Lothar Matthäus ist tot, es lebe Philipp Lahm

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2006 war er noch weit davon entfernt, gegen 2008 bekam man eine Ahnung, als man ihn Werbung für die CSU und die FOTO-Zeitung machen sah. 2010 verkaufte er seine Hochzeit an eine Zeitung, die daraus dicke, dicke Lovestories bastelte, die ihn fragte, wie viele Kinder er haben wolle, welche Musik auf der Hochzeit gespielt wurde und weiteren Boulevard-Sermon, dazu der immer unablässliche Bericht, woraus denn das Buffet der Feier bestand.

Nun ist es klar: Philipp Lahm ist der legitime Nachfolger von Lothar Matthäus. Reiner Zufall, dass der Kleine öffentlich in dieser Zeitung heiratete und der Alte nur wenige Tage später öffentlich das Ende seiner Ehe verkündete, nachdem er Paparazzi-Bilder von dieser Zeitung live vor der Kamera vorgelegt bekam, die die Hörner auf seinem Kopf für alle (deutsche) Welt sichtbar machten.

Genauso klar ist, dass es schwierig ist, den einen an Ungeschicklichkeit und Intellekt zu unterbieten. Und das schafft auch Lahm nicht. Trotzdem sind die Pfade, die Lahm so langsam begeht, SZ-Interview mit möglicherweise guten, sportlichen Absichten hin oder her, jene, die der andere so langsam verlässt. Natürlich nicht freiwillig, sondern weil selbst in der FOTO ihn bald keiner mehr lesen wollen wird. Die immer nächste noch jüngere Perle ist selbstredend eine Schlagzeile in immer kürzer werdenden Einschlägen mehr als eine funktionierende Ehe mit zwei Kindern, die sich Lahm von seiner Frau wünscht.

Die Gefahr bleibt aber groß, dass Lahm, der politisch offensichtlich ähnlich rechtsaußen einzuordnen ist wie Hoeneß (der ja nicht mal Bayer ist) und Rummenigge (der ja nicht mal Bayer ist), nun für den Rest aller Zeiten mit der FOTO paktiert und sein Standing bei jenen Teilen verbessert, die nichts anderes als die FOTO gucken.

Es beginnt, mehr als nur unangenehm zu werden, wie der Kleine mit den dicken Augenbrauen sich durch ein Dickicht vernetzwerkt, das ihn niemand zu betreten gezwungen hat.

Der schale Nachgeschmack beim Betrachten der fast immer wachsweichen Statements des vermeintlichen Weltstars Lahm wird immer stärker.

22 Kommentare

  1. da drüber solltest Du (mit deiner Erfahrung) weg sein, Trainer, dass ein guter Fussballer auch ein interessanter (kluger usw) Mensch sein sollte.

    Und was Lahm angeht: er hat begriffen, dass er in Sachen Kapitän wahrscheinlich nur mit Hilfe des „Boulevards“ an Schweini vorbei kommt.

  2. Der Unterschied zwischen einem wertkonservativen, karrierebewussten Medienprofi wie Lahm und einem selbstverliebten, leicht einfältigen Machtmenschen wie Matthäus ist doch ein wenig größer und mehrdimensionaler als hier dargestellt.

  3. Ein kleines Kapitänchen namens Lahm
    einmal an eine Binde kam.
    „Die ist ja richtig toll und chic,
    die geb ich niemals mehr zurück“

    So sprach der Lahm, der kleine Racker
    zu seinem Freund, dem BILDberichterstatter.
    Der dachte: „Prima Mann!
    Der macht uns glatt die Druckmaschine an“

    So war es, denn in aller Schnelle
    rollte nun die Medienwelle
    durch das vereinte Fußballland
    und verdross so manchen Fan von Schland.

    Auch der verletzte Ballack war empört,
    das Stückchen Stoff doch ihm gehört!
    So sprach er trotz kaputtem Fuß:
    „Hier herrsche ich, mit schönem Gruß!“

    Doch das ist Phillipp Lahm ganz gleich
    er bastelt an seim Zwergenreich.
    Und Ballack? Kämpft der noch weiter?
    Ist doch egal. Er wird ja Zweiter!

  4. @Thor:

    Genau deswegen entwickelt sich Lahm meiner Meinung nach immer mehr zum giftzwergigen Ehrgeizling :D !

  5. Kleine Männer haben manchmal ein übersteigertes Geltungsbedürfnis, resultierend aus einer starken Profilneurose.
    Philipp, ab zum Arzt!

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  8. Ich sach jetzt einfach mal ein kurzes: NACK.

    Man muss das nicht begründen, aber ich würde fast wetten, dass Lahm nach seiner Karriere nicht in der Bild landet, sondern im Management von Bayern. Think Olli Kahn, not Matthäus.

  9. Bøde sagt, warum Baade bloggt.

    gez. Bude

  10. Wer für Bild wirbt, ist entweder doof oder glaubt, in Hinblick auf seine weitere Karriere besonders schlau zu sein. Matthäus ist doof. Lahm glaubt, schlau zu sein. Aber immerhin kann man im deutschen Fußball immer noch etwas werden (z.B. Bundestrainer), ohne mit der Bild ins Bett zu steigen. Das lässt mich hoffen.

  11. Ist der Musikgeschmack nicht häufig auch Spiegelbild des inneren Wertesystems? Dann wäre das Attribut „wertkonservativ“ angesichts Lahms Antworten noch reichlich verharmlosend:

    Lieblingssong:
    Rainhard Fendrich: „Weus‘d a Herz hast wia a Bergwerk“

    Erste Platte:
    EAV: „Liebe, Tod & Teufel“

    Lieblingskünstler:
    STS

    Bester Feiersong:
    Queen: „We Are The Champions“

    Bester Therapiesong nach Niederlagen:
    STS: „Fürstenfeld“

    Welchen Künstler ich gern treffen würde:
    Rainhard Fendrich

    Nachzulesen im Rolling Stone: http://www.rollingstone.de/news/article.php?article_file=1276248958.txt

    Ich persönlich hoffe ja immer noch, dass der Kerl einfach schlau und gewitzt ist und sich mit seinem Mehmet-Scholl-Gedächtnis-Humor einen großen Spaß daraus macht, uns mit derlei albernen Antworten und dem ganzen BILD-Schabernack zum Narren zu halten.

    Ach Philipp, sag‘, dass ich Recht habe!

  12. Steinbäcker-Timischl-Schiffkowitz? Reinhard Fendrich?

    Das erklärt, warum Lahm während der WM so aufmüpfig den Spielführer auf Lebenszeit gab.
    Bushido in der Kabine hat ihn einfach zu aggro werden lassen. Und jetzt nehme ich ihm das auch nicht mehr so übel.

  13. Wer oder was ist denn STS?

    Okay, ich habe es nachgelesen. Offenbar Musiker, die man 500 km nördlich von Würzburg nicht unbedingt kennen muss.

  14. Hm, eine politische Gesinnung anhand des Musikgeschmacks festzumachen, halte ich für absurd. „Weus‘d a Herz hast wia a Bergwerk“ ist inzwischen ein Klassiker und wird nicht nur auf Hochzeiten im alpenländischen Raum von CSU-Sympathisanten gespielt.

  15. Nee, wahrscheinlich auch auf Schützenfesten im alpenländischen Raum. Und vielleicht noch im Kölner Karneval, wenn sich irgendeine Silbe des Textes entfernt nach „Dom“ anhört.

    Der gute Mann scheint im Kopf bereits in etwa so alt zu sein wie sein Körper in Zentimeter lang ist. Naja, meinetwegen, solange er mich damit nicht belästigt. Also schön bei der FOTO bleiben, da besteht für mich keine Gefahr.

  16. Die EAV ist auch eher genau das Gegenteil von „wertkonservativ“. OK, das könnte die berühmte die Regel bestätigende Ausnahme sein.

  17. Lahm (et al.) und Bild auf’s Korn genommen von Greenpeace:

    http://bit.ly/9iwZgQ

  18. Moment mal – die „Liebe, Tod & Teufel“ ist auch einer meiner ersten Platten.

  19. @sternburg .. mach dich jetzt beim Trainer aber nicht noch weiter unbeliebt .. :-)



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