Michael Lott, wir danken Dir!

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Die Bewegung gegen den modernen Fußball hat eine neue Ikone:

Michael Lott

Im Tatort ermordet er in der Rolle des Steffen Rennert eine Fußballerin, weil diese … irgendwas mit Seele des Fußballs und so, kaputtmacht, wohl, woraufhin er sie selbst kaputtmachen muss, die Spielerin versteht sich, nicht die Seele, die will er ja retten.

Gegen Ende des Films flippt er noch mal gegenüber dem großen, geschäftsgeilen Mäzen des Vereins aus, kurz bevor Lott als Rennert gefasst wird, und macht klar, dass man so nicht mit dem unmodernen Fußball umgeht. In dieser Aussage wird er sehr deutlich, indem er mit diversem Werkzeug auf — böses Foul eigentlich, aber eben nicht modern — auf bereits am Boden liegende Menschen einschlägt. Währenddessen leiert er den ganzen Sermon runter, der von nun an die Rezeption des Fußballs komplett verändern wird.

Endlich hat die Bewegung einen, hinter dem sie sich vereinen kann, einen charismatischen Greenkeeper, einen ganz eigenen Osama Platz Warten, der ihr den entscheidenden Zulauf sichern wird.

Was der Tatort hingegen hat: Drehbuchschreiber auf dem Level von Zwanzigers dickem Fell.

Extrem treffend: diese Worte zum Tatort mit dem FC Eppheim.

(Beantrage bei der Jury, dass ich die 90 Minuten mit dem Betrachten dieses Tatorts verbrachte Lebenszeit am Ende erstattet bekomme. Vom Geld wollen wir gar nicht erst reden, geht ja schließlich um die Seele des Fußballs.)

12 Kommentare

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  2. Und wer seinerzeit dachte Berti Vogts war darstellerischer Fußballer-Tiefpunkt im Tatort hat heute nicht seinen Ex-Chef samt dessen Entourage durch den Film holpern sehen. Oliver-ich kann-nur-ein-Gesicht-B. grinste dermaßen debil in die Kamera als ginge es darum fettigen Nuß-Nougat- Aufstrich zu verkaufen
    Diese Fremdscham kann einem keiner bezahlen.

  3. Eine sehr treffende Kritik und ein noch treffenderer Link, vielen Dank!

    Wobei ich das mit der „Theater AG“ ein wenig relativieren möchte: zum Einen liefert in diesem lustigen Quintett (der Kolumnenschreiber vergaß leider Celia Okoyino da Mbabi – er wird wohl eher nicht nach Zeilenanzahl bezahlt) ausgerechnet Bierhoff den glaubwürdigsten Übergang von guter Laune zu totaler Betroffenheit binnen einer Sekunde ab; wahrscheinlich ist er diese Art Schauspielern aus der täglichen Arbeit gewöhnt. Zum Anderen ist Theo der Zwanziger dermaßen schlecht, als er telefonisch die Todesnachricht erhält (man beachte den Schluss des „Gesprächs“: er sagt „Sag, dass das nicht wahr ist“ und legt in derselben Sekunde grußlos auf – sensationell), dass Kaninchen-Berti seit ca. 20.30 Uhr heute Abend endgültig filmische (Mittelmaß-)Geschichte sein dürfte. Und das mitzuerleben, war doch schon mal ne Monatsgebühr GEZ wert.

    Nebenbei, der Film war schlecht. Richtig schlecht. Aber die Show stimmte. Wie so oft beim DFB.

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  7. Am Ende sagte ich zu meiner Frau (die nur die letzten fünf Minuten gesehen hatte): „Das war der schlechteste Tatort aller Zeiten“. Woraufhin sie mich fragte: „Lag das am Thema Frauenfußball oder an der Form?“ Ich hätte das Niveau des Ganzen noch unterbieten können – schwieg aber lieber schulterzuckend. Das war unglaublich und ganz, ganz frech (und eine Schande für den Fußball)!

  8. Leider wurde nicht deutlich (zumindest mir nicht), welche Position die ermordete „Fadime Gülüc“ (leicht)bekleidete. Kann sich aber eigentlich nur um die Sechserin gehandelt haben. Das würde den grotesken Hass des während des Trainings bockwursterhitzenden Platzwarteszwar auch nicht erklären, dem Plot aber wenigstens eine gewisse Stringenz verleihen.

  9. @Jens:
    Ergibt sich die Position nicht aus dem Wikipedia-Eintrag (oder jeder anderen relevanten Quelle) zu Fatmire Bajmaraj?

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