Peps panische Anspannung

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Ob Pep Guardiola nun akzeptabel Deutsch gelernt hat für die Zeit und Mittel, die ihm zur Verfügung standen, ist natürlich nicht abschließend zu beantworten. Sollte er tatsächlich einige seiner Sätze vorher auswendig gelernt haben, dann ist das zwar legitim, allerdings nicht das, was man gemeinhin darunter versteht, eine Sprache zu beherrschen. Dass Guardiola erkannt hat, dass man in New York schlechter Deutsch lernt als in einem Land, in dem Deutsch gesprochen wird, lässt für ihn und die Zukunft aber unbedingt hoffen.

Seltsam angespannt wirkte er aber schon bei seinen ersten Worten auf Deutsch, auf der Pressekonferenz im Münchner Stadion. Das könnte damit zu tun haben, dass man im Hause Hoeneß angeblich schon mal unter Tarif zahlt, wenn jemand Sprachschwierigkeiten hat.

Die Pressekonferenz war also der erste, vielleicht entscheidende Test, wie man Guardiola als Arbeitnehmer nun einsortieren würde. 10 Millionen Euro im Jahr oder vielleicht doch nur 1.380 Euro im Monat?

Verständlich, dass Pep Guardiola ganz schön ins Schwitzen kam und mehr als ein Mal geradezu panisch die Kopfhörer mit der Übersetzung aufzog, um dann einigermaßen erleichtert wieder auf Deutsch antworten zu können.

Denn im Hause Hoeneß sei man bei Sprachschwierigkeiten nicht zimperlich, wird kolportiert:

Während die NGG dem Unternehmen vorwirft, die 290 Beschäftigten mit einem Niedriglohn von 1.380 Euro brutto abzuspeisen, wolle Florian Hoeneß keine Zahlen nennen. Mit einem Lohn dieser Größenordnung habe er aber für „Ungelernte mit Sprachschwierigkeiten überhaupt kein Problem.“ Das sei branchenüblich. Vielmehr trage der Verbraucher die Verantwortung, der immer alles möglichst billig kaufen wolle. Zudem könne der Staat ja entsprechende Mindestlöhne einführen.

(Quelle von 2010).

Der Trainerberuf ist bekanntlich kein (richtiger) Ausbildungsberuf, insofern wäre Pep Guardiola ein Ungelernter mit Sprachschwierigkeiten gewesen. Nach dem halbwegs akzeptabel bewältigten Sprachtest in der Pressekonferenz ist er nur noch ein Ungelernter ohne Sprachschwierigkeiten und darf sicher seine paar Millionen einstreichen. Puh, zum Glück bestanden!

Ganz so nervös hätte Guardiola aber ohnehin nicht sein müssen: 1.380 Euro im Monat reichen doch auch zum Leben. Verhungert ist in der Wurstfabrik jedenfalls noch niemand.

4 Kommentare

  1. Sehr sinniger Post. Danke!
    Bin ich eigentlich der Einzige, der bei „Pep“ zuerst hieran denkt (http://www.drug-infopool.de/rauschmittel/amphetamine.html)
    Das eröffnet den Wortspielfreunden aus der Kicker-Redaktion völlig neue Möglichkeiten:
    # Barca niedergerannt! Bayern spielt wie auf Pep
    # 6:1! Bayern im Pep-Rausch!
    # Wegen Pep! Lahm unermüdlich!
    # Pep der Antreiber macht müde Bayern munter
    usw. usf.

  2. Ich eher an Donca. Gibt es nen Spieler, der so heißt?
    Donca und Pep, das wär was.

  3. OT: Die Allianz-Arena ist schon wieder die Nummer 1 in Gastro (Wurst & Vegetarisches), im Stadion-Gourmet-Ranking.

  4. @netzberg: Das kann ich so nicht bestätigen. Habe einst einen Espresso im verschüttet. Die Reaktion des Servicebereiches war darauf vollkommen unzureichend. Wollten doch auch echt in geldgieriger Manier den Ersatzespresso bezahlt haben. Echter Kundenabwehrdienst. In jedem kleineren Cafehaus bekommst Du bei einem Malheur mit dem Espresso oder Cappucino selbstredend einen Ersatz ohne monetäres Handaufhalten.

    Vielleicht habe ich aber auch nur einen zu hohen Anspruch in puncto gelebter Servicementalität, echter Freundlichkeit – frei von aufgesetzten Marketinglächeln.

    Auch die Qualität der Speisen fand ich in all den Jahren jetzt nie besonders herausragend. Stadionbewirtung hin oder her.



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