Sympathisantentum simulieren

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Bei „FIFA xx“, dem jährlich neu aufgelegten EA-Sports-Spiel, können die User Vorschläge einreichen, welche Erweiterungen sie sich für die nächsten Ausgaben wünschen. Mehr Ligen, klar, mehr untere Ligen, ebenfalls klar, noch mehr Stadien, mehr Trainingsmöglichkeiten, etc. pp.

Abstrus sind aber zwei Vorschläge, die die Nutzer einreichten:

  • Als Schiedsrichter am Spiel teilnehmen
  • Als Zuschauer im Stadion sitzen

Angesichts der Tatsache, dass man für viele reale Partien keine Karten mehr bekommt, weil sie zu teuer und oder zu vergriffen sind, vielleicht gar kein so dummer Vorschlag. Ob dem Vorschlagenden aber bewusst ist, dass er dann nicht die reale Partie als Fan begleitet, sondern die bei EA-Sports von der CPU ausgespielte?

Und was folgt in Zukunft alles noch: Als Volunteer im virtuellen Stadien helfen? Bezahlkarten an die Fans ausgeben, Brezeln backen und Bier zapfen? Für ganz masochistische vielleicht die Rolle als Ball im Spiel? Ständig getreten, aber immer mitten im Geschehen? Der Phantasie sind offensichtlich keine Grenzen gesetzt. Mittendrin eben, statt nur … leibhaftig im Stadion sein ist ja soo 2011.

11 Kommentare

  1. Die Idee mit dem Schiri finde ich gar nicht einmal so schlecht. Den Kevin G. aus D. würde ich jedes Mal wegen Dummheit vom Platz stellen und bei K**n gäbe es keine Tore mehr, da ich prinzipiell auf Abseits entscheiden würde ^^

  2. Schiedsrichter wollte ich auch immer schon mal sein, vor allem wegen der tollen Gesten, die man da immer machen kann.
    Problem im Real Life: zu laufintensiv.

  3. Wer sagt, denn dass man vom Sitzplatz aus nur der CPU zusieht? Von PES gibt’s doch sogar schon das RL-Plugin:
    http://a1.sphotos.ak.fbcdn.net/hphotos-ak-ash4/401209_367047019977806_226210720728104_1649422_1839018271_n.jpg

  4. Warum gehen die Leute ins Stadion? Weil sie nicht wissen wie es ausgeht. Diese Herberger-Weisheit, dass der Ausgang offen ist, gilt ja wohl auch beim xx.Spiel. Das ist schon mal Fakt eins.

    Fakt 2 ist: Die Leute gehen ins Stadion, um mit anderen gemeinsam was zu machen. Da wird gejohlt, gepfiffen, geschimpft, gefachsimpelt .. und das geht sehr ähnlich in der virtuellen Welt (ich sach nur Trainer-Baade-Blog). Und, großer Vorteil für die meisten, du kriegst garantiert keine Pyro ab, keine Hooligans, die dir die Zähne einschlagen, weil sie grad Lust haben usw.

    Und ein Spiel, nehmen wir als Beispiel, Lautern gegen Köln, da spielt auf jeder Seite noch ein einheimischer Jung und es ist fussballerisch kein Leckerbissen.

    Wenn man das bei Licht betrachtet: Es gibt keinen vernünftigen Grund zum Profifussball ins Stadion zu gehen. Wozu braucht man dann einen vernünftigen Grund sich im xx-Spiel ins Stadion zu setzen?

  5. In Duisburg gibt es doch immer noch einen Karstadt. Geh‘ doch beim nächsten Besuch mal zum Spieleregal. Da gibt es eine prominent platzierte und daher wohl erfolgreiche abverkaufte Simulationenreihe mit Titeln wie Landwirtschaft-Simulator oder Müllabfuhr-Simulator. Gegen deren beworbenes Gameplay finde ich Bier zapfen schon wieder eine ziemlich attraktive Vorstellung.

  6. Stimmt.

    Also was sternburg sagt und was moldo sagt.

    Und Huges Antwort geht ja tatsächlich in die erweiterte Richtung Müllabfuhrsimulator.

  7. Schiedsrichter fänd ich echt mal stark! Das Spiel erkennt natürlich, ob du richtig entschieden hast und gibt dir nach dem Spiel entsprechendes Feedback. Hätte was!

  8. Schiedsrichter? Zuschauer? Das sind zwei wirklich bemerkenswerte Vorschläge… *lol*

    @sternburg Mein Favorit ist ja der Skigebiets-Simulator. :)

  9. Eine Schiedsrichter-Simulation wäre doch wirklich noch interessant :)

  10. Als nächstes führt EA Sports das Feature des Fußballfans ein, der kurz vor Spielbeginn noch versucht über Ebay an Karten zu kommen, aber hier, wie auch vorm Stadion scheitert und das simulierte Spiel dann nur in einer Radio-Variante mithören darf. Zwangsversklavung am eigenen Rechner – ich glaube hier eine Marktlücke entdeckt zu haben.

  11. Es ist in Zeiten von social media sehr modern und leider viel zu einfach, z.B. nach jedem Anruf im Callcenter eine Zufriedenheitsumfrage zu versenden. Der Artikel ist ein schöner Beleg dafür, wie unsinnig Nutzer- bzw. Kundenumfragen in aller Regel sind.

    In jedem Fall solche, die die eigene Ideenlosigkeit durch derlei pseudo-demokratische Mitwirkung zu kaschieren versucht. In der Biographie von Steve Jobs findet sich dazu eine schöne Bestätigung: „Kunden wissen nicht, was sie wollen.“

    Bei RIM (Blackberry) und Nokia haben sie noch ein paar Wochen vor der Einführung des Iphones über Apple gelacht. Das Lachen ist ihnen sehr schnell vergangen….



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