Pain in the Ass

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Wie mag man sich wohl am vergangenen Sonntag zwischen Brighton und Newcastle gefühlt haben? Eine Gruppe mit Griechenland, Spanien und Schweden wäre selbst für die Essigfüße aus England machbar gewesen, so stark ist Griechenland trotz seiner erfolgreichen Qualifikation nun auch wieder nicht.

Andererseits hat das Aus in der Quali etwas Gutes: Man erspart sich die Schmach, zum x-ten Male bei einem Turnier keinen Titel zu holen. Nur noch 9 Jahre, dann sind es 50 (!), in denen das Mutterland des Fußballs nichts mehr gewonnen haben wird.

In der Zwischenzeit wurde Deutschland drei Mal Europameister und zwei Mal Weltmeister, zudem noch zwei Mal Vize-Europameister und drei Mal Vize-Weltmeister. England hingegen, nun ja, war immerhin im Halbfinale bei der WM 1990 und bei der EM 1996.

Aber was soll man auch machen ohne Torwart?

9 Kommentare

  1. Wahrscheinlich wird der britische Geheimdienst demnächst damit beauftragt, talentierte deutsche Torhüter zu entführen…

  2. Die Engländer sollten es positiv sehen: Sie scheiden wenigstens nicht wieder bei einem großen Turnier nach 11-Meter-Schießen aus!

  3. Selbst die Pellwurst Baade würde im englischen Tor ne gute Figur machen. Er erlebte mit seiner Fußballmannschaft sogar einmal ein Spiel ohne Gegentor mit ihm selbst im Tor. Allerdings füllte er das Tor fast komplett selbst aus. Trainer Baade ist ein sehr dicker Mensch.

  4. 41 Jahre ohne Titel – dann kann man sich ja bald in FC England 04 umbenennen. *duck* Es gab mal eine WM (1958?), für die sich alle vier britischen Verbände qualifiziert haben, womit 25 Prozent des Starterfeldes aus U.K. kamen. Vielleicht sollten sich die Insulaner mal dazu bequemen, ihre Kleinstaaterei hinter sich zu lassen und als Großbritannien anzutreten.

  5. Hmm.. aber wen ich das richtig sehe, hätten sie dann doch immer noch keinen Torhüter, richtig?

  6. 1958, Nordirland. Torwart: Harry Gregg (http://en.wikipedia.org/wiki/Harry_Gregg), damals der beste und teuerste im Profifußball, Verein: Manchester United. Spitzname: „Held von München“, weil er beim Flugzeugabsturz 1958 Bobby Charlton, Jackie Blanchflower, Dennis Viollet und Trainer Matt Busby aus den Trümmern rettete. In Schweden war er der entscheidende Faktor, weshalb die Deutschen in der Vorrunde nur ein 2:2 schafften – und das, obwohl er verletzt war. Nordirland kam immerhin ins Viertelfinale. Drei UK-Teams mussten damals Entscheidungsspiele um den Einzug in die nächste Runde bestreiten. Nordirland und Wales kamen auf diese Weise weiter. England schied aus.
    Pat Jennings könnten wir auch noch nennen. 1964 bis 1986 im Tor der Auswahlmannschaft.

    Generell: Es ist im Prinzip völlig absurd, dass die Briten nicht den alten Zopf abschneiden. Aber da ihnen das niemand aufgezwungen hat und die FIFA einen Zusammenschluss sicher nicht verhindern würde, muss man wohl sagen: Selber Schuld.

    @ Trainer: Essigfüße? Wo kommt das her? Und gibt es ähnliche Bezeichnungen auch für die anderen Landesteile?

  7. Ich las letztens schon von Ihnen, dass die Briten doch nur ein Team stellen sollten, wie sie es in der Leichtathletik, im Hockey, bei Olympia (übrigens auch im Fußball!) usw. tun, verstehe Ihre Motivation dahinter aber nicht ganz.

    Ein britisches Team wäre doch nicht automatisch so entscheidend besser als ein englisches Team. Die Schotten, Waliser und Nordiren, die jetzt den Unterschied gemacht hätten, kenne ich nicht.

    Vielleicht gibt es sie, wie dieser Rekordtorschütze der Qualifikation, Healy aus Nordirland, aber hier gilt sicher nicht die Devise: Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile. Ich denke im Gegenteil, lassen wir mal die verschiedenen Hochs und Tiefs von Wales und Nordirland außer Acht: vier Versuche bieten mehr Chance auf Erfolg als einer. Nur interessiert es ja einen Engländer (so das Klischee) nicht, ob die Schotten Erfolg haben oder nicht.

    Frage mich gerade, wie es überhaupt mit der Identifikation mit oben erwähntem Hockeyteam, Leichtathletikteam usw. aussieht in den einzelnen Teilen Großbritanniens.

    Die Essigfüße entstammen meiner Feder, für die anderen hab ich (noch) nix.

  8. Hundert Jahre Sportgeschichte haben die Frage, ob vier Versuche im internationalen Sport mehr Chancen als eine bieten, hinlänglich beantwortet. Viermal Mittelmaß macht nicht wett, was in der Spitze fehlt. Wie weit kämen wohl solche Auswahlmannschaften wie NRW oder Bayern in der Qualifikation für eine EM oder WM?

    Erfolgreiche Sportnationen schöpfen aus einem großen Bevölkerungsreservoir und einem funktionierenden System der Leistungsförderung. Weshalb – meine These – die USA auch eines Tages Fußballweltmeister werden, wenn sie ihre Basis weiter so aufforsten wie das seit ein paar Jahren passiert. Im gleichen Atemzug wären Länder wie Belgien und Österreich endgültig abzuschreiben (was in diesem Blog ja öfter geschieht). Genauso wie Ungarn oder noch besser Uruguay, wo man vielleicht vor ein paar Generationen eine Mannschaft von Weltrang zusammenbekam. Aber das liegt lange zurück und war in einer Zeit, in der gewisse Talente-Konstellationen noch reichten, um große Turniere zu gewinnen. No more. No mas.

    Natürlich gibt es in einem Mannschaftssport Garantie auf Harmonie und stilprägende Überlegenheit. Weshalb die Italiener immer ein hervorragender Kandidat dafür sind, frühzeitig nach Hause zu fahren. Und die Deutschen (trotz Losglück und Turniermannschaftsmythos) auch. Also kann man auch den Briten nicht pauschal zusprechen, dass sie mit EINEM Team automatisch besser dran sind.

    Aber hier war ja expressis verbis erst mal vom Torwartproblem die Rede. Also von der Position, die man am leichtesten mit einer einzelnen Umbesetzung stärken kann. Deshalb habe ich die Namen Gregg und Jennings in die Runde geworfen. Aber ich nenne auch noch gerne noch ein paar Feldspieler, die eine englische Mannschaft unter dem Union Jack zu ihrer Zeit im Handumdrehen besser gemacht hätten: George Best, Danny Blanchflower, Denis Law, Kenny Dalglish, Billy Bremner http://www.telegraph.co.uk/sport/main.jhtml?xml=/sport/2000/12/08/sfnrp09.xml&page=1

    Nicht nur das, ich finde es bedauerlich, dass solche Leute heute außerhalb ihrer Heimat weniger hoch eingeschätzt werden, als sie es verdient hätten. Und ich finde es schade, dass wir solche Teams nie gesehen haben. Alles nur, weil die einzelnen Regionen von Großbritannien nie verwunden haben, dass sie gegen ihren expliziten Willen ins (König)Reich vereinnahmt wurden.

  9. Korrektur:…Natürlich gibt es in einem Mannschaftssport keine Garantie….



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