Legendäre Halbzeitansprachen: Zwo Halbe

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Weder der Rudi-Völlersche „Tick“ (den Michael Skibbe inzwischen übrigens in sein Sprachrepertoire übernommen hat) noch das Klinsmannsche „wo“ dürfen in einer garantiert wirksamen Halbzeitansprache fehlen. Das „schnelle Umschalten“ muss genauso angesprochen werden wie der „Wille“, das „Verschieben“ und natürlich die „Konzentration“.

[photopress:zwo_halbe.jpg,full,alignleft] Die Zutaten „mehr über die Außen“ und „folg ihm bis aufs Klo“ sind seit einiger Zeit von der WHO als eher ungesund identifiziert worden und fehlen in aufgeklärten Zeiten demgemäß. Nun aber zum Wortlaut jener Rede, die in Fußballerkreisen unter dem Stichwort „Zwo Halbe“ nur kurz hinter der „Scheißdreckrede“ und der „Flasche leer“ firmiert:

„So, Jungs, gute Leistung, verdiente Führung, [Im Hintergrund: ‚Zwei Tore Unterschied‘] weitere Chancen, die hatten ‚zwo Halbe‘.

Also insofern, ham wer das umgesetzt. Vor allen Dingen schön, dass wir in der Mitte viel laufen.

Robert, starke Zweikampfbilanz, ja? Weiter viel gelaufen, zurückgelaufen. Und äh … deswegen kamen dann auch die Chancen eben, gut übergeben, ja, und hatten dann auch immer noch n Bein dazwischen: ’s war okay.

Alex, musst, musst mehr reinschieben, wenn der Ball da drüben ist, lass den Mann hier stehen.

[Spieler: Ja gut, aber dann spielt er außen dem an, der ist ja tot da außen, der macht ja gar nix.]

Aber in der Mitte ist dann, ist dann n Loch.

[Spieler: Besonders … ja.]

Is n Loch und …

… dadurch, dass wir zum Ball verschieben, haben wir oft Situationen, wo wir doppeln oder zu dritt auffen Ballführenden gehen, drei gegen zwei, deswegen: Mitschieben …

[Spieler: Ja klar, ich weiß schon was du meinst. Jaja, schon klar.]

… und wenn der Ball dann wechselt, dann müssen wir wieder schieben, wir machen das alle, das müssen wir zu elft machen. Gilt auch für die beiden … Stürmer.

Ihr müsst mal aufpassen, wenn der Ball auf der Seite ist, dass ihr beide auch auf die – wenn die den Ball haben! – dass ihr beide dahin lauft, dann ham die keine Anspielstation außer dem Torwart. So haben wir übrigens das Tor gemacht, indem wir schnell den Ball gewonnen haben, und sie unter Druck gesetzt haben.

Dass ihr das noch mehr macht, das sind nur n paar Meter, die manchmal fehlen. Wenn der Tim noch zu weit auf der Seite hängt oder der Akki, ja? Wenn ihr da noch, einfach nur den Weg zumacht. Da stehen, ja? Oder drauf lauern. Das müssen wer, das müssen wir noch n Tick besser machn. Und dann kommen wir noch, noch schneller an das Tor, ich hab gemerkt, die spielen sehr offensiv und spielen hinten rum, aber … durch n paar geschickte Bälle kommen wer gut vors Tor.

Hinten rum braumer net groß spielen. Da gehen die halt drauf.

Das müssen wer net, […] muss man ganz ehrlich sagen, jetzt auch gegen die, ähm, schnell nach vorne spielen, das ist unser Spiel.

Lasst die doch den Ball haben, lasst die doch hinten rumspielen, juckt mich doch nicht. Im Mittelfeld, im Mittelkreis, da wollen wir den Ball gewinnen. Schnell nach vorne, da machen wir unsere Tore, ham wer jetzt schon die ganze Zeit gemacht, dann klappt’s auch wieder.

Ballbesitz, interessiert nicht. Lass die 80% Ballbesitz haben, juckt nicht, mich stört das nicht, ihr habt die besseren Chancen.

Fürn Flagge, eben Titschi … aber die ersten beiden. Sozusagen zwo …

[Spieler: Ich hab mich beinah […]]

[Spieler: Kommt noch.]

[Spieler: Stinken, die Schweine.]

Mit links hatter geklappt, gell?

[Spieler: mehrfach unverständliches Gebrabbel]

Das fehlt uns noch so, dass wir sozusagen aus jeder Situation, dieser Instinkt, aus jeder Situation n Tor machen, ja? Das machn wer noch zu wenig. Also manche Bälle mal zu schlampig oder ned die nötige Konzentration oder vielleicht fehlt manchmal auch der Wille, ja, von Anfang an waren so n paar Gelegenheiten, wo wir den Ball gewonnen haben, da kam der Ball, also zu, zu lang gebraucht, schnell umschalten, schnell den Weg in die Spitze suchen, wenn der Ball dann mal ned ankommt oder zu lang …“

Und hier geht’s zum selben Text in der gesprochenen Version, bekanntermaßen ist der Urheber jener Rede möglicherweise nicht mehr lange Trainer. Um es mit Berti Vogts zu sagen: „Vielleicht ist der Büblingshauser Fußball zu erfolgreich.“

Ein Kommentar

  1. Ja, aber am Wochenende ham wer ein Heimspiel 1:2 verloren. Ham net gut verschobe …



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