Don’t do the Diski Dance!

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Als in den mittleren 1980ern musikalisch sozialisierter Mensch, der der damals eingeschlagenen Route auch noch längere Zeit treu blieb, bedeutete „Tanzen“ für mich in aller Regel, stumpf, mit gesenktem Haupt und sehr langsam, ein wenig theatralisch vor und zurück zu gehen. Und dabei selten mehr als die Beine zu bewegen und eben diese Schritte zu vollziehen.

In der Tanzschule war ich zwangs Gruppen- und auch Fortpflanzungszwang ebenfalls, habe alles dort Erlernte aber nicht nur sofort wieder vergessen, sondern auch alle davon existierenden Film- und Fotoaufnahmen weiträumig konfisziert und vernichtet. Tanzen bedeutet auf- und abzulaufen, und keinesfalls wild durch die Gegend zu hüpfen oder bestimmte, auch andere Dimensionen als die „Vor-Zurück“-Dimension zu berücksichtigen.

Dass Musik für mich deshalb auch gleichbedeutend ist mit Songs, die ein Intro, eine Strophe, einen Refrain haben, welche man in aller Regel mittels „Akkorden“ auf einer Gitarre nachspielen kann, und Songs keineswegs aus sinnlos aneinandergereihten gesprochenen Worten und Krach von gescratchten Platten zu einem dumpf wimmernden Beat bestehen, wäre ein anderes, aber nicht gänzlich zusammenhangsloses Thema.

Mit dieser Einstellung zum Tanzen, die insbesondere jede Art von Gruppenformationen beim Tanzen nicht als solches anerkennen kann, war ich beim Fußball, bzw. dem Brimborium, welches Menschen, die irgendwas im Rahmen von Fußballwettkämpfen verkaufen wollen, veranstalten, schon immer völlig fehl am Platze.

Ich empfinde die neueste Mode aus Südafrika, den „Diski Dance“, als vielleicht nett anzusehen, sogar tatsächlich afrikanisch, nicht aber als in irgendeiner Form mit dem Fußball verwandt, selbst dann nicht, wenn die WM nun mal in Afrika stattfindet. Nach der Vuvuzela also das nächste Hassobjekt ist dieser wirklich schwachsinnge Tanz namens „Diski Dance“, den jetzt wohl alle offiziellen Ehrenamtlichen bei der WM erlernen müssen und aufführen werden. Die Tatsache, dass er dabei Figuren aus dem Fußball, wie das Hochhalten eines Balles oder das Vollführen eines Hackentricks, imitiert, macht das Ganze nicht ansehnlicher. Aber es wäre ohnehin ganz egal, wie der Tanz nun tatsächlich aussieht:

Alles, wobei Gruppen von Menschen nach festgelegten Schrittfolgen agieren, ist kein Tanzen, siehe oben.

Vor – und zurück.

Tanzen und Fußball.

2 Kommentare

  1. Ich stelle mir diese Choreographie gerade in den Kurven der Bundesliga-Stadien vor und kann dabei nicht aufhören zu lachen.

  2. eine Totgeburt, wie der Lipsi-Tanz oder die Trolli-Arena (die wollen nicht aufsteigen, oder?)



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