor dem Champions-League-Endspiel 2010 in großen Lettern auf dem Titelbild der Zeitung mit den wenigen Lettern im Namen postulierte, dass nun ganz Deutschland dem FC Bayern die Daumen drücken möge — man spiele dort für das ganze Land.

Weit gefehlt, Louis, und jede weitere Äußerung in diese Kerbe ist nur ein neues Indiz der Arroganz, eigene Erfolge gleich für Fußballdeutschland zu reklamieren. Jenes aber wünscht sich größtenteils nichts mehr, als dass der finanziell in einer ganz eigenen Liga spielende Krösus aus dem Süden endlich nicht mehr die besten Spieler und Trainer der Welt kauft. Sondern Platz macht für andere, auf dass diese Deutscher Meister werden können.

Ein Gewinn für die Auflage- und Klickzahlen der Medien, schön auch für den Glamourfaktor des Premiumprodukts Bundesliga. Für alle Fans anderer Clubs stellt Guardiolas Engagement in der Bundesliga aber keinen Mehrwert dar, sondern schlicht ein neues Kapitel aus dem langen Buch: Mit ungleichen Waffen ins Duell gehen müssen.

30 Kommentare

  1. Na gut… das ist jetzt aber schon eine sehr engstirnige und kurzfristige Sichtweise. Mehr Qualität in der Liga, durch Pep bei den Bayern oder VdV beim HSV, sorgt doch gleichzeitig für mehr Aufmerksamkeit und Interesse im Aus- und Inland (aber vor allem im Ausland). Ein höheres Interesse im In- und Ausland sorgt für mehr Werbe- und TV-Gelder für die gesamte Liga, und damit für jeden einzelnen Club in der Bundesliga. Es profitieren also alle! Natürlich ändert das erstmal nichts daran, dass es dann kommenden Samstag schwerer wird für meinen Club. Man ärgert sich dann natürlich doppelt, wenn ausgerechnet die tolle Verstärkung des Gegners auch noch ein Tor gegen die eigene Mannschaft erzielt, aber langfristig profitiert die Liga als Ganzes von solchen Aktionen.
    Und den Bayern international die Daumen zu drücken ist doch gerade für Vereine wie Freiburg oder Mainz interessant. Durch die internationalen Erfolge haben wir einen weiteren Startplatz für die Champions-League erhalten. Bereits als 6ter (oder mit Glück schon als 7ter) ist der internationale Wettbewerb jetzt drin. Und Freiburg oder Mainz ist es dann doch wesentlich wahrscheinlicher 6ter oder 7ter zu werden, als 4ter oder 5ter.

  2. Eben. Aber nicht nur das, auch im Ergebnis kann Guardiola eigentlich kaum noch irgendwas „noch gefährlicher“ oder den FC Bayern „noch besser“ machen.

    Mit Van Gaal hat München das Double gewonnen und das CL-Finale erreicht. Mit dem Langeweiler Heynckes hat man das CL-Finale auf unglaublich unglückliche Weise verloren. Möglicherweise gewinnen sie es mit dem gleichen Langeweiler in dieser Saison. Ob mit Bumm-Bumm, Peng-Peng oder Tiki-Taka sollte doch eigentlich wurscht sein, denke ich.

  3. Ich stehe gerade und applaudiere.

  4. Ich als in Deutschland relativ neutraler Zuschauer (mit einer leichten Abneigung gegen Dortmund) finds super! Aber auch nicht überraschend. Schon zwei wochen nach seinem Vertragsende bei Barca haben einige Medien schon verlauten lassen, dass Pep in den USA (unter anderem) deutsch lernt. Die Marke Bundesliga wird von diesem Coup profitieren und das wird (so er denn Erfolg hat) langfristig auch den kleineren Clubs helfen.

  5. Danke Trainer!
    Bezüglich „Strahlkraft“:
    Ich schaue mir,je nach Paarung, sehr gerne auch Spiele anderer(ausländischer) Ligen an.
    Wegen eines bestimmten Trainers an der Seitenlinie aber sicher noch keines. Mag für den Einen oder Anderen 1-2 mal interessant sein, auf Dauer wird auch ein „Wortspiel“ nicht plötzlich neue Märkte erobern.

    Zuschauer aus dem Ausland möchten tolle Fußballer sehen, denke ich.
    Aber solange doch eher mediokre Kicker wie Kroos und Schweinsteiger im MF „wirbeln“ lockt das langfristig keinen Zuschauer mehr vor die Mattscheibe.

    Ich als Stuttgart-Fan hab schon gar nichts davon wenn der FCB international mehr Beachtung erfährt.
    Außer vlt. ein paar illegale Streams mehr…

  6. Danke. Besonders diese Kunden-Einstellung zum Europapokal hab ich nie verstanden. Ich fand es schon immer leicht schizophren, dass ich im Europapokal einem Verein plötzlich die Daumen drücken soll, dem ich im Liga-Betrieb regelmäßig alles Mögliche wünsche, nur keine Siege. Aber es wurde ja hier schon einleuchtend erklärt: die „Marke“ Bundesliga soll profitieren, damit mein Verein sich irgendwann mal als Bundesliga-Neunter sportlich für die Europa League qualifizieren kann. Ich nenne das zwar eine sportliche Abwertung des Wettbewerbs, aber immerhin stimmt dann die Kasse, und auf mehr kommt es bei einem Produkt auch nicht an.
    Fazit: ich werde auch weiterhin bestimmten deutschen Vereinen im Europapokal gerne alles Schlechte wünschen wie ich es in der Bundesliga tue. Und sollte sich mein Verein mal aus Versehen als Neunter für die Europa League qualifizieren, werde ich wissen, dass dies sportlich ein besserer Witz wäre. Die Daumen drücken würde ich natürlich trotzdem, schließlich hört ja bei der UEFA eh keiner auf mich. Konservativ und nicht visionsfähig. Also ich.
    Ach ja – Guardiola: na und? Allein die Tatsache, dass seine Verpflichtung ein Hauptthema in der tagesschau (!) war, zeigt mir, dass er nur ein weiteres Püppchen in der Muppetshow Bundesliga ist. Und wir werden auch weiterhin nur an den Tagen was gegen Bayern reißen können, an denen die zufällig mal nicht ganz so viel Bock haben. So what?

  7. Natürlich freuen sich Fans von anderen Vereinen nicht über die Verpflichtung von Stars bei anderen Vereinen. Warum auch?

    Und ob Guardiola überhaupt eine Verstärkung des sowieso schon starken FC Bayern ist, dass muss die Zeit zeigen.
    Bisher hat Pep „nur“ bei Barca gearbeitet und deren System verinnerlicht, ob er sich anpassen kann oder den Verein Bayern München anpassen kann, wird abzuwarten sein.

    Allerdings zeigt diese Verpflichtung doch, das die Bundesliga auch auf allerhöchstem Niveau interessant ist um dort zu arbeiten, ob da irgendwann sich mal bis runter zu Fürth, Augsburg und Co durchschlagen wird? Schaun mer mal.

  8. Bei uns sorgte Pep Guardiolas Trainerzusage für Begeisterung und bei unserem BVB-Fan überwog die Freude über die Attraktivität der Bundesliga. Trotzdem muss ich Trainer Baade beipflichten: Der FC Bayern ist nicht die Bundesliga.

  9. Mal weiter gesponnen: Ich mag den FC Bayern nicht. Und auch viele seiner Spieler nicht.
    Warum soll ich diesen Spielern jetzt zujubeln, weil sie das Trikot der N11 überziehen?

  10. Pingback: Die Blog- & Presseschau für Freitag, den 18.01.2013 | Fokus Fussball

  11. Wortspiel, da hab ich was: Tod oder Guardiola, war doch klar, was kommt. Wollt ich nur kurz erwähnen. Bauern Lynchen halt.
    Nur gut, dass das Buchkapitel erst noch geschrieben werden muß und man stelle sich die Erwartungshaltung mal vor, gewännen die am Ende dieser Saison einfach mal alle 3 möglichen Titel…

  12. Ja, schon richtig. die Bayern muss ich deswegen nun nicht lieben – aber eine gute Sache in Sinne von Coup, Überraschung usw. ist es schon. Von daher, Chappeaux (Spelling?) für die Bayern.

    Aber es steht auch schon Popcorn hinten in der Ecke, wenn das Alphatierrudel Mitte nächster Hirnrunde wieder Fracksausen bekommt, nach Führungsspielern! Führungsspielern! und Waldläufen ruft, weil es auf dem Platz nicht läuft und Bild die Klingen wetzt.

    Also eine Win-Win-Situation. Bringt allen einen Pusch, und die freudigen Zuschauer bekommen so oder so ein Spektakel.

  13. Vielleicht liegt’s an der Diskrepanz, die wegen besagter ungleicher Waffen längst entstanden ist, daran, dass „mein“ Verein ziemlich weit weg ist von dem Wettbewerb, den der FC Bayern und Borussia Dortmund unter erfreulicher Mitwirkung von Bayer Leverkusen unter sich ausspielen, vermutlich aber nicht. Ja, ich freue mich sehr, dass Nuri Sahin wieder in der Bundesliga spielt, so er denn spielt. Weil er ein großartiger Fußballspieler ist, dem ich gerne zusehe. Ich hoffe sehr, das Robert Lewandowski auch weiterhin in deutschen Stadien seiner Arbeit nachgeht, auch wenn er mir in den Spielen gegen den VfB den Schweiß auf die Stirn und möglicherweise gar Schimpfworte auf die Zunge treiben wird. Und ich finde es großartig, dass Josep Guardiola künftig den FC Bayern trainieren wird, auch wenn der in meinen Augen immer viel mehr Madrid als Barcelona war (und ist). Weil ich glaube, dass er dem Fußball in der Bundesliga gut tun wird, vielleicht auch der Nationalmannschaft. Ganz nebenbei erfreue ich mich auch am Spiel von Hiroshi Kiyotake oder Sebastian Rode, bin froh, dass Thomas Tuchel vor Jahren so unvermittelt in der Bundesliga aufgetaucht ist (auch wenn ich ihn manchmal furchtbar finde), und hoffe, dass Marko Arnautovic noch lange in der Bundesliga spielt. (Am liebsten in Stuttgart, gewiss, aber viel lieber in Bremen als in Mailand, London oder Wien.)

    Letztlich bin ich, da gibt es kein Vertun, nicht nur, aber auch und in hohem Maße, Fan des Premiumprodukts Bundesliga.

  14. …also ich hab mich gefreut, als das mit Klinsmann nicht geklappt hat. Ich hab mich gefreut als Louis van Gaal gescheitert ist. Und ich werde mich freuen, falls das mit dem neuen Kollegen auch nichts wird. Soviel steht fest! lg sp

  15. das ist ein zweischneidiges Schwert, Trainer.

  16. Das kann ich mal nicht unterschreiben. Ich bin wahrlich kein Bayernfan, eher genau das Gegenteil. Über die Verpflichtung freue ich mich trotzdem. Weil es der Bundesliga durchaus gut tut, eine Kampfansage an die Premier League ist und namhafte Spieler nach Deutschland bringen dürfte. Auch wenn sie gegen mein Team zaubern und uns abschießen, so erfreue ich mich als Fußballfan einfach an schönen Aktionen und tollen Spielen.

    Guardiola kann den FC Bayern in seiner Art zu spielen voran bringen und damit – wenn man den Anteil an Nationalspielern berücksichtigt – auch den deutschen Fußball.

    Aber vielleicht liegt es auch an meinem Verein, dass ich mich über den „Coup“ freue. Schließlich ist der EffZeh aktuell weit vom FCB entfernt und ich kann die Bundesliga wirklich als neutraler Fußballfan verfolgen…

  17. Genau das ist der Denkfehler, elnino545. Wenn es mehr Geld gibt, dieses aber weiterhin nach Tabellenplatzierung verteilt wird (sowie Erfolgen im Europapokal), dann verschlechtert sich die Situation insgesamt. Denn dann vergrößert sich der Abstand zwischen vermögenden und weniger vermögenden Clubs noch mehr. Infolgedessen werden die sportlichen Verhältnisse zementiert und die Bundesliga wird langweiliger.

  18. Nö Trainer, ausnahmsweise hast Du diesmal nicht Recht.

    Wenn der begehrteste Fußballehrer der Welt in der Bundesliga anheuert, hat dies ein Strahlkraft, welche das Gesamtprodukt veredelt.
    So wie heute die englische PL als Maß aller Dinge gilt, könnte dies in nicht allzu ferner Zukunft die Bundesliga seien.
    Beispiel: Von einem mäßig talentiertem Spieler wie Robert Huth wird mit Achtung gesprochen, weil er Stammspieler in der EPL ist; daß das nur Stoke ist, die einem grauslichen Fußball spielen, wird komplett ausgeblendet, es ist ja die EPL.

    Diesen Effekt mag man bedauern, er ist aber vorhanden. Und er hilft auch einem HSV, einem Mainz 05 und jedem anderen Bundesligaclub.

  19. Du redest über etwas Anderes als ich.

    Ich spreche von den Erfolgschancen der übrigen Bundesliga-Teams. Du davon, ob Akteure aus dem Ausland die Bundesliga attraktiv finden und hierhin wechseln.

    Das „Gesamtprodukt veredelt“ stimmt ja zudem auch nur so lange, wie man keine Fernglas-Verhältnisse hat. Wann gab es den letzten Meister in Spanien, der nicht Real oder Batzelona hieß? (Eine rhetorische Frage zwar, aber 2004. Also fast 10 Jahre her. Wer kann so etwas ernsthaft attraktiv finden?)

  20. Als Schalke Fan bedauere ich diese Verpflichtung, jedoch bin ich stets bemüht, mir auch eine objektive Fußball-Fan Ansicht zu bewahren und diese freut sich darüber.
    Die Anstellung kann viel Unterhaltung bedeuten, egal ob auf dem Rasen, wenn Bayern fußballerisch glänzt oder halt auch versagt. Oder auf der Bank: wenn Pep alles richtig macht oder eben auch merkt, dass der Fußball in Deutschland anders funktioniert.

  21. Trainer, ich möchte bestimmt keine spanischen oder auch englische Verhältnisse in der Bundesliga.
    Die Gründe aber, die z.B. den HSV oder S04 heute davon abhalten, den Bayern langfristig Paroli zu bieten, sind hausgemachte in den jeweiligen Clubs.
    Der HSV wird seit Jahrzehnten katastrophal mies geführt, sorry anwesende HSV-Fans, und nur dies hat bisher verhindert, daß der HSV auf Augenhöhe mit den Bayern agiert und nicht etwa die finsteren Machenschaften SauronsUli Höness‘, der sich erdreistet, Trainer mit Strahlkraft zu engagieren.
    Auf S04 möchte ich jetzt nicht weiter eingehen, da ich in diesem Falle emotional zu sehr „anti“-behaftet bin.

  22. Wer ist denn „Konkurrent“ von Bayern? Es war immer mal wieder einer da, momentan gerade der BVB. 14-15 Vereine der 1. Bundesliga sind nicht mal annähernd Konkurrenten, tausende Vereine darunter auch nicht. Wenn „mein“ Verein in der 2. Liga spielt, sehe ich mir trotzdem die Sportschau, die Championsleague und in der K.O.-Phase auch die Euroleague an.

    Ist es wirklich so erstaunlich, dass man dann gerne deutsche Erfolge sieht, obwohl einem sonst die Vereine halbwegs egal sind oder man sich sogar schaden über Niederlagen im Ligaalltag freut? Ist es wirklich so erstaunlich, dass man in der Sportschau gerne spektakuläre Offensivaktionen von z.B. Ribery sieht, obwohl das nicht gut für einen Konkurrenten ist, dem man sogar mehr die Meisterschaft gönnt?

    Ich denke, die „absolute Mehrheit“ freut sich über Qualität in der Bundesliga, auch wenn das alle zwei-drei Jahre einen kompletten Durchmarsch der Bayern in der Liga zur Folge hat.

  23. Bei der Kritik an der sich rapide ausbreitenden Marketing-Haltung bin ich voll bei dir. Ebenso, wenn es darum geht, das wohlwollende (s.a. Bayern-Familie, s.a. Patriarchat, s.a. Zucker in den Arsch) Tyrannentum der Bayern-Funktionäre als solches zu bezeichnen: Tyrannen (ver-)teilen Almosen, aber nicht die Macht.
    Gerade wenn man sich die angesprochene Murkserei andernorts anschaut, verdient die Professionalität, mit der Hoeneß und Co. ihren Wettbewerbsvorteil verwalten und zementieren, mitunter Respekt, was nicht das selbe ist wie Beifall. Die Selbstgefälligkeit und Rücksichtslosigkeit, mit der die gleiche Professionalität alles dem eigenen Erfolg unterordnet, wird hoffentlich auch in Zukunft Kritik motivieren.
    Immerhin muss dieses Mal kein direkter Liga-Konkurrent dafür bluten und sich zur neuen Saison neu einkleiden. Wobei das natürlich schlicht davon zeugt, dass die BuLi im Münchner Selbstverständnis keine direkten Konkurrenten hergibt (bzw. der einzige Konkurrent nicht seinen Trainer) und der große FC Hollywood nunmehr vornehmlich international herausgefordert wird. Das wiederum wäre ein McWurst ins Gesicht all jener, die jetzt von gesteigerter Attraktivität des Gesamtprodukts und vom Gewinn für die ganze Liga schwärmen. Wenn man jetzt noch berücksichtigt, welcher Verein diese Saison die alte Bayern-Strategie der Schwächung durch Abwerbung führenden Personals durchzieht, erscheinen derartige Glanz- und Glamour-Argumente um so fadenscheiniger.

  24. Je nun, mein Kommentar trägt die Rückennummer 26 …

  25. Grundsätzlich hat der Trainer recht. Königstransfers können mich nur bei meinem eigenen Klub begeistern. Und ich konnte bei legendären Bayern-Niederlagen im EC (Wien ‚87, Barcelona ‚99, Dahoam ‚12) eine „klammheimliche Freude“ nicht verhehlen.
    Allerdings würde ich auch erst mal gelassen bleiben, was der Trainer-Messias so bringt. Wäre nicht der erste Hype, der sich zur Blase entwickelt.

  26. Die Entwicklung der Bundesliga in den letzten Jahren verdient Anerkennung und Beachtung,welches aber nicht verdienst Einzelnen Vereinen ist,sondern vielmehr der gesamten Vereinen. Denn,was wäre die Bundesliga,wenn nur ein Bayern oder Dortmund ein tolles und volles Stadion hätten?Eben.

    Doch mittlerweile muss man sich die Frage stellen,wo geht diese Entwicklung hin?
    Die Schere zwischen den Vereinen wird von Jahr zu Jahr grösser,was zu folge hätte,dass die Bundesliga langweiliger wird. Pep hin oder her.

    Aber es ist schon erstaunlich,wie gewisse Vereinen meinen,egal aus welchem Land sie auch kommen,sie würden den Fussball repräsentieren.
    Fussball besteht nunmal nicht nur aus Bayern,Barca,Madrid und Mailand,sondern vor allem vom „Rest“.
    Und wenn man diesem „Rest“ weiter zu zeigen gibt,dass es absolut nichts mehr zu holen gibt,dann ist eine Langeweile Periode vorprogrammiert.
    Salut

  27. Letzendlich schießt ein Trainer weder Tore noch verhindert er welche und die Bayern könnte jeder trainieren. Insofern kann es mir persönlich egal sein, wer da an der Linie steht. Dass es künftig ein A-Promi ist, freut mich für das „Produkt Bundesliga“, das ich gerne konsumiere.

  28. Mich interessiert es einen Kehricht, ob die Bundesliga Strahlkraft besitzt, oder Meldungen wie „265 Fernsehsender aus der ganzen Welt zeigen dieses Spiel live“, und es ist zwar nett wenn sich Leute wie Raul oder van Nistelrooy am Karriereende noch ein paar Mark anholen (und das nicht in China oder USA), aber nichts von alledem wird ändern, dass die Bundesliga „meine“ Liga bleibt (solang mein Verein nicht absteigt, dann wird es halt die 2. Liga). Und ein Guardiola, van der Vaart machen da gar nichts aus. Dafür gibt es zuviele Ginters, Ochs oder Baumgartlingers in der Liga. Die einzigen die vom Trainercoup profitieren sind die Bayern, für Spiele von zBsp Wolfsburg, außer das gegen Bayern, interessiert sich doch trotzdem keine Sau, außer wir Bundesligafans. Hätten die Bayern doch Sören Osterland befördern sollen, Co-Trainer der Zwoten. Der wird schon ein bißchen Ahnung haben, wenn er die Ausbildung mit 1,0 bestanden hat. Das wäre mal ein Coup gewesen!



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