I ♥ Radio

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Ein schöner Kommentar unter dem SZ-Interview mit Günther Koch, der für meinen Geschmack dann doch immer die Nuance zu viel dick des Dicken aufgetragen hatte, als er noch im ÖR-Radio zu hören war. Findet der Kommentator offensichtlich auch, denn er schreibt:

Schön waren sie die Radioberichterstattungen von Koch. Irgendwann war er dann bei Arena und man konnte Kommentar mit dem Bild vergleichen. Was auch immer für Spiele der Mann moderiert hat, es waren nicht die gezeigten. Im Radio kann man halt erzählen, was man will.

Wie passend, dass Manni Breuckmann der Nachfolger von Günther Koch bei 90elf werden wird. Denn Ersterer bekannte beim Abschied vom Parkstadion, noch nie so viel gelogen zu haben wie bei seinen Reportagen von der Haupttribüne jenes Parkstadions aus.

Obwohl ich beinahe Jahrzehnte samstags am Radio hing (hängen im Sinne des Junkies an der Nadel, nicht im Sinne von rumhängen, rumlungern), fühle ich mich durch dieses Geständnis nicht nachträglich getäuscht noch betrogen. Die Übertragung war echt, die Worte, die Spannung, die Atmosphäre auch, die Suppe muss halt gesalzen werden, und wenn am Ende das Ergebnis das tatsächliche war, dann habe ich am Radio einen spannenden Nachmittag gehabt, während die Zuschauer im Stadion aus dem Gähnen nicht mehr rauskamen.

Der Wunsch, auf Kosten der Realitätstreue betrogen zu werden, entstand schließlich in mir — der Reporter war dann nur dienstbarer Erfüllungsgehilfe. Funktioniert aber eben nur im und am Radio.

3 Kommentare

  1. Funktioniert auch, durch immer bessere Technik, extremste Schnitte und Kameraperspektiven, immer besser im Farbfernsehen, werter Trainer.

    Von den Zusammenfassungen in späteren Sportsendungen ganz zu schweigen. Und auch Breukmann hat ja – als Radiomensch bei der ARD-Schalte – meist so etwas wie eine Zusammenfassung abgeliefert.

  2. Stimmt, bezüglich Breuckmann.

    Im Livespiel im TV kann man doch aber aus einem Langweiler selbst mit der besten Technik keinen Schocker zaubern? Meine ich.

  3. Nun mag ja der Unterschied sein, dass der Radiomann meist live (absolutely live) erzählt, während der TV-Reporter stets – und mag es auch nur minimal sein – NACHkommentiert.



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