Drei Monate wären ein schlechter Scherz

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Der dänische Fan soll drei Monate Haft für seinen Schlag bekommen. Nun kenne ich seinen Leumund bzw. sein Vorstrafenregister nicht. Sollte er zuvor unbescholten sein, wären diese drei Monate Haft (!) eine lächerlich unangemessene Strafe. Ich erinnere mich an Dutzende Schlägereien in meiner Jugend, in denen die Täter, obwohl zweifelsfrei ermittelt, nicht mal mit mehr als 20 Stunden Irgendwasdienst zu rechnen hatten und hier soll ein quasi bis zur Besinnungslosigkeit Betrunkener tatsächlich ins Gefängnis wandern?

Natürlich gibt es einen Unterschied zwischen Jugendstrafen und Strafen für Volljährige, zurecht auch im Strafmaß, insofern vergleiche ich ein bisschen Äpfel mit Birnen. Zudem bin ich weit davon entfernt, hier Täter zu Opfern zu machen oder die Leiden der Opfer zu bagetellisieren. Natürlich mag sich Fandel in seiner Sicherheit bedroht gefühlt haben und, was selbstredend viel schlimmer wiegt, auch länger anhaltende psychische Schäden davon tragen. Dafür ist niemand anders verantwortlich als der schlagende Däne. Doch diesem Mann nun ebenfalls ein leichtes Trauma zu verpassen, indem er in den Knast muss und sein – zumindest berufliches – Leben verwirkt hat, wird der Geringfügigkeit dieser Tat nicht gerecht.

Es ist schließlich etwas völlig anderes, ob ein im Rahmen eines Fußballspiels brutal zutretender Spieler nach einer Roten Karte für eine scheinbar lange Zeit gesperrt wird (z. B. drei Monate, in Wirklichkeit wird er nur für die Anzahl der Spiele x 90 Minuten gesperrt, ansonsten kann er in dieser Zeit ja tun und lassen, was er will) oder ob jemand die komplette Dauer der Strafe im Bau absitzen muss.

Aber wahrscheinlich geht es ohnehin nur um drei Monate auf Bewährung, es schreibt sich aber viel schöner, den Mann gleich ins Gefängnis zu stecken. Für einen (!) nicht vollstreckten Schlag ins Gesicht kann man auch unmöglich ins Gefängnis wandern. Real life wird zum Glück nicht nach Fußballregeln bewertet.

3 Kommentare

  1. Auch wenn ich dir im Grunde völlig zustimme, denke ich, dass die entscheidende Kommission damit ein Example statuieren will, um Trittbrettfahrern direkt den Atem zu nehmen. Selbst eine drei-monatige-Bewährungsstrafe ist lächerlich, ein Bußgeld würde auch reichen. Aber schließlich die Wirkung nicht so abschreckend, also ist es so wie immer: Alles wird auf dem Rücken des kleinen Mannes ausgetragen…

  2. Wenn hier etwas statuiert wird, dann ein Exempel, aber kein Example.



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