Die Sternechefin empfiehlt heute: Piemonteser Öltunke

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On a gagné à l‘ancienne.“ Wir haben auf altbewährte Weise gewonnen. Auf Französisch hört sich das immer noch fast elegant an, auf dem Platz ist es zum Wegschauen. Mit „à l‘ancienne“ ist eine Art Juventus-Effizienzfußball der frühen 90er Jahre gemeint, französisch abgeschmeckt kommt das allerdings so schwerfällig daher wie fette Sahnesauce im Vergleich zu würziger Piemonteser Öltunke.

Zum besseren Verständnis dieses Vergleichs muss man wissen, wie die Autorin dieser Zeilen ihr Tun einschätzt:

Der Unterschied zwischen Bloggern und Profijournalisten ist in etwa der zwischen Familienköchen und Sternechefs.

Kein Wunder, dass eine Sternechefin dann auch gerne mal Vergleiche aus ihrem ureigenen Metier heranzieht, um Fußball zu beschreiben. Kann man machen. Schmeckt aber nicht jedem.

7 Kommentare

  1. Auch wenn ich Frau Schönau gerne lese und sie für eine sehr fähige Journalistin und Autorin halte, ist ihre Aussage über den Unterschied zwischen Journalisten und Bloggern in ihrer Pauschalität dennoch in etwa der Würchwitzer Milbenkäse unter den Vergleichen.

  2. Ich hab hier so ein außerfußballerisches Buch von ihr gelesen – fand ich eigentlich auch sehr gefällig. Den Satz hat sie aber nicth wirklich zur Veröffentlichung freigegeben? Auch wenns schon 3 Jahre her ist: So viel Unkenntnis der Bloggerszene hätte ich bei ihr nicht vermutet.

  3. Ich finde den Vergleich teilweise passend, hätte aber statt Sternechefs nur Küchenchefs gesagt. Denn es gibt durchaus Familienköche die im privaten Rahmen besser kochen als 95% aller Berufsköche, aber bei Bloggern und Journalisten gibts sehr gute und sehr schlechte :-) Aber weil das Bloggen erstmal einfacher ist, gibt es viel mehr Blogger die schlecht schreiben. Aber die haben auch nur wenige Leser!

  4. Ich finde, mit Schönaus Vergleich kommen die Blogger gut weg.

  5. Was Ace T. sagt. Der Vergleich zwischen Familienköchen und Sternechefs soll m.E. nur etwas über den Unterschied der Motivation aussagen, nicht des Ergebnisses.

  6. familienköche kochen aus leidenschaft und liebe, mitunter natürlich auch aus pflichtgefühl der verwandtschaft (=leserschaft) gegenüber. manchmal mehr, manchmal weniger gelungen.

    während sterneköche jeden tag professionell abliefern und einen gewissen standard bieten müssen.

    also, wenn man nur journalisten undf keine schreiberlinge mit einbezieht, passt das doch. es gibt genügend familienköche/innen, die ravioli für ein festessen halten. es gibt aber auch genügend sterneköche, die die ewig gleiche variation der ewig gleichen zutaten für hohes handwerk halten.

  7. es glauben doch tatsächlich noch Leute, die Sterne gäbe es fürs Kochen. Wenn dem so wäre, müsste es viel mehr Sterneköche geben, weil es Top-Küchen an allen Ecken und Enden gibt.

    Den ersten Stern gibt es fürs Marketing, den zweiten für den Service und den dritten für die Klos.

    Wer also tolle Klos sehen, einen überragenden Service und keine Überraschungen beim Essen erleben will, der gehe zum Sternekoch. Das ist ganz nett dort, aber so spannend wie Herren-Eiskunstlauf oder professioneller Sportjournalismus.

    Der Familienkoch-Blogger haut vielleicht einmal öfter im Fünfmeterraum über den Ball, das heißt: es ist nur Regionalliga. Aber – es ist Fussball.



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