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Schlagwort: Südafrika

Here be dragons — die Namen der Confed-Cup-Bälle

Da macht man jahrelang Fußballquizze zu allen möglichen und unmöglichen Themen und hat zumindest früher hier immer auch ein bisschen den Archivar all dieser Randkomponenten gegeben, da taucht dann plötzlich ein Thema auf, das einem zuvor noch nie begegnete.

Diese (eine) Firma aus Herzogenaurach stellte jedenfalls vor ein paar Tagen einen neuen Ball vor, den „Karasava“. Karasava sagen Russen angeblich als Ausdruck des Lobes oder des Gefallens, auch oder vielleicht nur im Sport. Das Design mit einem rubinroten, äh, Rubin gefällt hier ausnahmsweise mal, obwohl Nörgeln doch eines der liebsten Hobbys darstellt. Also, gefällt wirklich, weil es einerseits Bezug zum Austragungsort hat, der nicht an den Haaren herbeigezogen ist, und andererseits eben das gewisse je-ne-sais-pas besitzt, was selbst so ein Fußball eben haben muss.

Natürlich dachte man sofort, das sei der neue WM-Ball für die WM 2018 in Russland, doch weit gefehlt. Es ist tatsächlich nur der Ball für den Confed-Cup 2017, dessen Gruppen heute in Kasan (Clubname: Rubin) ausgelost werden. Was zur Erkenntnis führte, dass es auch bisher schon eigens für die Confed-Cups aufgelegte Bälle gab. Wie gesagt, wirklich noch nie, auch nicht im entferntesten jemals zuvor gehört.

Deshalb hier für alle weiteren Unwissenden die Liste der bisherigen Confed-Cup-Bälle:

Name Jahr Austragungsland
Karasava 2017 Russland
Cafusa 2013 Brasilien
Kopanya 2009 Südafrika
Pelias 2005 Deutschland

Wer um alles in der Welt hatte je von „Pelias“ gehört? Niemand, weshalb diese Namen auch nie eine Quizfrage werden werden, versprochen. Nun also Karasava, der übrigens so aussieht.

Hier entlang geht es hingegen zu den Namen aller WM-Bälle Teil 1 und auch Teil 2.

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Alle Sieger der afrikanischen Nationenmeisterschaft

Neben dem allseits bekannten „Afrika-Cup“ oder auch schlicht der „Afrikameisterschaft“ ῖ im Fußball das Pendant zur Europameisterschaft oder Südamerikameisterschaft … existiert noch ein anderer, kontinentweiter Wettbewerb des CAF, des afrikanischen Kontinentalverbands: die „afrikanische Nationenmeisterschaft“.

Diese Meisterschaft ist allerdings in der Weltöffentlichkeit wie in der deutschen Öffentlichkeit kaum bekannt. Dafür gibt es mehrere Gründe. Erstens wurde der Wettbewerb erst vor wenigen Jahren, vor nicht einmal einem Jahrzehnt, eingeführt. Seine Premiere feierte der Wettbewerb erst im Jahre 2009, also gerade mal kurz vor der vorletzten Weltmeisterschaft. Seitdem gab es dann aufgrund einer Umstellung des Jahres der Durchführung des Afrika-Cups erst zwei weitere Ausgaben, bzw. die insgesamt vierte ist gerade in vollem Gange in Ruanda.

Doch viel entscheidender für die mangelnde Bekanntheit ist wohl vor allem der eigentliche Grund, weshalb dieser Wettbewerb aus der Taufe gehoben wurde. In ihm sind nämlich lediglich jene afrikanischen spielberechtigt, welche in der heimischen Liga des Landes ihrer Nationalität unter Vertrag stehen. Die Absicht ist klar: Auch jenen afrikanischen Fußballern, welche (noch) nicht den Sprung nach Europa geschafft haben, ein Schaufenster im Weltfußball zu bieten.

Denn tatsächlich wird der Wettbewerb mit voller Qualifikation ausgetragen, bei der selbstredend ebenfalls schon nur die Spieler aus den Heimatligen eingesetzt werden dürfen. Allerdings treten bislang nicht alle Mitgliedernationen des CAF zur Qualifikation für die afrikanische Nationenmeisterschaft an. Ebenso wird diese Qualifikation nach geographischen Gesichtspunkten zusammengesetzt, um allzu viel Reiseaufwand zu vermeiden.

Bei den bisherigen Ausgaben der afrikanischen Nationenmeisterschaft ergab dies jedenfalls die folgenden Resultate.

Liste der Gewinner und Platzierten bei den einzelnen Turnieren

Jahr Gastgeber Sieger Vize Dritter Vierter
2009 Elfenbeinküste DR Kongo Ghana Sambia Senegal
2011 Sudan Tunesien Angola Sudan Algerien
2014 Südafrika Libyen Ghana Nigeria Simbabwe
2016 Ruanda - - - -
2018 Kenia - - - -
2016 Äthiopien - - - -

Dabei ist deutlich zu erkennen, dass es nicht die klassischen Nationen des afrikanischen Fußballs sind, die in diesem Wettbewerb eine Rolle spielen, auch wenn Ghana und Nigeria in dieser Ehrenliste auftauchen. Wann haben Libyen oder der Sudan schon mal etwas Nennenswertes im afrikanischen Fußball erreicht?

Schaufenster, aber auch Würdigung des afrikanischen Fußballs

Dieser Umstand wiederum macht diese afrikanische Nationenmeisterschaft natürlich besonders interessant für all jene, welche Freunde von Wetten auf Fußballergebnisse – seien es nun konkrete Spiele oder Platzierungen bei einem Turnier sind. Wer etwas mehr Insiderwissen im Fußball hat, der kann zum Beispiel den Wettmeister Bonus nutzen und dieses Wissen bei Wetten auf den Ausgang auch solcher Turniere wie hier in Afrika versilbern.

Die nächsten beiden afrikanischen Nationenmeisterschaften finden übrigens 2018 in Kenia und 2020 in Äthiopien statt. Ältester Teilnehmer aller diesmaligen Kader ist übrigens ein 40-jähriger Feldspieler. In seinem Falle ist wohl davon auszugehen, dass er in seiner Karriere nicht mehr nach Europa oder Südamerika wechseln wird. Allerdings zeigt das auch, dass es nicht bei diesem Wettbewerb nicht allein um ein Schaufenster fürs Verkaufen geht.

Er ermöglicht auch all jenen, welche eben innerhalb Afrikas spielen, eigene Meriten zu erwerben, während sie bei Berücksichtigung der außerkontinentelen Legionäre ihres Landes wohl oftmals nie den Sprung in eine nationale Auswahl schaffen würden. Es bleibt abzuwarten, ob die afrikanische Nationenmeisterschaft in Zukunft etwas mehr in den Fokus der außerafrikanischen Öffentlichkeit gelangen wird und man eventuell auch abseits von reinen Ergebnisberichten etwas über dieses Turnier erfahren wird.

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Alle Sieger des Confed-Cups

Der Confed-Cup begann 1992 und auch 1995 noch als König-Fahd-Pokal. Seit 1997 heißt das Turnier nun offiziell „FIFA-Konföderationenpokal“, gerne abgekürzt als Confed-Cup.

Qualifiziert sind die jeweiligen Meister der Kontinentalturniere plus der amtierende Weltmeister sowie der Ausrichter der kommenden Weltmeisterschaft. Sollte eine Nation mehrere dieser Kriterien erfüllen, rückt jeweils der unterlegene Finalist aus dem Kontinentalturnier nach.

Jahr Gastgeber Erster Zweiter Dritter Vierter
1992 Saudi-Arabien Argentinien Saudi-Arabien USA Elf‘küste
1995 Saudi-Arabien Dänemark Argentinien Mexiko Nigeria
1997 Saudi-Arabien Brasilien Australien Tschechien Uruguay
1999 Mexiko Mexiko Brasilien USA Saudi-Arabien
2001 Südkorea/Japan Frankreich Japan Australien Brasilien
2003 Frankreich Frankreich Kamerun Türkei Kolumbien
2005 D‘land Brasilien Argentinien Deutschland Mexiko
2009 Südafrika Brasilien USA Spanien Südafrika
2013 Brasilien Brasilien Spanien Italien Uruguay
2017 Russland Deutschland Chile Portugal Mexiko
Land Zahl der Siege
Brasilien 3
Frankreich 2
Mexiko 1
Dänemark 1
Argentinien 1
Deutschland 1
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Alle südafrikanischen Meister

In Südafrika existierte erst seit 1971 eine landesweite Meisterschaft im Fußball. Diese war allerdings in zwei verschiedene Verbände getrennt. Die „NFL“ für Mannschaften mit weißen Spielern, die NPSL für Teams mit Nicht-Weißen, man befand sich zu jener Zeit mitten in der Apartheid, welche erst 1990 formal beendet werden sollte. Erstaunlicherweise wurdne im Fußball ab 1976 jeweils drei Nichtweiße in den Teams der Weißen zugelassen sowie je drei Weiße in den Teams der Nichtweißen, sodass nur noch ein einheitlicher Landesmeister ausgespielt wurde.

Jahr Meister
1970/1971 NPSL: Orlando Pirates, NFL: Hellenic
1971/1972 NPSL: Amazulu Durban, NFL: Durban City
1972/1973 NPSL: Orlando Pirates, NFL: Cape Town City
1973/1974 NPSL: Kaizer Chiefs, NFL: Arcadia Shepherds
1974/1975 NPSL: Orlando Pirates, NFL: Highlands Park
1975/1976 NPSL: Orlando Pirates, NFL: Cape Town City
1976/1977 NPSL: Kaizer Chiefs, NFL: Highlands Park
1977/1978 Lusitano Club
1978/1979 Kaizer Chiefs
1979/1980 Highland Parks
1980/1981 Kaizer Chiefs
1981/1982 Durban City
1982/1983 Durban City
1983/1984 Kaizer Chiefs
1984/1985 Bush Bucks Durban
1985/1986 Manning Ranger
1986/1987 Jomo Cosmos
1987/1988 Mamelodi United
1988/1989 Kaizer Chiefs
1989/1990 Mamelodi United
1990/1991 Kaizer Chiefs
1991/1992 Kaizer Chiefs
1992/1993 Mamelodi United
1993/1994 Orlando Pirates
1994/1995 Cape Town Spurs
1995/1996 -
1996/1997 Manning Rangers
1997/1998 Mamelodi Sundowns
1998/1999 Mamelodi Sundowns
1999/2000 Mamelodi Sundowns
2000/2001 Orlando Pirates
2001/2002 Santos Kapstadt
2002/2003 Orlando Pirates
2003/2004 Kaizer Chiefs
2004/2005 Kaizer Chiefs
2005/2006 Mamelodi Sundowns
2006/2007 Mamelodi Sundowns
2007/2008 Supersport United
2008/2009 Supersport United
2009/2010 Supersport United
2010/2011 Orlando Pirates
2011/2012 Orlando Pirates
2012/2013 Kaizer Chiefs
2013/2014 Mamelodi Sundowns
2014/2015 -

Das geringe Alter der südafrikanischen Fußballmeisterschaft spiegelt sich dann aber auch in der allgemeinen Spielstärke der Clubs und auch der Nationalmannschafts Südafrikas wieder. So bleiben die Orlando Pirates das einzige Team aus Südafrika, welches (im Jahr 1995) die afrikanische Champions League gewinnen konnte.

Nicht zuletzt sind die stets geringen Zuschauerzahlen in Südafrika einer der Gründe dafür, warum es im internationalen Vergleich — trotz des einen oder anderen Achtungserfolgs beim Afrika-Cup — einfach nichts wird. Ein Gerücht ist es allerdings nur, dass die Vielzahl der nervenden Vuvuzelas etwas mit dem geringen Zuschauerschnitt der Premier Soccer League in Südafrika zu tun hätten. Diese werden ja gerade von den eigenen Fans begeistert genutzt, nur die auswärtigen Zuschauer konnten sich während der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika nicht damit anfreunden.

Für Südafrikas Fußball liegen die Probleme weiterhin an anderen Orten. Bei knapp 40 Millionen Einwohnern und großer Sportbegeisterung sowie den infrastrukturellen Vorteilen Südafrikas gegenüber seinen Nachbarn auf dem gesamten schwarzen Kontinent müsste das Land den afrikanischen Fußball eigentlich (mit-) beherrschn, zumindest aber in jedem Jahr eine schlagkräftige Nationalmannschaft stellen können.

Ob das Wirken so manchen deutschen Trainers im Fußball Südafrikas — oft genau jene, welche hier bereits ausrangiert sind — da so hilfreich ist, sei dahingestellt. Man würde annehmen, dass es zumindest nicht schaden kann. Deutsche Spieler gab es übrigens auch bereits einige in der südafrikanischen Premier Soccer League, doch auch diese machten nicht gerade mit großen sportlichen Erfolgen von sich reden.

So spielte z. B. bei den oftmaligen Meistern Orlando Pirates der spätere Buchautor Lutz Pfannenstiel, die Mamelodi Sundowns wurden gar vom Vizeweltmeister Johan Neeskens trainiert. Lutz Pfannenstiel ist jener Weltreisende Torhüter, der später gar ein Buch darüber hat schreiben lassen, in welchem er von seinen unzähligen Arbeitsstellen auf allen fünf Kontinenten, 24 verschiedene Stationen an der Zahl, bei denen er mal mit einem alten VW-Bus und mal mit einem Singlespeed-Fahrrad zur Arbeit gelangen konnte. Die Station in Südafrika wird demgemäß ebenfalls im Buch erwähnt, so dass man dort ein wenig mehr über den Fußball in Südafrika, dessen Meister und dessen Erfolge und Misserfolge erfährt.

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Alle Gewinner des Afrika-Cups

Der Afrika-Cup wird seit 1957 vom CAF, dem afrikanischen Kontinentalverband im Fußball, ausgetragen.

Mehrfach hat sich dabei der Rhythmus geändert, 2013 wechselt man auf einen zweijährigen Rhythmus, der dann aber nicht mehr mit dem WM-Jahr kollidiert.

Jahr Sieger Zweiter Gastgeber
1957 Ägypten Äthiopien Sudan
1959 VAR* Sudan VAR*
1962 Äthiopien VAR* Äthiopien
1963 Ghana Sudan Ghana
1965 Ghana Tunesien Tunesien
1968 Kongo-Kinshasa Ghana Sudan
1970 Sudan Ghana Sudan
1972 Kongo Mali Kamerun
1974 Zaire Sambia Ägypten
1976 Marokko Guinea Äthiopien
1978 Ghana Uganda Ghana
1980 Nigeria Algerien Nigeria
1982 Ghana Libyen Libyen
1984 Kamerun Nigeria Elfenbeinküste
1986 Ägypten Kamerun Ägypten
1988 Kamerun Nigeria Marokko
1990 Algerien Nigeria Algerien
1992 Elfenbeinküste Ghana Senegal
1994 Nigeria Sambia Tunesien
1996 Südafrika Tunesien Südafrika
1998 Ägypten Südafrika Burkina Faso
2000 Kamerun Nigeria Ghana und Nigeria
2002 Kamerun Senegal Mali
2004 Tunesien Marokko Tunesien
2006 Ägypten Elfenbeinküste Ägypten
2008 Ägypten Kamerun Ghana
2010 Ägypten Ghana Angola
2012 Sambia Elfenbeinküste Äquatorialguinea und Gabun
2013 Nigeria Burkina Faso Südafrika
2015 Elfenbeinküste Ghana Äquatorialguinea
2017 Kamerun Ägypten Gabun
2019 Algerien Senegal Ägypten
2021 - - Elfenbeinküste
2023 - - Guinea

* Zwischen 1958 und 1961 traten Ägypten und Syrien als „Vereinigte Arabische Republik“ im Wettbewerb an.

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Viele kennen die Regeln kaum

Pilz-Alarm, aber kein -bashing, im Gegenteil.

Ein weiteres Problem: Viele Amateure kennen die Regeln kaum und können die Entscheidungen des Schiedsrichters gar nicht begreifen. Pilz ließ einmal Fußballer in Jugendmannschaften befragen. Das Ergebnis: Abgesehen von den Grundregeln kannten sich die wenigsten genauer aus.

Vermutlich gilt für die Zuschauer in den Stadien dasselbe. Und noch mal nur vermutet ist der Anteil derjenigen, die sich für eine Sportart interessieren — ob als Zuschauer, Betreuer oder Ausübender — und kaum Ahnung haben, wie die Regeln im Detail sind, bei keiner anderen Sportart so hoch wie beim Fußball.

Dass man ihn größtenteils dennoch spielen kann, ohne größere Kenntnis von ihm zu haben, ist zwar der Grund für seine weltweite Popularität, macht ihn aber nicht sympathischer.

Ich mag ein kleines Arschloch im Moers’schen Sinne sein. Doch Leute, die Fußball spielen und seine Regeln nicht kennen, nicht verstehen, sich nicht mal bemühen, diese kennenzulernen, rauben mir den Nerv (und den Spaß). Nur weil Schach ein Nerdsport ist, gibt einem das nicht das Recht, Fußball zu spielen und sich dann darauf zu berufen, dass man Regel Y und Z nicht kannte. Ein bisschen dribbeln und dann aufs Tor schießen kann jeder, die lächerlichen 17 Fußballregeln lesen und verstehen, können offensichtlich die wenigsten.

Doch, es gibt Tage, an denen ich American Football dem Fußball vorziehe, selten, aber es gibt sie. Immer dann, wenn ich mit den Folgen der Nichtregelkenntnis der Aktiven zu tun habe, wenn Schlägereien und Fehden begonnen werden, weil die Ausübenden den Sport nicht beherrschen, wozu nun mal grundsätzlich auch die Regelkenntnis zählt.

Wie sie dastehen, mit ihren dicken Stutzen, mit ihren teuren Fußballschuhen, sich unbedingt ihren Namen aufs Trikot flocken lassen mussten, wie sie Tore schießen wollen und wie sie dribbeln wollen — aber nicht mal die grundlegendsten Regeln beherrschen, die so einfach zu verstehen wären.

Der Fußball ist leider so breit in der Gesellschaft zu Hause, dass auch ein gehöriger Prozentsatz an Vollidioten ihn ausübt. Allerdings beginnt das nicht erst bei den Amateuren, selbst die Profis haben ja meist keine Ahnung. Um das nachzuweisen, muss man nicht mal zu irgendwelchen Spezial-Abseits-Entscheidungen greifen. Alexander Zwickler war letztens der Modus zu hoch, wie sich sein Salzburg noch für die Champions-League qualifzieren könne, und die Farce um die Deppen von Südafrika ist noch zu jung, um sie hier wiederholen zu müssen.

Der Fußball wird also nicht mehrheitlich von Idioten heimgesucht, es spielen ihn schlicht so viele Menschen, dass zwangsläufig viele Idioten dabei sind. Und dennoch würde man niemanden in einem Schachclub aufnehmen, der die Regeln nicht kennt.

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Warum eine WM in Afrika nur in Südafrika stattfinden konnte

Hatten wir damals das hier als Grund angegeben, wissen wir jetzt: Südafrika ist (laut einigen Quellen) der einzige afrikanische Staat, der überhaupt Anti-Diskriminierungsgesetze in Bezug auf Homosexuelle in seinen Büchern hat.

In vielen anderen afrikanischen Staaten steht Homosexualität unter Strafe, in manchen wird diese sogar mit dem Tod geahndet. Undenkbar natürlich, dass die FIFA die WM in einem Land hätte austragen lassen können, in dem Homosexualität verboten ist.

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Spätsüdafrikanische Dekadenz

Die Gerüchte gingen schon lange durch die Fußballwelt, endlich ist es raus. Ja, Jogi Löw hat es hinter den Ohren, faustdick. Und der Rest der Nationalmannschaft auch. Allerdings nicht nur in die eine, sondern auch in die andere Richtung, offensichtlich. Wahre Orgien müssen sich in Südafrika ereignet haben, wie WDR 2 berichtet:

Sex ist eine ganz hervorragende Entspannungsart für Sportler. Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass Sex am Vorabend die Leistungsfähigkeit steigert. Diese Taktik hat auch Jogi Löw bei der Fußball-WM mit den Spielern und ihren Frauen verfolgt.

Aber was will man auch den ganzen Abend lang machen, wenn man im kalten, gefährlichen Südafrika das Lager nicht verlassen kann …

(Disclaimer: Dieser Beitrag ist nicht geeignet, die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen zu beeinflussen. Rein prophylaktisch erscheint er dennoch zwischen 22h und 6h.)

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Adeus a Brasil

Die WM ist tot, es lebe die WM!



Endlich keine Vuvuzelas mehr, endlich wieder Fußballstimmung.

Okay, es ist noch vier Jahre hin, vorher gibt’s noch Bundesliga, DFB-Pokal, Champions League und Europameisterschaft in Polen und der Ukraine. Außerdem sind die Anstoßzeiten wahrscheinlich eher ungünstig für mitteleuropäische Zuschauer, was wiederum Public-Night-Viewing eher unwahrscheinlich werden lässt.

Aber dann endlich wieder „Aaahs“ und „Ooohs“ bei einem Fußballspiel, bei einer WM hören zu dürfen, wird das Ganze sicher deutlich angenehmer und mitreißender (um die Vokabel von den Emotionen zu vermeiden) werden lassen als es in Südafrika der Fall war. Die Spiele waren ja gar nicht so viel schlechter als andere WM-Spiele oder auch nur Fußballspiele. Allein: Wenn man nicht in der Öffentlichkeit geschaut hat, fehlte einfach dieses Auf und Ab.

Nirgendwo schläft man besser als in einem gleichmäßig vor sich hinratternden Zug. Erst wenn er hält und das Rattern verstummt, wacht man auf. Die Vuvuzelas aber verstummten nie.

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Das FIFA-WM-Stadion „Austragungsort“

Auch Deutschland hat ja, gerade so wie die vielen Stadien in Südafrika es nach der WM 2010 sein werden, seine Investitionsruine bzw. sein völlig überdimensioniertes Stadion gehabt, welches extra zur WM 2006 renoviert werden musste, um danach öd in der sächsischen Wildnis herumzustehen.

Das größte Stadion Europas bis zum Jahre 2000 war natürlich nicht das Camp Nou, sondern das „Stadion der Hunderttausend“. Welches zu dieser Zeit und bis gestern „Zentralstadion“ hieß. Seit heute, weshalb es hier Erwähnung findet, heißt es für die nächsten 10 Jahre „RasenBallsport-Arena-Leipzig“.

Möglicherweise heißt es auch ein wenig anders, aber es existiert a) ohnehin genug der Aufmerksamkeit für den neuen Namensgeber und ist b) eigentlich erstaunlich, dass es immer noch Stadien gibt, die noch nicht zur „Sponsor-Arena“ mutiert sind. Womit sich c) die Frage stellt, was a) mit b) überhaupt zu tun hat …

Im Subtext dann noch irgendeinen Schmonz zum weiter gefassten Assoziationsfeld des Wortes „früher“ hindenken — gerne mit Romy Schneider verfilmt — den auch der letzte nicht mehr hören kann oder will. Selbst dann nicht, wenn er ihn nur liest.

So, zurück nach Mpumalanga, wo man noch 11 Tage bis zur Investitionsruine hat.

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Alle Gewinner des Yashin-Awards

Auf deutsch müsste diese tolle, bedeutungsgesalbte Trophäe eigentlich Jaschin-Trophäe heißen, aber heutzutage hat man sich bei der FIFA ja auf die einheitliche englische Schreibweise geeinigt.

Wobei man sich bei der FIFA eh nicht so ganz einig zu sein scheint, ob es nun „Yashin-Award“ heißt oder „Golden Glove“, zu deutsch also „Goldener Handschuh“, denn auch der „Golden Glove“ geistert als Bezeichnung immer wieder durch die Medien.

Deshalb also Yashin-Award. Zu Ehren des großartigen sowjetrussischen Torwarts Lew Jaschin. Oder Lev Yashin, wie man will. Gewonnen hat er selbst sie übrigens nie. Unter anderem deshalb, weil sie offiziell erst seit 1994 verliehen wird. Alle vorherigen Nennungen sind jene Torhüter, die in die „Elf des Turniers“ gewählt wurden. Fragwürdig, aber hier sind sie:

Jahr Gewinner
WM 1930 Enrique Ballesteros
WM 1934 Ricardo Zamora
WM 1938 Frantisek Planicka
WM 1950 Roque Maspoli
WM 1954 Gyula Groscis
WM 1958 Harry Gregg
WM 1962 Viliam Schrojf
WM 1966 Gordon Banks
WM 1970 Ladislao Mazurkiewicz
WM 1974 Jan Tomaszewski
WM 1978 Ubaldo Fillol
WM 1982 Dino Zoff
WM 1986 Harald Schumacher
WM 1990 Sergio Goycochea
WM 1994 Michel Preud‘homme
WM 1998 Fabien Barthez
WM 2002 Oliver Kahn
WM 2006 Gianluigi Buffon
WM 2010 Iker Casillas
WM 2014 Manuel Neuer
WM 2018 -
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Alle Schiedsrichter der WM 2010 in Südafrika

Eine der wenigen Rubriken, die wohl nicht eines Tages bis zur WM 1930 aufgefüllt werden wird. Im Gegensatz zu allen anderen, die es gibt. Zur WM 2010 allerdings kann man so eine Auflistung der Schiedsrichter ja mal ganz gut gebrauchen. Wofür, das ist natürlich eine gute Frage, die sich aber sicher im Verlauf dieser Weltmeisterschaft noch klären wird. Hier sind also die schließlich insgesamt 30 WM-Schiedsrichter der WM in Südafrika – somit 2 weniger als es Teilnehmerländer gibt.

Schiedsrichter Herkunftsland
Europa
Olegario Benquerenca Portugal
Massimo Busacca Schweiz
Frank de Bleekere Belgien
Martin Hansson Schweden
Viktor Kassai Ungarn
Stephane Lannoy Frankreich
Roberto Rosetti Italien
Wolfgang Stark Deutschland
Alberto Undiano Mallenco Spanien
Howard Webb England
Südamerika
Carlos Amarilla Paraguay
Hector Baldassi Argentinien
Jorge Larrionda Uruguay
Pablo Pozo Chile
Oscar Ruiz Kolumbien
Carlos Simon Brasilien
Asien
Kalil Al Ghamdi Saudi-Arabien
Ravshan Irmatov Usbekistan
Subkhiddin Mohd Salleh Malaysia
Yuichi Nishimura Japan
Afrika
Mohamed Benouza Algerien
Koman Coulibaly Mali
Jerome Damon Südafrika
Eddy Maillet Seychellen
Nord-, Mittelamerika und Karibik
Joel Aguilar El Salvador
Benito Archundia Mexiko
Carlos Batres Guatemala
Marco Rodriguez Mexiko
Australien und Südpazifik
Michael Hester Neuseeland
Peter O‘Leary Neuseeland
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Brot und TV — (mit Spielen drinne)

Die Bundesregierung hat neue Regelungen für den „Ausnahmezustand“ (siehe Bildunterschrift rechts) erlassen. Demnach ist im Ausnahmezustand jeglicher Ausgang ab 22h verboten. Demnach kann man wie schon bei der WM 2006 und bei der EM 2008 wieder neben irgendeinem kriegsbemalten Idioten Platz nehmen, der einem das ganze Spiel schlecht redet, weil er entweder keine Ahnung, kein Interesse an Fußball oder kein rechtes Maß beim Biertrinken hat. Und das über 22h hinaus.

Bundesregierung, wir danken Dir.

Spitzenereignisse wie die anstehende WM 2010 in Südafrika sind schließlich einmalig und fallen aus dem Alltag heraus.

Genau das wollen wir eigentlich nicht hoffen. Sie sollten eher in den Alltag hineinfallen und ihn bereichern, sofern es sich nicht ohnehin schon so darstellt, wie beim Autoren dieser Zeilen und bei den meisten Lesern anzunehmen: Fußball ist Alltag.

Der allerdings mit dem Ergebnis der Partie steht und fällt, wobei wir dann doch wieder beim Rausfallen wären, speziell bei der WM 2010 und der deutschen Mannschaft …

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