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Schlagwort: Eintracht Frankfurt

Alles zum neuen Spielplan

Der neue Spielplan der Bundesliga für die Saison 2019/20 ist veröffentlicht worden. Natürlich gibt es viele Meinungen dazu, vor allem von den Fans, was ihnen gefällt und was nicht, aber auch von Offiziellen der Vereine. Diesmal ungewöhnlich: Sehr deutlich kritisierte Michael Zorc vom BVB die Ansetzungen, die seinen Club seiner Meinung nach ein wenig benachteiligten. Ebenfalls selbstverständlich, dass der Meister der vergangenen Saison das Eröffnungsspiel am Freitag des ersten kommenden Spielwochenendes bestreitet. Und das ist, wie noch stets in den letzten sieben Jahren, bekanntlich der FC Bayern München. Sein Auftaktgegner beim Heimspiel und damit dem ersten von wie immer 306 Partien der kommenden Bundesliga-Runde bestreitet der amtierende Meister in seiner Allianz-Arena in Fröttmaning gegen Hertha BSC.

FC Bayern eröffnet die Saison zu Hause

Die Bayern werden allgemein diesmal als nicht so stark eingeschätzt wie in den meisten letzten Jahren zu vor. Deshalb lohnt sich in diesem Fall auch eine Wette auf den Gesamtsieger der Bundesliga, sprich: den kommenden Deutschen Meister, besonders. Gleich mehrere Kandidaten dürften realistische Chancen haben, am Ende der Saison die Meisterschale in Empfang zu nehmen. Und darum gilt gerade für Novizen bei Sportwetten, dass sie jetzt zuschlagen sollten, und sich bei einem der vielen Wettanbieter einen Willkommensbonus zu sichern. Diesen gewähren im Prinzip alle Wettanbieter am Markt allen Neukunden in unterschiedlicher Höhe. Wie das genau abläuft, erklärt diese Webseite in allen Details. Dann einfach auf den kommenden Deutschen Meister tippen und zusätzlich den Willkommensbonus einstreichen.

Hier nun also der komplette erste Spieltag der kommenden Saison im Überblick:

FC Bayern München - Hertha BSC
Borussia Dortmund - FC Augsburg
Bayer Leverkusen - SC Paderborn 07
Borussia Mönchengladbach - FC Schalke 04
VfL Wolfsburg - 1. FC Köln
Eintracht Frankfurt - TSG Hoffenheim
Werder Bremen - Fortuna Düsseldorf
SC Freiburg - FSV Mainz 05
1. FC Union Berlin - Rasenballsport Leipzig

Damit hat der erste Spieltag auch direkt einen echten Kracher zu bieten, nämlich den (nicht nur West-) Klassiker zwischen Borussia Mönchengladbach und dem FC Schalke 04. Angesichts des Verlaufs der letzten Saison droht den Schalkern damit schon wieder sofort ein Fehlstart, denn die Borussia aus Mönchengladbach ist trotz aller Abgänge zumindest auf dem Papier deutlich stärker einzustufen als die Knappen. Doch wie man weiß, beginnen alle Partien immer beim Stand von 0:0 und auch vor jeder neuen Saison werden die Karten komplett neu gemischt, zumindest, was das Momentum und die psychische Komponente innerhalb einer Mannschaft betrifft.

Aufsteiger im direkten Duell und mit Ost-Derby

Immer interessant auch, gegen wen die Aufsteiger in ihre Saison in der nun höheren Spielklasse bestreiten dürfen bzw. müssen. Ganz besonders interessant natürlich für jenen Club, der zum ersten Mal in der Bundesliga aktiv wird, den 1. FC Union Berlin. Ihm haben die Gestalter des Spielplans das einzig mögliche Ostderby der Bundesliga zugeteilt, die Eisernen treten in ihrem ersten Bundesligaspiel überhaupt gegen Leipzig an, immerhin in einem Heimspiel.

Der SC Paderborn reist zum 1. FC Köln und damit treffen sich gleich zwei Aufsteiger im direkten Duell gegeneinander. Feels like immer noch 2. Bundesliga, aber wenigstens ist die Distanz nicht allzu weit, sodass wohl viele Fans des SC Paderborn ihren Club an den Rhein begleiten werden.

Zum Abschluss noch ein Klassiker

Ebenso spannend ist natürlich die Konstellation am 34. und damit letzten Spieltag in der Bundesliga. Da ergibt sich für die Saison 2019/20 die folgende Ansetzung der jeweils neun Paarungen an einem Spieltag:

Borussia Dortmund - TSG Hoffenheim
Bayer Leverkusen - FSV Mainz 05
Borussia Mönchengladbach - Hertha BSC
VfL Wolfsburg - FC Bayern München
Eintracht Frankfurt - SC Paderborn 07
Werder Bremen - 1. FC Köln
SC Freiburg - FC Schalke 04
FC Augsburg - Rasenballsport Leipzig
1. FC Union Berlin - Fortuna Düsseldorf

Einen Klassiker hält auch dieser Spieltag also bereit: Werder Bremen gegen den 1. FC Köln. Beide werden aber wohl nicht ins Titelrennen eingreifen können.

Die Meisterschale könnte am letzten Spieltag womöglich eher in Dortmund übergeben werden, in Wolfsburg – oder vielleicht ja auch in Augsburg oder in Mönchengladbach. Der Titelfavorit bleiben natürlich die Bayern, doch immer noch im Umbruch befindlich, weiß man nicht, wie sie sich in der kommenden Saison präsentieren werden, zumal der BVB enorm aufgerüstet hat und in Lucien Favre zweifelsohne über den taktisch fähigeren Trainer verfügt. Einen guten Trainer hat aber auch Leipzig in der neuen Saison, nämlich Julian Nagelsmann, der von Hoffenheim zum anderen überaus populären Club der Bundesliga gewechselt ist. In jedem Fall dürfte die kommende Saison spannender werden als die allermeisten in den letzten Jahren, als die Bayern häufig schon weit vor dem letzten Spieltag als Meister feststanden.

Eins bleibt, wie es immer war

Was diesem Spielplan und allen bisherigen und zukünftigen der Bundesliga allerdings ohnehin innewohnt, ist, dass jedes Team zweimal gegen jedes andere spielt – einmal beim Gegner und einmal im eigenen Stadion. Nur die Reihenfolge (und die Auf- und Absteiger der Bundesliga) ändert sich von Jahr zu Jahr. Während an einem Spieltag zudem immer mehr verschiedene Anstoßzeiten genutzt werden, ist das angenehme der letzten beiden Spieltage, dass dann alle neun Partien zeitgleich stattfinden. Am Samstag um 15.30 Uhr, wie es zu Opas Zeiten noch an jedem Spieltag Usus war.

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Bundesliga-Meisterschaften, die durch die Tordifferenz entschieden wurden

Noch ist es in dieser Saison 2018/19 nicht ausgeschlossen: dass die Tordifferenz über die Meisterschaft entscheidet. Auch, wenn das zugegebenermaßen äußerst unwahrscheinlich ist, drei Spieltage vor Saisonende und bei 16 Toren, die Borussia Dortmund gegenüber dem FC Bayern München aufholen müsste. Doch unmöglich ist es nicht. Schließlich begann die gar nicht mal so kurze Geschichte der anhand der Tordifferenz entschiedenen Meistertitel in der Bundesliga mit einem Sieg am letzten Spieltag, der bis heute der höchste Bundesliga-Sieg der Historie ist.

Immerhin sechsmal entschied am Ende die Tordifferenz über den Meistertitel in jetzt 56 Saisons, also in mehr als jeder 10. Saison ist dies der Fall. Allerdings ließ man sich einerseits 15 Jahre seit Gründung Zeit, bis es zum ersten Mal soweit war, andererseits ist es seit dem Beginn des neuen Jahrhunderts kein einziges Mal in inzwischen 19 Jahren mehr vorgekommen. Und dass die Zahl der mehr erzielten Tore – statt der reinen Tordifferenz – über den Titel entschieden hätte, gab es noch nie. Gleich beim ersten Mal wäre es aber fast schon soweit gekommen.

1977/78

Die Mutter aller Schlachten um die Tordifferenz fand an jenem letzten Spieltag der Saison 1977/78 statt, als Jupp Heynckes fünfmal im Rheinstadion traf, Otto Rehhagel mit Borussia Dortmund unterging und die Kölner so weise waren, sich nicht auf dem Vorsprung von 10 Toren vor Beginn des Spieltags auszuruhen, sondern ihrerseits beim 5:0 gegen den FC St. Pauli nicht mit Toren sparten. So blieb es bei am Ende drei weniger kassierten Toren als Konkurrent Borussia Mönchengladbach. Damit gelang der zweite und letzte Bundesligatitel des 1. FC Köln, der auch gleich noch das Double gewann (damals eine echte Besonderheit).

Club Tore Diff Punkte
1. 1. FC Köln 86:41 +45 48:20
2. Borussia Mönchengladbach 86:44 +42 48:20
3. Hertha BSC 59:48 +11 40:28

1982/83

Zwei Nordclubs ganz oben, und nur der Unterschied einer um 8 Tore besseren Tordifferenz machte den HSV zum Meister vor Werder Bremen, gerade mal vor zwei Jahren wieder aufgestiegen nach dem bislang einzigen Abstieg aus der ersten Bundesliga. Der Drittplatzierte VfB Stuttgart hatte mit 80 sogar noch ein Tor mehr erzielt als der Meister HSV mit seinen 79 Toren, aber weniger Punkte gesammelt. Keine allzu dramatische Angelegenheit war diese Entscheidung, auch, wenn es natürlich alles am letzten Spieltag noch hätte kippen können.

Club Tore Diff Punkte
1. Hamburger SV 79:33 +46 52:16
2. Werder Bremen 76:38 +38 52:16
3. VfB Stuttgart 80:47 +33 48:20

1983/84

In dieser Saison kam es zur seltsamen Konstellation, dass der Hamburger SV beim VfB Stuttgart quasi ein Finale um die Meisterschaft austragen durfte oder musste. Dieses gewann er zwar auch mit 1:0, es hätte aber noch ein paar Tore mehr gebraucht, um den VfB Stuttgart auch in der Tabelle zu überflügeln. Dass sogar drei Mannschaften am Ende punktgleich waren, gab es auch nur dieses eine Mal, aber Mönchengladbach hatte sich diesmal – anders als 1978 – offenbar ohnehin nicht mehr ernsthaft Chancen auf den Titel ausgerechnet.

Club Tore Diff Punkte
1. VfB Stuttgart 79:33 +46 48:20
2. Hamburger SV 75:36 +39 48:20
3. Borussia Mönchengladbach 81:48 +33 48:20
4. FC Bayern München 84:41 +43 47:21

1985/86

„Kutzop“.

Und das ist dann auch schon die komplette Geschichte dieses Dramas, bei dem der Tabellendritte Bayer Uerdingen immerhin auf die stolze Tordifferenz von +3 Toren kam.

Bliebe vielleicht noch zu erwähnen, dass dies der einzige Elfmeter war, den Michael Kutzop in seiner gesamten Profikarriere vergab. Und dass den Bremern immer noch ein Remis beim letzten Spiel in Stuttgart gereicht hätte, welches aber mit 1:2 verloren ging, während die Bayern zu Hause Borussia Mönchengladbach mit 6:0 abfertigten. Alles live verfolgt am Fahrradradio meines Kumpels, damals. Immerhin hatte der Fußballgott ein Einsehen und erlaubte Werder Bremen 1988 schließlich den Titel in der Bundesliga. Zu spät allerdings für Rudi Völler, der da schon über die Alpen nach Italien entfleucht war und somit zwar Weltmeister ist, aber nie Deutscher Meister wurde (und auch in Italien kein Landesmeister).

Ich schweife ab, hier geht es ja um die Entscheidung per Tordifferenz. Voilà:

Club Tore Diff Punkte
1. FC Bayern München 82:31 +51 49:19
2. Werder Bremen 83:41 +42 49:19
3. Bayer Uerdingen 63:60 +3 45:23

1991/92

Die sportlich schwärzeste Stunde der Frankfurter Eintracht fand mit einem 1:2 bei Hansa Rostock statt, woraufhin der VfB Stuttgart, der seinerseits erst spät in Leverkusen in Unterzahl zum Siegtreffer kam, mal wieder Meister wurde, wie das früher öfter der Fall war. Erstaunlich, dass man bei Borussia Dortmund diese einzige Saison mit 20 Clubs in der 1. Liga, in der man bis zuletzt im Meisterrennen war, kaum je erwähnt. In jedem Fall einer der spannendsten letzten Spieltage überhaupt in der Bundesliga-Historie.

Club Tore Diff Punkte
1. VfB Stuttgart 63:32 +30 52:24
2. Borussia Dortmund 66:47 +19 52:24
3. Eintracht Frankfurt 76:41 +35 50:26

1999/2000

Ballack, Unterhaching, Eigentor.

Auch diese Geschichte ist schnell erzählt, bzw. dürfte allgemein bekannt sein – und erneut war der FC Bayern Nutznießer dessen, dass er eine bessere Tordifferenz als sein Kontrahent aufwies. Da ahnte man bei Bayer Leverkusen allerdings noch nicht, was die Saison 2002 noch für sie bereithalten sollte …

Club Tore Diff Punkte
1. FC Bayern München 73:28 +45 73
2. Bayer Leverkusen 74:36 +38 73
3. Hamburger SV 63:39 +24 59

Der Glaube daran, dass sich die Saison 2018/19 in diese Liste einreiht, ist hier trotz meines Tweets von jüngst quasi nicht vorhanden. Spannend wäre es aber natürlich schon und wie der aktuell etwas schräge Spieltag gezeigt hat, auch nicht komplett unmöglich.

Wer die Saison 2000/2001 mit dem Meister der Herzen alias der Vierminuten-Meisterschaft des FC Schalke 04 hier vermisst, dem sei gesagt, dass der FC Bayern damals die schlechtere Tordifferenz aufwies, durch den späten Ausgleich beim Hamburger SV aber eben einen Punkt mehr sammelte als Schalke. Ohne diesen Punkt wäre man punktgleich gewesen – und bei dieser Entscheidung hätte dann Schalke die Nase vorn gehabt. Dem war aber nicht so, weshalb diese Saison auch nicht in dieser Zusammenstellung auftaucht. Dramatische Saisons gab es aber auch so schon genug. Nur seit 2012 ist da nicht mehr allzu viel Drama gewesen, Baby.

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Alle Trainer aus Österreich in der Bundesliga

Kommen wir wieder einmal zur Historie der deutschen Bundesliga. Erneut soll es hier nicht um die Akteure auf dem Platz, sprich: die Spieler, gehen. Sondern um jene Zampanos, die an der Linie die Marschroute ihres Clubs vorgeben, welche sie im besten Falle unter der Woche im Training schon einstudiert haben. Dabei bietet Österreich als Herkunftsland von Trainern in der Bundesliga natürlich einen ganz großen Vorteil: das Fehlen einer Sprachbarriere, wenn ein Trainer aus der Alpenrepublik in die deutsche Bundesliga wechselt. Zumindest für den Umgang mit einheimischen Spielern und den Medien gilt das natürlich. Und so darf es nicht überraschen, dass Österreich jenes Land ist, welche die zweitmeisten Trainer der Bundesliga aus dem Ausland stellte, hinter den ebenfalls direkt an die Bundesrepublik Deutschland grenzenden Niederlanden. Hier die Übersicht, welche Trainer es konkret waren, die seit Gründung der Bundesliga im Jahr 1963 für kürzere oder längere Zeit das Zepter auf einer der 18 Trainerbänke der Erstligisten im deutschen Fußball schwangen.

Liste Trainer aus Österreich in der Bundesliga

Name Clubs
Max Merkel TSV 1860 München, 1. FC Nürnberg, FC Schalke 04, Karlsruher SC
Franz Binder TSV 1860 München
Ernst Ocwirk 1. FC Köln
Ernst Happel Hamburger SV
Helmut Senekowitsch Eintracht Frankfurt
Felix Latzke SV Waldhof Mannheim
Josef Hickersberger Fortuna Düsseldorf
Kurt Jara Hamburger SV, 1. FC Kaiserslautern
Peter Pacult TSV 1860 München
Peter Stöger 1. FC Köln, Borussia Dortmund
Ralph Hasenhüttl FC Ingolstadt, RB Leipzig
Robert Körner 1. FC Nürnberg
Adi Hütter Eintracht Frankfurt

Der weitaus umtriebigste Trainer aus Österreich war somit Max Merkel, der gleich vier verschiedene Vereine im Oberhaus trainierte. Kurzzeitig war er sogar im Gespräch als neuer Trainer des FC Bayern München, als dieser sich während der Saison 1977/78 von Gyula Lorant trennte. Doch eine Spielerrevolte verhinderte die Verpflichtung beim FC Bayern, sodass Max Merkels Meistertitel mit dem Lokalrivalen TSV 1860 München und der spätere Titel mit dem 1. FC Nürnberg seine einzigen beiden Meistertitel in Deutschland bleiben sollten. Allerdings zählt Max Merkel damit zu einer recht kleinen Zahl an Menschen, die es überhaupt schafften, mehr als einmal Meister der deutschen Bundesliga zu werden. Dazu zählt auch sein Landsmann Ernst Happel, der den Hamburger SV zu seiner erfolgreichsten Zeit in der Vereinsgeschichte antriebt. 1982 und 1983 wurde er mit dem Club von der Alster Deutscher Meister, 1983 gewann er als Trainer des Hamburger SV sogar noch den Europapokal der Landesmeister.

Hütter und Hasenhüttel zuletzt

Aktuell (im Jahr 2018) ist nur ein Trainer aus Österreich in der Bundesliga beschäftigt, nachdem Ralph Hasenhüttl nicht zu den Bayern, sondern in die Premier League zum FC Southampton wechselte. Dort steht Hasenhüttl vor der schwierigen Aufgabe, seinen Club vor dem Abstieg zu bewahren, noch dazu in einem Land, in dem nicht zuletzt aufgrund des großen Interesses an Sportwetten, wie man z. B. bei wettapp.net nachvollziehen kann, der Druck ein wenig höher ist. Mit deutlich weniger Druck, aber noch besseren Resultaten als sein Vorgänger Niko Kovac arbeitet zurzeit hingegen Adi Hütter bei Eintracht Frankfurt. Zwischenzeitlich träumten die Fans dort sogar von der Meisterschaft. Diese Träume dürften sich wieder erledigt haben. Damit ist auch eine außergewöhnliche Errungenschaft wieder in weitere Ferne gerückt, die der Österreicher Adi Hütter hätte erreichen können. Würde er in Deutschland Meister, wäre er der erste Trainer, der in Österreich (Salzburg), der Schweiz (YB Bern) und eben in Deutschland als Trainer Meister geworden ist. Stand der Auflistung ist übrigens der 30.12.2018, es können also in Zukunft natürlich noch weitere Trainer mit der Nationalität „Österreich“ hinzukommen – und Adi Hütter vielleicht sein besonderes Kunststück erreichen.

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On the road again

Einer der Gründe, warum Steven Gerrard darüber nachdenkt, von LA Galaxy zurück nach Liverpool zu wechseln, sind die enormen Reisestrapazen, die ein Spieler in der MLS ertragen muss. Was sich bei einem Club in LA noch mal verschärft, da es kaum nahe liegende Nachbarn in der MLS gibt. 44.000 Meilen muss er in einer normalen Saison fliegen, das sind etwa 70.000 Kilometer, also beinahe zwei mal um die Erde. Wobei in den USA natürlich noch der Stressor der unterschiedlichen Zeit- und Klimazonen bei den Auswärtsspielorten hinzukommt.

In einer früheren Version stand hier, dass es 22.000 Meilen wären, das war aber nur die einfache Strecke. Es sind also 44.000 Meilen, Danke an den Hinweisgeber Asgeirsson in den Kommentaren.

Das sah in England, insbesondere wenn man so wie Liverpool noch relativ mittig liegt, natürlich völlig anders aus.

Schwupps sind wir aber schon bei der Frage, wie viele Kilometer denn so ein Bundesligaspieler pro Saison reisen muss. Auch hier dürften die weitab der meisten anderen liegenden Clubs wohl die längsten Strecken zurückzulegen haben. Flugs mal eben die Entfernungen per www.luftlinie.org addiert, kommt man für den:

FC Bayern München

  • 56 – Augsburg
  • 70 – Ingolstadt
  • 190 – Stuttgart
  • 233 – Sinsheim
  • 287 – Darmstadt
  • 304 – Frankfurt
  • 317 – Mainz
  • 455 – Köln
  • 461 – Leverkusen
  • 477 – Dortmund
  • 479 – Wolfsburg
  • 488 – Hannover
  • 493 – Gelsenkirchen
  • 501 – Mönchengladbach
  • 504 – Berlin
  • 582 – Bremen
  • 612 – Hamburg

auf 6.509 Kilometer einfache Strecke und hin und zurück demgemäß auf 13.018 Kilometer, also etwa ein Sechstel (siehe Hinweis oben) der Entfernungen, die Steven Gerrard in einer Saison zurücklegen muss (allerdings immerhin auch noch ein Mal durch die Erde). Anders sieht das bei der sehr zentral positionierten

Eintracht Frankfurt

  • 26 – Darmstadt
  • 32 – Mainz
  • 96 – Sinsheim
  • 152 – Stuttgart
  • 152 – Köln
  • 157 – Leverkusen
  • 177 – Dortmund
  • 191 – Gelsenkirchen
  • 198 – Mönchengladbach
  • 248 – Ingolstadt
  • 252 – Augsburg
  • 262 – Hannover
  • 295 – Wolfsburg
  • 304 – München
  • 329 – Bremen
  • 393 – Hamburg
  • 424 – Berlin

aus, da sind es dann nur 3.688 Kilometer für die einfache Strecke, somit insgesamt 7.376 Kilometer – also nur etwas mehr als die Hälfte der Reisestrecke, die die Spieler des FC Bayern München zu bewältigen haben. Ein klarer Vorteil, der sich schon jetzt, nach einem Drittel der Saison bemerkbar machte: Logisch, dass die Bayern gegen derart ausgeruhte Gegner kaum eine Chance hatten und gerade eben noch ein glückliches 0:0 halten konnten.

Ebenfalls bemerkenswert: 9 der Reiseziele liegen für Eintracht Frankfurt weniger als 200 Kilometer (eine objektiv subjektiv empfundene Schmerzgrenze für Auswärtsfahrten*) entfernt. Somit kann man bei gleich 9 Auswärtsspielen mitfahren, ohne komplette Sams- oder Sonntage zu verbraten. Bei den Bayern sind es dagegen gerade mal 3 Auswärtsstationen unter 200 Kilometern, wobei Stuttgart mit 190 Kilometern Entfernung da schon wieder hart an der Grenze liegt.

Dieser Wert der Gesamtreisekilometer muss für jeden Club unbedingt in die Berechnung der Ausschüttung der TV-Gelder nach Zahl der mitreisenden Auswärtsfans einfließen, schließlich verbraucht man nicht nur Zeit pro Strecke, sondern vor allem Geld.

* Was nicht bedeutet, dass man hier keine Auswärtsfahrten über 200 Kilometer Entfernung absolvierte, nur ist dann definitiv vom Tag nichts mehr für andere Dinge zu gebrauchen.

PS: Sehr billig auch von Ralf Rangnick, die Zahl der von Fortuna Düsseldorf nach Leipzig (389 Kilometer) mitreisenden Zuschauer also mit jener der von Leipzig zum Spiel nach Union Berlin (149 Kilometer) zu vergleichen. Wahrscheinlich kann man sich als Millionär einfach nicht mehr vorstellen, dass die Entfernung bei einer Reise neben einem zeitlichen auch ein finanzieller Faktor ist. Aber das (Ralf Rangnick) ist ein anderes Thema, wie es ja ohnehin um die Strapazen der Spieler nicht der Fans ging.

PPS: Man sehe mir nach, dass ich das jetzt nicht für jeden Verein einzeln aufgedröselt habe, wer mag, kann das ja für seinen Herzensclub (oder den, der am nächsten liegt) mal ausrechnen und hier nachtragen. Muss aber nicht. Die Größenordnungen werden hoffentlich auch so deutlich.

Club Gesamtstrecke
Hertha BSC 14.112
FC Bayern München 13.018
Hamburger SV 12.480
Eintracht Frankfurt 7.376
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Trainer Bundesliga-Saison 2015/2016

Mehmet Scholl prägte letztens den Begriff vom „Laptop-Trainer“, und er war nicht positiv gemeint. All jenen, welche nicht selbst als Profi aktiv gewesen waren, fehle die Einsicht darin, wie solche Profi-Fußballer ticken, wollte der Ex-Nationalspieler und Ex-Drittliga-Trainer damit zum Ausdruck bringen. Wem der Stallgeruch des Bundesliga-Betriebs fehle, der könne unmöglich so handeln, wie es die unterschiedlichen Psychen der Untergebenen verlangen.

Gleichwohl bestritt Mehmet Scholl nicht die gute Qualität der Arbeit von Trainern ohne (echte) Profi-Erfahrung, wie es bei Thomas Tuchel der Fall ist.

Eine „neue Generation“ sei am Werke, die eben anders arbeite. Aber meist völlig anders, als Scholl selbst das tun würde. Woher die Technik- und Taktikskepsis des früher doch progressiven Scholl, man denke an seinen Musikgeschmack und seine Tätigkeiten als DJ im Radio, stammt, ist nicht so einfach nachzuvollziehen.

Gibt es überhaupt eine solche „neue Generation“, die am Werke ist. Wirft man einen Blick auf die derzeit in der Bundesliga tätigen Trainer, ergibt sich dabei folgendes Bild:

Club Trainer Profi-Erfahrung
1. FC Köln Peter Stöger 1. Liga Österreich
FSV Mainz 05 Martin Schmidt 3. Liga Schweiz
Bayer Leverkusen Roger Schmidt -
Borussia Dortmund Thomas Tuchel 2. Bundesliga
Borussia Mönchengladbach André Schubert (interim) -
Eintracht Frankfurt Armin Veh 1. Bundesliga
FC Augsburg Markus Weinzierl 1. Bundesliga
FC Bayern München Pep Guardiola 1. Liga Spanien, Nationalspieler
FC Ingolstadt Ralph Hasenhüttl 1. Bundesliga
FC Schalke 04 André Breitenreiter 1. Bundesliga
Hamburger SV Bruno Labbadia 1. Bundesliga, Nationalspieler
Hannover 96 Michael Frontzeck 1. Bundesliga, Nationalspieler
Hertha BSC Pal Dardai 1. Bundesliga, Nationalspieler
SV Darmstadt 98 Dirk Schuster 1. Bundesliga, Nationalspieler
Werder Bremen Viktor Skripnik 1. Bundesliga, Nationalspieler
TSG Hoffenheim Markus Gisdol -
VfB Stuttgart Alexander Zorniger -
VfL Wolfsburg Dieter Hecking 1. Bundesliga

Tatsächlich besitzen also eigentlich nur Markus Gisdol, André Schubert, Martin Schmidt, Roger Schmidt und Alexander Zorniger keine Profi-Erfahrung, wobei man Thomas Tuchel eigentlich hinzuzählen müsste, da er es auf nur 8 Einsätze in der zweiten Bundesliga brachte, ehe er seine aktive Karriere wegen einer Verletzung abbrechen musste, was übrigens auch auf Markus Gisdol im Alter von nur 27 Jahren zutraf. Somit kommt man auf eine Quote von 6 Trainern von 18, die keine Profi-Erfahrung mitbringen, während alle anderen es in hohe Ligen und teils sogar bis zum Nationalspieler (Frontzeck, Guardiola, Labbadia, Skripnik, Dardai, Schuster) brachten. Da kann man durchaus von einem Trend sprechen, denn früher war es die absolute Ausnahme, wenn Leute wie Neururer oder Daum es ohne Profi-Erfahrung bis zum Trainerposten in der 1. Bundesliga brachten. Heute scheint dies viel einfacher möglich zu sein. Zumal nicht vergessen werden sollte, dass all jene, deren aktive Karrieren früh endeten, mehr Zeit hatten, sich um ihre Ausbildung und Weiterentwicklung als Trainer zu kümmern.

Interessant, aber weniger von außen ersichtlich, ist dabei natürlich auch die Frage, wie diese neuartigen „Laptop-Trainer“ denn nun überhaupt vorgehen. Während der eine tatsächlich auf moderne Technik schwören mag, sieht das beim Trainer von altem Schrot und Kron, man denke an Armin Veh, vielleicht ganz anders aus. Dabei ist allgemein nicht davon auszugehen, dass die Trainer auf die Dienste von videohelden.net zurückgreifen, die Videos mit Erläuterungen für alle denkbaren Themen erstellen. Aber Videoanalyse bzw. die Aufbereitung von Hinweisen im selben Format, die kurz und knackig auch die Spieler mit geringerer Konzentrationsspanne mit allen nötigen Infos versorgt, dürfte heute einerseits bei nahezu allen Teams Standard sein. Auf der anderen Seite unterscheiden sich die Trainer immer noch sehr darin, wie intensiv sie dieses Mittel zur Unterstützung anwenden — und ebenso danach, wann sie es einsetzen. So ist vom einen oder anderen Trainer zu hören, dass er schon in der Halbzeitpause einer Partie einige rasch zusammengeschnittene Szenen für seine Spieler parat hat. Szenen, die besonders schlecht liefen, bei denen der Trainer korrigierend eingreifen möchte.

Doch Mehmet Scholl scheint das alles für übertriebenen Hokuspokus zu halten. Sein Erfolg bzw. die Abwesenheit dessen als Trainer gibt ihm allerdings nicht unbedingt recht. Ein 8. Platz in der 3. Liga mit der II. Mannschaft des FC Bayern und ein verfrühter, freiwilliger Abschied nach einer weiteren, späteren Saison mit diesem Klub stehen zu Buche. Bei sicherlich denkbar besten Trainingsbedingungen und seit Jürgen Klinsmann auch Zugriff auf alle nötigen technischen Hilfsmittel. Auch wenn Mehmet Scholl immer für einen flapsigen Spruch zu haben ist: Sein Verzicht auf Hilfmittel wie erklärende Videos, gerade bei der Internationalität der heutigen Kader, bzw. seine Kritik daran, wirkt wie ein Anachronismus eines beleidigten Alt-Profis, der nicht mehr auf der Höhe der Zeit ist.

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Trikot-Ausrüster Saison 2015/16

Die Bundesliga-Clubs wechseln ihre Ausrüster mittlerweile schneller als man es sich merken kann. Mit Ausnahme jener Clubs natürlich, bei denen ein Ausrüster Mitbesitzer des Clus ist versteht sich. Bei den anderen tauchen immer mal wieder Exoten auf, die sich erst neu gegründet haben, die vielleicht bislang nur aus anderen Ländern bekannt waren, die man als Zwerge im Bereich der Sportausrüstung kennt oder sogar welche, die einigermaßen fachfremd sind. Viele von den kleineren Ausrüstern verschwinden oft auch relativ rasch wieder von der Bildfläche, wenn sie es eben nicht schaffen, sich in ihrer Nische zu etablieren und den großen, alteingesessenen Ausrüstern ausreichend Konkurrenz zu machen.

Dennoch tauchen fast nur altbekannte Namen unter den Ausrüstern der Bundesliga-Clubs in der Saison 2015/2016 auf, wie die folgende Liste zeigt. Adidas und Puma sind quasi seit Anbeginn dabei, auch die kleineren Namen wie Kappa, Lotto oder erima sind nicht zum ersten Mal in der Bundesliga mit ihren Produkten vertreten.

Club Ausrüster
1. FC Köln erima
FSV Mainz 05 Lotto
Bayer Leverkusen adidas
Borussia Dortmund Puma
Borussia Mönchengladbach Kappa
Eintracht Frankfurt Nike
FC Augsburg Nike
FC Bayern München adidas
FC Ingolstadt adidas
FC Schalke 04 adidas
Hamburger SV adidas
Hannover 96 Jako
Hertha BSC Nike
SV Darmstadt 98 Jako
Werder Bremen Nike
TSG Hoffenheim Lotto
VfB Stuttgart Puma
VfL Wolfsburg Kappa

Weitere kleinere Ausrüster versuchen es immer wieder, mit ihrem Programm bei den Fußball- und Sportfans zu landen. Das geht nicht immer gut. Zuletzt versuchten sogar der 1. FC Kaiserslautern und Borussia Dortmund ihre eigene Marke zu etablieren, einmal davon in Kooperation mit einem existierenden Ausrüster, der Teil einer Kaufhauskette war. Auch dieser Versuch wurde aber wieder eingestellt, offensichtlich reicht ein einzelner Bundesliga-Club nicht, um die Attraktivität eines Ausrüsters so enorm zu steigern, dass dieser dauerhaft davon leben kann.

Den umgekehrten Weg geht adidas mit dem FC Bayern München, bei dem sie sich Anteile des Clubs zu eigen gemacht haben. Damit ist der FC Bayern wohl auf ewig an adidas als Ausrüster gebunden, was nicht nur Vorteile mit sich bringen muss. Interessant ist in dem Zusammenhang auch die Historie der Ausrüster, denn eigentlich erst seit dem Krieg gibt es überhaupt im Sportbereich so etwas wie Markenartikel.

Früher war es nicht üblich, dass man zu einem speziellen Ausrüster geht, um seine Fußballspieler einzukleiden. Da tat es auch schon mal War von einem klassischen Ausrüster für Berufskleidung, wie es Alster-Textil einer von vielen ist. Oder die Frauen der Spieler oder Mütter schneiderten selbst die Sportkleidung.

Durch die einschneidende Veränderung in diesem Bereich, dass jedes Team einen festen Ausrüster besitzt, hat sich ein riesiger, schwer umkämpfter Markt ergeben. Im Prinzip erstaunlich, dass überhaupt neben den Platzhirschen adidas und Nike sowie mit Abstrichen Puma noch Raum für weitere Anbieter ist. Allerdings gibt es durchaus Marktnischen, in denen diese überleben können. Vor allem dort, wo Kunden ein nicht ganz so prall gefülltes Portemonnaei verfügen. Doch auch dort ist der Kampf um die Pfründe hart, wie das eingangs erwähnte ständige Kommen und Gehen kleinerer Anbieter demonstriert.

Ebenso bemerkenswert, dass es im Gegensatz zu früher, mit wenigen Ausnahmen, keine dauerhaften Partnerschaften mehr gibt. Borussia Mönchengladbach war immer Puma, dann lange Reebok, doch auch diese länger währenden Verbindungen sind Geschichte. Weshalb sich der Blick auf die aktuellen Ausrüster der Bundesliga-Clubs immer wieder aufs Neue lohnt. Was übrigens ebenso für Nationalmannschaften gilt.

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[Update] Alle Fünferpacks der Bundesliga im Video

[22.9.2015: Update mit Robert Lewandowskis Fünferpack von heute, dem ersten in diesem Jahrtausend in der Bundesliga und dem ersten seit 24 Jahren.]

Naja, fast alle. Dazu die Bilder vom einzigen Spiel in 50 Jahren, in welchem ein Spieler der Bundesliga 6x traf. Wo liegt eigentlich Messis Rekord? Dieter Müller darf seinen jedenfalls nun schon seit 36 Jahren hegen und pflegen. Fernsehbilder gibt es allerdings keine davon.

Dieter Müller, 17. August 1977 1. FC Köln — Werder Bremen 7:2



Von hier an dann alle fünffachen Torschützen, welche es in der Liga je gab. Einziger Spieler, dem dies mehrfach gelang, ist die Standardantwort bei Quizspielen, wenn es um Torrekord geht: Gerd Müller. Und das gleich vier Mal.

Robert Lewandowski, 22. September 2015, Bayern München — VfL Wolfsburg 5:1

[Video folgt]

Michael Tönnies, 27. August 1991 MSV Duisburg — Karlsruher SC 6:2



Dieter Hoeneß, 25. Februar 1984 Bayern München — Eintracht Braunschweig 6:0



Frank Hartmann 1. November 1986 1. FC Kaiserslautern — FC Schalke 04 5:1




Jürgen Klinsmann, 15. März 1986 Fortuna Düsseldorf — VfB Stuttgart 0:7



Jupp Heynckes, 29. April 1978 Borussia Mönchengladbach — Borussia Dortmund 12:0



Gerd Müller, 10. September 1976 Bayern München — TeBe Berlin 9:0



Gerd Müller, 5. Mai 1973 Bayern München — 1. FC Kaiserslautern 6:0



Gerd Müller, 19. Februar 1972 Bayern München — Rot-Weiß Oberhausen 7:0



Franz Brungs, 2. Dezember 1967 1. FC Nürnberg — Bayern München 7:3



Leider bislang nicht als bewegte Bilder zu finden:

Atli Edvaldsson, 4. Juni 1983 Fortuna Düsseldorf — Eintracht Frankfurt 5:1
Manfred Burgsmüller, 6. November 1982 Borussia Dortmund — Arminia Bielefeld 11:1
Gerd Müller, 12. Juni 1976 Bayern München — Hertha BSC 7:4
Klaus Scheer, 1. September 1971 FC Schalke 04 — 1. FC Köln 6:2
Rudolf Brunnenmeier, 27. Februar 1965 TSV 1860 München — Karlsruher SC 9:0
Karl-Heinz Thielen, 7. Dezember 1963 1. FC Köln — 1. FC Kaiserslautern 5:1

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Alle Welttorhüter des Jahres

Schon seit 1987, anfangs eher unbemerkt, in den letzten Jahren deutlich mehr in den Fokus gerückt, führt die IFFHS jährlich die Wahl zum Welttorhüter des Jahres durch. Bemerkenswert, dass eine solche Wahl nicht von der FIFA selbst ausgerichtet wird, doch bleibt es zunächst dabei, dass die IFFHS diese Wahl von „ausgewählten Experten und Fachleuten“ vornehmen lässt. Dabei ist allerdings bis heute unklar, wer zu dieser Jury gehört.

Völlig klar sind aber die Ergebnisse, die in der folgenden Liste dargestellt werden, mit den Namen der Granden des Torhüterspiels, eine ganz eigene Disziplin innerhalb des Fußballs. Man trifft auf Welt- und Europameister, aber – eher selten für derartige Wahlen – auch auf Torhüter die keine internationalen Titel gewannen, zumindest nicht mit ihrer Nationalmannschaft. Während man ansonsten ähnlich der Wahl zum Weltfußballer des Jahres meist so vorgeht, dass in einem WM-Jahr auch ein Spieler des Weltmeisters diese Wahl gewinnt.

Jahr Welttorhüter Nation Verein
1987 Jean-Marie Pfaff Belgien FC Bayern München
1988 Rinat Dassajew UdSSR Spartak Moskau / FC Sevilla
1989 Walter Zenga Italien Inter Mailand
1990 Walter Zenga Italien Inter Mailand
1991 Walter Zenga Italien Inter Mailand
1992 Peter Schmeichel Dänemark Manchester United
1993 Peter Schmeichel Dänemark Manchester United
1994 Michel Preud‘homme Belgien KV Mechelen / Benfica
1995 José Luis Chilavert Paraguay CA Velez Sarsfield
1996 Andreas Köpke Deutschland Eintracht Frankfurt / Olympique Marseille
1997 José Luis Chilavert Paraguay CA Velez Sarsfield
1998 José Luis Chilavert Paraguay CA Velez Sarsfield
1999 Oliver Kahn Deutschland FC Bayern München
2000 Fabien Barthez Frankreich AS Monaco / Manchester United
2001 Oliver Kahn Deutschland FC Bayern München
2002 Oliver Kahn Deutschland FC Bayern München
2003 Gianluigi Buffon Italien Juventus
2004 Gianluigi Buffon Italien Juventus
2005 Petr Cech Tschechien FC Chelsea
2006 Gianluigi Buffon Italien Juventus
2007 Gianluigi Buffon Italien Juventus
2008 Iker Casillas Spanien Real Madrid
2009 Iker Casillas Spanien Real Madrid
2010 Iker Casillas Spanien Real Madrid
2011 Iker Casillas Spanien Real Madrid
2012 Iker Casillas Spanien Real Madrid
2013 Manuel Neuer Deutschland FC Bayern München
2014 Manuel Neuer Deutschland FC Bayern München
2015 Manuel Neuer Deutschland FC Bayern München
2016 Manuel Neuer Deutschland FC Bayern München
2017 Gianluigi Buffon Italien Juventus
2018 Thibaut Courtois Belgien Real Madrid
2019 Alisson Becker Brasilien FC Liverpool

Was das Ganze etwas undurchsichtig macht, ist der Umstand, dass niemand die IFFHS dazu autorisiert hat, diese Wahlen durchzuführen. Nirgendwo werden Ergebnisse der Abstimmungen veröffentlicht, noch weiß man, welche Journalisten teilnehmen. Die üblichen Verdächtigen von der Wahl zum Weltfußballer des Jahres und zum Fußballer des Jahres in Europa sind nicht darunter zu finden.

Vielleicht gerade deshalb ist es auch reizvoll, jedes Jahr aufs Neue auf den Ausgang dieser Wahl zu wetten. Das ist zum Beispiel bei www.onlinesportwetten.net möglich, mit spannenden Quoten und Konstellationen vor der Wahl zum Welttorhüter des Jahres. Wem eher nach wöchentlicher Beschäftigung mit den Leistungen der besten Torhüter der Welt ist, der wird sich eben den Spielen der Clubs der jeweiligen Torhüter zuwenden, sofern diese noch aktiv sind. Aus der aktuellen Siegerliste gilt das immerhin für die letzten vier verschiedenen Torhüter: Gianluigi Buffon, Petr Cech, Iker Casillas und Manuel Neuer. Man darf jetzt schon gespannt sein, wer in diesem Jahr diese Auszeichnungen erhalten wird.

Alles in allem bringt das die folgende Liste der Zahl der Auszeichnungen zum Welttorhüter des Jahres pro Torhüter, mit einem klar Führenden, der dennoch nun bei Real Madrid aussortiert wurde (dieser Text stammt von 2015). Immerhin drei Deutsche befinden sich in der Liste, eigentlich nicht allzu erstaunlich, sieht man sich doch hier weiterhin als „Torhüternation“. Doch, wie die Liste zeigt: auch andere Länder haben schöne Torhüter.

Torhüter Auszeichnungen
Iker Casillas 5x
Gianluigi Buffon 5x
Manuel Neuer 4x
Oliver Kahn 3x
Walter Zenga 3x
Jose Luis Chilavert 3x
Peter Schmeichel 2x
Petr Cech 1x
Jean-Marie Pfaff 1x
Andreas Köpke 1x
Michel Preud‘homme 1x
Rinat Dassajew 1x
Fabien Barthez 1x
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Alle Trainer von DFB-Pokal-Siegern

Jahr Verein Trainer
1953 Rot-Weiss Essen Karl Hohmann
1954 VfB Stuttgart Georg Wurzer
1955 Karlsruher SC Adolf Patek
1956 Karlsruher SC Ludwig Janda
1957 FC Bayern München Willibald Hahn
1958 VfB Stuttgart Georg Wurzer
1959 Schwarz-Weiß Essen Hans Wendlandt
1960 Borussia Mönchengladbach Bernd Oles
1961 Werder Bremen Georg Knöpfle
1962 1. FC Nürnberg Herbert Widmayer
1963 Hamburger SV Martin Wilke
1964 TSV 1860 München Max Merkel
1965 Borussia Dortmund Hermann Eppenhoff
1966 FC Bayern München Zlatko Cajkovski
1967 FC Bayern München Zlatko Cajkovski
1968 1. FC Köln Willi Multhaup
1969 FC Bayern München Branko Zebec
1970 Kickers Offenbach Alfred Schmidt
1971 FC Bayern München Udo Lattek
1972 FC Schalke 04 Ivica Horvat
1973 Borussia Mönchengladbach Hennes Weisweiler
1974 Eintracht Frankfurt Dietrich Weise
1975 Eintracht Frankfurt Dietrich Weise
1976 Hamburger SV Kuno Klötzer
1977 1. FC Köln Hennes Weisweiler
1978 1. FC Köln Hennes Weisweiler
1979 Fortuna Düsseldorf Hans-Dieter Tippenhauer
1980 Fortuna Düsseldorf Otto Rehhagel
1981 Eintracht Frankfurt Lothar Buchmann
1982 FC Bayern München Pal Csernai
1983 1. FC Köln Rinus Michels
1984 FC Bayern München Udo Lattek
1985 Bayer Uerdingen Karl-Heinz Feldkamp
1986 FC Bayern München Udo Lattek
1987 Hamburger SV Ernst Happel
1988 Eintracht Frankfurt Karl-Heinz Feldkamp
1989 Borussia Dortmund Horst Köppel
1990 1. FC Kaiserslautern Karl-Heinz Feldkamp
1991 Werder Bremen Otto Rehhagel
1992 Hannover 96 Jürgen Gelsdorf
1993 Bayer Leverkusen Dragoslav Stepanovic
1994 Werder Bremen Otto Rehhagel
1995 Borussia Mönchengladbach Bernd Krauss
1996 1. FC Kaiserslautern Eckhard Krautzun
1997 VfB Stuttgart Jogi Löw
1998 FC Bayern München Giovanni Trapattoni
1999 Werder Bremen Thomas Schaaf
2000 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2001 FC Schalke 04 Huub Stevens
2002 FC Schalke 04 Huub Stevens
2003 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2004 Werder Bremen Thomas Schaaf
2005 FC Bayern München Felix Magath
2006 FC Bayern München Felix Magath
2007 1. FC Nürnberg Hans Meyer
2008 FC Bayern München Ottmar Hitzfeld
2009 Werder Bremen Thomas Schaaf
2010 FC Bayern München Louis van Gaal
2011 FC Schalke 04 Ralf Rangnick
2012 Borussia Dortmund Jürgen Klopp
2013 FC Bayern München Jupp Heynckes
2014 FC Bayern München Pep Guardiola
2015 VfL Wolfsburg Dieter Hecking
2016 FC Bayern München Pep Guardiola
2015 Borussia Dortmund Thomas Tuchel
2018 - -

Falls sich jemand fragen sollte, was mit den Pokalsiegen vor und während des Zweiten Weltkriegs ist, bzw. wieso diese hier fehlen: Bis 1945 hieß der Wettbewerb Tschammer-Pokal, erst ab 1953 wurde er als DFB-Pokal geführt, was ja wiederum in der Titelzeile so als Inhalt für diese Seite angekündigt ist.

Wie immer bleibt der DFB-Pokal eine der interessantesten Veranstaltungen für alle an Sportwetten interessierten. Sie werden zwar gefühlt weniger, doch ist gerade der Pokal immer für Überraschungen gut. Und sollte es mal zu einer solchen kommen, ist die Quote mit einem unterklassigen Sieger gleich geeignet, ein ganzes Wochenende zu versilbern. Einige Anbieter von Sportwetten findet man hier, mit einigen zusätzlichen Informationen. Ausgelost wurde die 1. Runde des DFB-Pokals ja schon, auch hier warten trotz — oder gerade wegen — des Vorgangs, in der 1. Runde die höherklassigen Teams noch zu setzen und somit auf jeden Fall gegen ein unterklassiges Team antreten zu lassen, sicher wieder viele Überraschungen.

Schließlich gibt es nicht erst einen ehemaligen DFB-Pokalsieger, siehe oben, der es schon mal geschafft hat, in der 1. Runde gegen Amateure auszuscheiden.

Was die Trainer angeht, die den DFB-Pokal bislang gewannen, so hat es noch niemand häufiger als 3x geschafft, wie die unten stehende Tabelle zeigt, in der alle Trainer aufgelistet sind, die es mehr als 1x geschafft haben.

Jahr Verein/e Titel
Karl-Heinz Feldkamp Bayer Uerdingen, Eintracht Frankfurt, 1. FC Kaiserslautern 3x
Ottmar Hitzfeld FC Bayern München 3x
Thomas Schaaf Werder Bremen 3x
Udo Lattek FC Bayern München 3x
Otto Rehhagel Werder Bremen, Fortuna Düsseldorf 3x
Hennes Weisweiler Borussia Mönchengladbach, 1. FC Köln 3x
Georg Wurzer VfB Stuttgart 2x
Zlatko Cajkovski FC Bayern München 2x
Huub Stevens FC Schalke 04 2x
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 2x
Felix Magath FC Bayern München 2x
Dietrich Weise Eintracht Frankfurt 2x
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Alle Tore von Torhütern in der Bundesliga

Bevor wir uns weiter unten den konkreten Einzelfällen widmen, zunächst mal die Übersicht der Torhüter, die überhaupt in der Bundesliga ein Tor erzielten.

Name Tore davon 11m
Hans-Jörg Butt 26 26
Andreas Köpke 2 2
Jens Lehmann 2 1
Marwin Hitz 1 0
Frank Rost 1 0
Volkmar Groß 1 1
Wolfgang Kneib 1 1
Manfred Manglitz 1 1
Ralf Zumdick 1 1
Oliver Reck 1 1
Dieter Burdenski 1 1

Der erste Torhüter überhaupt, der in der Bundesliga ein Tor erzielte, war Manfred Manglitz. Er traf am 3. Juni 1967 für den MSV Duisburg gegen Borussia Mönchengladbach per Strafstoß zum 1:3. Da er später in den (ersten) Bundesliga-Skandal verwickelt war, ist dieses Premierentor für einen Torwart in der Bundesliga vielleicht weniger bekannt als es das verdient hätte. Möglicherweise der Hauptgrund für diesen Vorgang war, dass dieses Tor in der Partie am 34. Spieltag dieser Saison erzielt wurde, als für beide Teams schon alles gelaufen war, insbesondere bei einem Rückstand von 0:3 für den MSV Duisburg. Der Strafstoß wurde in der 87. Minute verwandelt, somit konnte man sich diese Besonderheit auch erlauben, ohne den Gegner damit unsportlich zu behandeln o. Ä. Zeuge dieser Premiere im Bundesligafußball waren übrigens laut fussballdaten.de satte 5.000 Zuschauer im Wedaustadion, Anstoß war an diesem Samstag und Spieltag um 16.00h. Mönchengladbach beendete die Saison auf dem 8. Platz, der MSV Duisburg auf dem 11. Rang, somit ging es ohnehin für beide Teams um nichts mehr, in einer Zeit, in der die Endposition noch nicht an etwaige Fernsehgelder gekoppelt war. Mehr würde man gerne von Augenzeugen oder gar Handelnden erfahren, hat hier aber noch keine weiteren Informationen dazu gefunden.

Auch bei Ralf Zumdicks Elfmetertor war es so, dass dieses am letzten Spieltag fiel. Der 34. Spieltag der Saison 1987/1988 hatte den 1. FC Nürnberg als Gegner nach Bochum geführt, wo der VfL seine Partie im Ruhrstadion recht locker mit 3:0 gewann, Zumdicks Elfmetertor fiel ebenfalls kurz vor Schluss, nämlich in der 88. Minute, hier immerhin vor 15.000 Zuschauern. Schiedsrichter der Partie war ein gewisser Hans-Joachim Osmers, der später noch aus anderen Gründen zu Berühmtheit gelangen sollte. Der von Zumdick überwundene Kollege im Tor der Nürnberger war übrigens Andreas Köpke, der selbst 2x in der Bundesliga als Torschütze erfolgreich war. Nürnberg beendete die Saison als 5., womit man in den UEFA-Pokal einzog, dort aber in der 1. Runde nach einem 2:1-Auswärtssieg bei AS Rom — damals mit Rudi Völler —, aber einer 1:3-Heimniederlage nach Verlängerung ausschied. Die beiden Auswärtstore in Rom hatten Souleyman Sané und Dieter Eckstein erzielt – vor 16.200 Zuschauern, beim Heimspiel waren es dann immerhin 20.000. Der VfL Bochum beendete die Saison auf einem sicheren 12. Platz, der damals zudem noch sicherer war als heute, weil es in jener Saison nur zwei Absteiger gab.

Auch Wolfgang Kneib traf per Elfmeter für seine Arminia Bielefeld im der Partie gegen Eintracht Frankfurt vom 16. März 1985, hier ging es allerdings noch mit sportlichem Ernst um Punkte. In der 89. Minute lag sein Team mit 1:2 zurück, als er an diesem 23. Spieltag zum 2:2-Ausgleich traf. Genutzt hat es in der Endabrechnung dann doch wenig: Arminia Bielefeld stieg wegen der schlechteren Tordifferenz (-15) gegenüber Fortuna Düsseldorf (-13) als 16. direkt ab. Eintracht Frankfurt landete mit 32 Punkten in der Endabrechnung sicher auf dem 12. Rang, 3 Punkte vor den Abstiegsrängen.

Kneib erzielte in der folgenden Saison übrigens gleich noch ein Tor, beim 7:1 über Eintracht Braunschweig zum 1:0 (!) in der 11. Minute, da war Arminia Bielefeld aber schon in die 2. Bundesliga abgestiegen und somit gehört dieses weitere Torhütertor hier nur als Randnotiz hin.

Der hier bislang völlig unbekannte Volkmar Groß erzielte sein Tor für einen der vier Berliner Clubs in der Bundesliga, für Tennis Borussia Berlin. Dieses Tor stellt aber auch einen dieser zunächst klassischen Fälle in der Bundesliga dar: Es war der 34. Spieltag der Saison, TeBe führte zu Hause gegen den 1. FC Kaiserslautern ohnehin schon mit 3:1 und man schrieb die 89. Minute, als Groß im Mommsenstadion vor 4.000 Zuschauern am 21. Mai 1977 zum 4:1 per Handelfmeter gegen Josef Stabel traf. Lautern konnte zwar noch auf 2:4 verkürzen, TeBe war mit 6 Punkten Rückstand aber schon vor Anpfiff abgestiegen und Lautern als 13. mit sicherem Abstand gerettet.

Dieter Burdenski hatte weniger Glück als die meisten Torhüter, die Tore erzielten: Sein 2:2-Ausgleich im Heimspiel für Werder Bremen gegen den VfB Stuttgart am 5. Spieltag der Saison, dem 8. September 1979, reichte am Ende nicht zu Punkten. Burdenski hatte in der 57. Minute getroffen, in der 90. gelang Stuttgart dann aber der 3:2-Siegtreffer. Am Saisonende stieg Werder zum ersten und einzigen Mal ab, es fehlten aber ohnehin 4 Punkte auf einen Nichtabstiegsplatz.

Auch Nationaltorwart und Europameister Andreas Köpke traf wie Jens Lehmann gleich zwei Mal in seiner langen Karriere in der Bundesliga, beide Male allerdings per Strafstoß. Sein zweites Tor war dabei wieder der mehr oder weniger klassische Fall: Sein 1. FC Nürnberg führte am 11. Spieltag bereits mit 2:0 gegen Dynamo Dresden, in der 88. Minute erhielten die Franken einen Foulelfmeter zugesprochen. Diesen verwandelt Köpke gegen René Müller zum 3:0-Endstand. Am 8. Oktober 1993 wurden immerhin 30.000 Zuschauer Zeuge dieses seltenen Schauspiels.

Anders hatte die Lage eine Saison zuvor ausgesehen. Diesmal war am 12. Spieltag der 1. FC Köln zu Gast, der aber zum Zeitpunkt von Köpkes Tor mit 1:0 in Führung lag. Köpke glich in der 45. Minute aus, Nürnberg kam in der 2. Halbzeit noch zum 2:1-Siegtreffer und Köpke hatte entscheidend mitgeholfen, diesen Sieg zu sichern. Am 31. Oktober 1992 sorgte er mit diesem Tor dafür, dass der Club am Ende mit 28 Punkten deren 2 Vorsprung auf den ersten Absteiger hatte, auch wenn Nürnberg auf Rang 13 einlief. Bei der deutlich schlechteren Tordifferenz gegenüber dem ersten Absteiger VfL Bochum waren diese damals noch 2 Punkte aber Gold wert.

Das Torhüter-Tor von Marwin Hitz, eines von nur dreien aus dem Spiel heraus in der Bundesliga-Geschichte, dürfte den meisten noch präsent sein, fiel es doch in dieser Saison 2014/2015. Er erzielte es für seinen FC Augsburg im Heimspiel gegen Bayer Leverkusen zum 2:2-Endstand. Was das schließlich für beide Teams bedeutet haben wird, ist noch abzuwarten. In jedem Fall ist der Schweizer damit der erste Ausländer, dem als Torhüter ein Tor in der Bundesliga gelang.

Frank Rost traf einst in der 90. Minute ebenfalls aus dem Spiel heraus im Heimspiel von Werder Bremen gegen Hansa Rostock, doch mit diesem Ausgleich zum 3:3 war die Partie noch nicht vorüber. Durch Ailton gelang per Foulelfmeter sogar noch der Siegtreffer zum 4:3. Lohnenswert also auch hier der Ausritt von Frank Rost in den gegnerischen Strafraum. Dieser Sieg gelang Werder am 29. Spieltag, man schrieb den 31. März 2002. Am Ende landete Werder auf dem 6. Rang, Rostock auf dem gefahrlosen 14. Werder zog damit, punktgleich mit dem 1. FC Kaiserslautern, aber wegen der besseren Tordifferenz, in den UEFA-Pokal ein. Dort erreichte Werder über Metalurg Donezk die 2. Runde, wo dann aber Endstation gegen Vitesse Arnheim war.

Jens Lehmann traf wie oben zu sehen, ebenfalls gleich 2x in der Bundesliga. Sein erster Treffer am 12. März 1995 war noch ein eher unbedeutendes Tor und dann eben auch per Strafstoß: Beim Stand von 5:1 im Heimspiel des FC Schalke verwandelte Lehmann in der 84. Minute einen Foulelfmeter gegen Rainer Berg zum 6:1, Gegner München 1860 gelang immerhin danach noch das zweite Ehrentor zum Endstand von 6:2. Allerdings fand diese Partie am 21. Spieltag statt, so dass es für beide Teams sportlich noch um alles ging.

Spektakulär in jeglicher Hinsicht war dann Jens Lehmanns 2. Tor für den FC Schalke, welches er in der 90. Minute des Derbys bei Borussia Dortmund per Kopf zum 2:2-Ausgleich und Endstand erzielte. Einmalig bislang, in solch einer Partie so ein enorm wichtiges Tor zu erzielen — und besonders nett, dass er nach einem kurzen Ausflug zum AC Mailand in der Folge bei eben jener Borussia Dortmund anheuerte. Wenn hier nicht alles täuscht, war dies somit das erste Tor eines Torhüters aus dem Spiel heraus, welches Lehmann am 19. Dezember 1997 gelang.

Ebenfalls für den FC Schalke, dort scheint man ein besonderes Faible für diese Art von Torhütertoren zu pflegen, erzielte Oliver Reck sein Tor per Strafstoß am 9. Februar 2002. Damals ging es am 22. Spieltag zu Hause gegen den FC St. Pauli, Recks Tor zum 4:0 durch Foulelfmeter in der 80. Minute war auch der Endstand dieser Partie. Bezwungen wurde Simon Henzler, der das Gästetor hütete. Am Ende der Saison landete Schalke auf Platz 5, der FC St. Pauli stieg mit 7 Punkten Rückstand als Tabellenletzter ab. Schalke 04 qualifizierte sich zwar für den UEFA-Pokal und erreichte über Kamen Ingrad die 2. Runde, wo gegen Bröndby Kopenhagen im Elfmeterschießen Schluss war, hätte sich aber auch ohne diesen Sieg den 5. Platz nicht nehmen lassen.

Hans-Jörg Butts 26 Tore in der Bundesliga sind Legende, es wäre zu viel, hier jedes einzelne zu diskutieren – auch wenn das für extreme Liebhaber interessant sein mag. Bemerkenswert sind in jedem Fall mehr als einige seiner Torerfolge. So ist er mit seinen gleich 2 verwandelten Strafstößen in der Partie Hamburger SV – VfB Stuttgart in der Saison 1999/2000 der einzige Torhüter in der Bundesligageschichte, der 2 Tore in einem Spiel erzielte. Rodolfo Cardoso hatte den HSV in der 5. Minute in Führung geschossen, es folgten zwei verwandelte Strafstöße in der 55. und 79. Minute. Da es sich hier um den 2. Spieltag handelte, darf nicht davon ausgegangen werden, dass man hier wenig sportlichen Ernst an den Tag legte.

Außerdem erwähnenswert, dass Butt in genau jener Saison 1999/2000 der interne Torschützenkönig des HSV wurde: Mit am Saisonende 9 verwandelten Elfmetern hatte er die meisten Tore im Kader erzielt, allerdings zusammen mit zwei weiteren Feldspielern. Butt, die Wunderwaffe.

Butt erzielte übrigens auch gleich drei Tore in der Champions League, interessant, ob das bislang überhaupt irgendeinem anderen Torhüter „gelang“. Alle drei (!) Tore erzielte er gegen Juventus, eines für den HSV beim legendären 4:4, eines für Bayer Leverkusen und das dritte für den FC Bayern München bei Juventus, als es für die Bayern durchaus ums Weiterkommen oder Ausscheiden ging.

Nicht zuletzt: Hans-Jörg Butt ist der einzige Torhüter, der in der 1. Bundesliga (HSV und Leverkusen), in der 2. Bundesliga (VfB Oldenburg) und in der 3. Liga/Klasse (FC Bayern II) Tore erzielte. Da muss wohl noch viel Wasser in diverse Meere fließen, bevor diese Leistung eingeholt oder überboten wird.

(Ebenfalls zu erwähnen wären wohl noch das Tor von Frank Rost im Elfmeterschießen des Pokalfinales von 1999, als Werder Bremen gegen Bayern München gewann, sowie das Tor von Manuel Neuer im Elfmeterschießen beim „Finale dahoam“, als die meisten anderen Feldspieler des FC Bayern abwinkten, selbst anzutreten, sowie auch das Tor von Jean-Marie Pfaff im Elfmeterschießen des UEFA-Pokals gegen PAOK Saloniki, allerdings bleibt es hier auf dieser Unterseite zunächst mal bei Torhütertoren in der 1. Bundesliga. Mit Toren von Torhütern in Elfmeterschießen machte man angesichts der langen Geschichte des DFB-Pokals mit seinen vielen Partien auch zwischen unterklassigen Teams eine ganz neue Büchse auf, die erstmal geschlossen bleiben mag. Für die 1. Bundesliga ist man mit diesem Text jedenfalls auf dem aktuellen Stand.)

Und ja, Bewegtbilder von diesen Toren wären auch nett gewesen … für die meisten waren aber ohne Zugriff auf WDR-Archive keine aufzutreiben.

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Alle Elfmeterschießen deutscher Clubs im Europapokal (und Losentscheide)

Filed unter: „Mit Legenden aufräumen“.

Die Bilanz bei Elfmeterschießen in Europapokalen ist aus Sicht deutscher Clubs zwar nicht ausgeglichen, sondern leicht positiv, aber weit entfernt davon, makellos zu sein. Insgesamt stehen 24 gewonnene Durchführungen 16 verlorenen gegenüber. Insofern kann man den Mythos gerne auch beerdigen, dass es irgendetwas mit der Nationalität und der manchmal dazugehörigen Mentalität zu tun hätte, dass es bei der Nationalmannschaft des DFB in dieser Disziplin so gut läuft. Schließlich fanden die allermeisten der unten aufgelisteten Elfmeterschießen zu einer Zeit statt, als die Zahl der Ausländer in einer Vereinsmannschaft noch begrenzt war oder schlicht gar keine zu einem Elfmeter antraten.

(Sollten noch welche fehlen, ob von Werder Bremen, dem 1. FC Kaiserslautern oder auch von Hansa Rostock: die Kommentarspalte ist 24/7 geöffnet.)

Darstellung des Ergebnisses im Elfmeterschießen ist jeweils aus Sicht des deutschen Clubs. Hinter dem Clubnamen ist die Bilanz in der Form (gewonnene/teilgenommene Elfmeterschießen) ausgewiesen. EC1 ist Champions League und Europapokal der Landesmeister, EC2 der Europapokal der Pokalsieger, EC3 ist Messe-Pokal, UEFA-Pokal und Europa League, SC steht für Supcercup. Et voilà:

FC Bayern München (5/6)
SC FC Chelsea 5:4
EC1 FC Chelsea 3:4
EC1 Real Madrid 3:1
EC3 PAOK Saloniki 9:8 (siehe auch Pfaff und der PAOKenschlag)
EC1 FC Valencia 5:4
EC1 Atvidaberg FF 3:1

FC Schalke (2/4)
EC3 Inter Mailand 4:1
EC3 Bröndby 1:3
EC3 Slavia Prag 4:5
EC1 FC Porto 4:1

Borussia Dortmund (2/4)
EC3 AJ Auxerre 6:5
EC1 FC Brügge 2:4
EC3 Udinese Calcio 3:4
EC3 Glasgow Rangers 3:1

Dynamo Dresden (3/3)
EC3 Dynamo Moskau 4:3
EC1 Partizan Belgrad 5:4
EC1 Malmö FF 5:4

Lok Leipzig (3/3)
EC2 Girondins Bordeaux 6:5
EC3 Ipswich Town 4:3
EC2 Velez Mostar 3:0

BFC Dynamo (2/3)
EC2 Cardiff City 5:4
EC2 Dynamo Moskau 1:4
EC1 FC Aberdeen 5:4

Carl Zeiss Jena (2/3)
EC3 RWD Molenbeek 6:5
EC3 Stal Mielec 2:3
EC2 Slavia Prag 3:2

Bayer Leverkusen (1/3)
EC3 Espanyol Barcelona 3:2 (siehe auch Ein Abend für acht Mark mit Tita, Calli und Liza)
EC1 Atlético Madrid 2:3
UI-Cup Tirol Innsbruck 3:5

Hamburger SV (0/2)
UI-Cup Olympique Montpellier 0:3
EC3 Sparta Rotterdam 1:4

VfB Stuttgart (1/1)
EC3 Real Sociedad 4:1

Vorwärts Berlin (1/1)
EC2 Benfica Lissabon 5:3

Sachsenring Zwickau (1/1)
EC2 AC Florenz 6:5

1. FC Kaiserslautern (1/1)
EC3 Ararat Erewan 5:4

Karlsruher SC (1/1)
UI-Cup Bursaspor 6:5

Borussia Mönchengladbach (0/1)
EC1 FC Everton 3:4

Eintracht Frankfurt (0/2)
EC3 Austria Salzburg 4:5
EC2 PAOK Saloniki 3:4

1. FC Magdeburg (0/1)
EC1 Malmö FF 1:2

Mainz 05 (0/1)
EC3 Gaz Metan Medias 3:4

Losentscheide

Im Folgenden nun die Losentscheide, wo die Bilanz verheerend aussieht, was aber bekanntlich nichts mit sportlichen Komponenten zu tun hat. 4x wurde gelost, 4x war das deutsche Team danach ausgeschieden. Kein Wunder also, dass mit Karl Wald ein Deutscher das Elfmeterschießen erfand.

1. FC Köln (0/1)
EC1 FC Liverpool verloren

Wismut Karl-Marx Stadt (0/1)
EC1 Gwardia Warszawa verloren

SC Aufbau Magdeburg (0/1)
EC2 Galatasaray Istanbul verloren

Hannover 96 (0/1)
EC3 FC Barcelona verloren

Schöne Faktenhuberei mal wieder, Mythos als nicht komplett falsch widerlegt, aber eben doch mit Werten, die nicht weit vom Zufall entfernt sind. Dass man Strafstöße und den Umgang mit dem Stress bei einem Elfmeterschießen sehr wohl trainieren kann, bleibt dem sonst so vertrainingswissenschaftlichten Fußball offenbar weiter ein Geheimnis, schaut man allein auf die Art der Durchführung von Strafstößen im Allgemeinen und im Elfmeterschießen ebenso.

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Die Altersringe der Maskottchen der Bundesliga-Clubs

Sonntagmorgen, Zeit für ein bisschen Kinderprogramm. Und was ist im Fußball neben dem Fußball selbst für die Kinder? Die Maskottchen.

Aber wie alt sind die jeweiligen Maskottchen? Eine Frage, die nicht nur den Liebhaber seit Monaten nicht schlafen lässt, schließlich sind anhand der diversen Antworten auch Rückschlüsse auf weitere Eigenschaften des Vereins (Tradition ja/nein, Kreativität ja/nein, allgemein gut/böse) zu ziehen. So zeigt die folgende Aufstellung, sortiert nach dem Geburtsjahr des Maskottchens, welche Vereine im Sinne der Sozialromantik ein Maskottchen haben dürfen, weil schon immer existent, und welche nicht, weil gerade erst eingeführt.

1. FC Köln Hennes 1950
Borussia Mönchengladbach Jünter 1965
VfB Stuttgart Fritzle 1992
FC Schalke 04 Erwin 1995
VfL Wolfsburg Wölfi 1997
Hertha BSC Herthinho 1999
TSG Hoffenheim Hoffi 2000
Bayer Leverkusen Brian the Lion 2002
Hamburger SV Dino Hermann 2003
FC Bayern München Berni 2004
Borussia Dortmund Biene Emma 2005
FSV Mainz 05 Johannes 2006
Eintracht Frankfurt Attila 2006
SC Freiburg Füchsle (mind.) 2009
SC Paderborn Holli (mind. 2009)
Hannover 96 Eddi 2013
FC Augsburg -
Werder Bremen -

(Werder Bremen besaß mal Pico, die Heidschnucke und für kurze Zeit „Werdi“, eine Möwe, als Maskottchen, hat aber zur Zeit ebenso wie der FC Augsburg kein eigenes Maskottchen.)

Womit wieder einmal bewiesen wäre: Sozialromantische Wandlungen behaften alles, was vor der Pubertät eines Menschen bereits existierte. Was auch bedeutet, dass jeder selbst definieren darf, was ein Traditionsmaskottchen ist, und was nicht.

Dass man ein Maskottchen nicht einfach nur nach einer Koseform des Stadtnamens benennen darf, darf hingegen nicht jeder selbst beurteilen, das ist weltweit und schon immer so.

Jedenfalls ist der 1. FC Köln in der Frage der Maskottchen der traditionsreichste Club der Bundesliga. Wer hätte das gedacht?

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