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Schlagwort: Gibraltar

Alle gibraltarischen Pokalsieger

Auf Gibraltar fand die erste Ausgabe des Pokalwettbewerbs, der im Original übrigens schlicht Rock Cup heißt, bereits 1895 statt. Danach verging aber fast ein halbes Jahrhundert, ehe man sich wieder zum Fußballspielen um den Rock Cup traf. Den nächsten Gewinner gab es erst im Jahr 1936 zu bejubeln.

Aktuell nehmen 20 verschiedene Teams am Rock Cup teil, was etwas erstaunt, da Gibraltar nur rund 32.000 Einwohner hat. Wobei natürlich nicht jeder Spieler in diesen Clubs in Gibraltar wohnhaft sein muss. Reizvoll wird dieser Landespokal natürlich auch deshalb, weil man hier von unterster Vereinsebene startend nach nur fünf erfolgreich absolvierten Runden und dem Gewinn des Pokals bereits einen Startplatz für die Europa League erhält. Zwar muss man als Gibraltars Vertreter dann in der Qualifikation zu dieser beginnen, dennoch ist man auf diese Weise auf jeden Fall international dabei.

Nach der Pause nach der ersten Durchführung gab es übrigens zwischen 1953 und 1973 eine weitere jahrelange Pause sowie es auch in den letzten Jahren noch vorkam, dass eine Ausgabe des Pokalwettbewerbs in einem Jahr schlicht ausfiel.

Liste der Gewinner des Pokals in Gibraltar

Jahr Pokalsieger
1894/1895 Gibraltar FC
1895/1896 -
1896/1897 -
1897/1898 -
1898/1899 -
1899/1900 -
1900/1901 -
1901/1902 -
1902/1903 -
1903/1904 -
1904/1905 -
1905/1906 -
1906/1907 -
1907/1908 -
1908/1909 -
1909/1910 -
1910/1911 -
1911/1912 -
1912/1913 -
1913/1914 -
1914/1915 -
1915/1916 -
1916/1917 -
1917/1918 -
1918/1919 -
1919/1920 -
1920/1921 -
1921/1922 -
1922/1923 -
1923/1924 -
1924/1925 -
1925/1926 -
1926/1927 -
1927/1928 -
1928/1929 -
1929/1930 -
1930/1931 -
1931/1932 -
1932/1933 -
1933/1934 -
1934/1935 -
1935/1936 HMS Hood
1936/1937 Britannia FC
1937/1938 Europa FC
1938/1939 2nd Bataillon The King’s Regiment
1939/1940 Britannia FC
1940/1941 -
1941/1942 A.A.R.A.
1942/1943 RAF New Camp
1943/1944 4th Bataillon Royal Scott
1944/1945 -
1945/1946 Europa FC
1946/1947 Gibraltar United FC
1947/1948 Britannia FC
1948/1949 Prince of Wales FC
1949/1950 Europa FC
1950/1951 Europa FC
1951/1952 Europa FC
1952/1953 -
1953/1954 -
1954/1955 -
1955/1956 -
1956/1957 -
1957/1958 -
1958/1959 -
1959/1960 -
1960/1961 -
1961/1962 -
1962/1963 -
1963/1964 -
1964/1965 -
1965/1966 -
1966/1967 -
1967/1968 -
1968/1969 -
1969/1970 -
1970/1971 -
1971/1972 -
1972/1973 -
1973/1974 Manchester United II
1974/1975 Glacis United FC
1975/1976 2nd Bataillon RGJ
1976/1977 Manchester United FC
1977/1978 -
1978/1979 St. Joseph’s FC
1979/1980 Manchester United FC
1980/1981 Glacis United FC
1981/1982 Glacis United FC
1982/1983 St. Joseph’s FC
1983/1984 St. Joseph’s FC
1984/1985 St. Joseph’s FC
1985/1986 Lincoln FC
1986/1987 St. Joseph’s FC
1987/1988 RAF Gibraltar
1988/1989 Lincoln Reliance
1989/1990 Lincoln FC
1990/1991 -
1991/1992 St. Joseph’s FC
1992/1993 Lincoln FC
1993/1994 Lincoln FC
1994/1995 St. Theresas FC
1995/1996 St. Joseph’s FC
1996/1997 Glacis United
1997/1998 Glacis United
1998/1999 -
1999/2000 Gibraltar United FC
2000/2001 Gibraltar United FC
2001/2002 Lincoln FC
2002/2003 Manchester United FC
2003/2004 Newcastle United FC
2004/2005 Newcastle United FC
2005/2006 Newcastle United FC
2006/2007 Newcastle United FC
2007/2008 Lincoln FC
2008/2009 Lincoln FC
2009/2010 Lincoln FC
2010/2011 Lincoln FC
2011/2012 St. Joseph’s FC
2012/2013 St. Joseph’s FC
2013/2014 Lincoln Red Imps FC
2014/2015 Lincoln Red Imps FC
2015/2016 -

Wer sich die Namen der Siegerclubs aufmerksam anschaut, erkennt sofort, dass das Land als Britisches Überseegebiet zur englischen Krone gehört – und diese Verbindungen auch im Fußball stark sind. Nicht nur ist Englisch Amtssprache in Gibraltar, auch beim Fußball blickt man gerne auf die Vorbilder von der britischen Insel.

Was in Gibraltar neben dem Fußball ebenfalls sehr verbreitet ist, sind hier ansässige Anbieter von Wetten, Pokern oder Casinos, wobei man als moderner Internetnutzer natürlich nicht bis nach Gibraltar reisen muss, sondern zum Beispiel bei den Roulettegeeks sein Glück versuchen darf.

Glück hatten in Gibraltars Fußball schon viele Clubs, denn trotz der geringen Größe des Landes gab es bereits nicht weniger als 17 verschiedene Clubs, die den „Rock Cup“ gewannen. Die folgende Liste zeigt diese alle auf, sortiert nach der Häufigkeit ihrer Pokalsiege.

Häufigkeit Pokalsiege pro Club

Club Titel
Lincoln Red Imps FC 15
St Joseph’s FC 9
Europa FC 5
Glacis United FC 5
Manchester 62 FC 4
Britannia FC 3
Gibraltar United FC 3
Gibraltar FC 1
HMS Hood 1
2nd Bataillon The King’s Regiment 1
A.A.R.A. 1
RAF New Camp 1
4th Bataillon Royal Scott 1
Prince of Wales FC 1
2nd Bataillon RGJ 1
RAF Gibraltar 1
Lincoln Reliance 1
St Theresas FC 1
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Auswertung der Prognosen der EM-Qualigruppen

Mit Aufstockung der Europameisterschaft von 16 auf 24 Teilnehmer fragten wir uns zu Beginn der Qualifikation dazu, ob diese Qualifikation wörklöch so schröcklöch öde werden würde, wie nach allgemeiner Einschätzung zu befürchten stand. 25 Menschen teilten ihre Tipps für die jeweils drei ersten Plätze mit.

So endete die EM-Qualifikation schließlich:

A: Tschechien, Island, Türkei, Niederlande, Kasachstan, Lettland
B: Belgien, Wales, Bosnien-Herzegowina, Israel, Zypern, Andorra
C: Spanien, Slowakei, Ukraine, Weißrussland, Luxemburg, Mazedonien
D: Deutschland, Polen, Irland, Schottland, Georgien, Gibraltar
E: England, Schweiz, Slowenien, Estland, Litauen, San Marino
F: Nordirland, Rumänien, Ungarn, Finnland, Färöer, Griechenland
G: Österreich, Russland, Schweden, Montenegro, Liechtenstein, Moldawien
H: Italien, Kroatien, Norwegen, Bulgarien, Aserbaidschan, Malta
I: Portugal, Albanien, Dänemark, Serbien, Armenien

Dabei fallen vor allem drei Gruppen heraus, die nicht das Erwartete brachten: Gruppe A mit dem Scheitern der Niederlande, der Direktqualifikation Islands, Gruppe F mit dem schwachen Abschneiden von Griechenland und Finnland sowie dem überraschenden Gruppensieger Nordirland und Gruppe I, in der weder Serbien noch Dänemark erreichten, was man allgemein erwartet hatte oder hätte.

Das Gegenteil stellten vor allem die Gruppen E (England – Schweiz – Slowenien) und H (Italien – Kroatien – Norwegen) dar, in der fast alle Teilnehmer sogar die endgültige Platzierung korrekt voraussagten. Ebenso wenig überraschen die Gruppensiege von Spanien und Deutschland, wobei es da bei den weiteren Platzierungen schon variabler zuging.

Nun also zur Auswertung.

Korrekt getippe Platzierungen

Ingesamt gab es 9 Gruppen à 3 Platzierungen zu tippen, macht 27 Tipps pro Teilnehmer. 25 Personen nahmen teil. Macht 675 Tipps. Davon waren – unten im Datenteil grün gekennzeichnet – 205 völlig korrekt. Dies entspricht einer Quote von 30,4 Prozent richtiger Tipps. Die Zahl der völlig richtigen Tipps schwankte dabei zwischen 7 (26 Prozent) und 14 (52 Prozent) von 27.

Direktqualifikanten

Interessanter als die Frage nach den genau richtig getippten Platzierungen war ja aber die Frage, wie genau man vorhersagen könne, welche Teams sich schließlich qualifizieren bzw. die Playoffs erreichen. Der Ausgang der Playoffs wurde in der gesamten Auswertung nicht berücksichtigt, weil deren Teilnehmer damals natürlich nicht bekannt waren und dementsprechend auch nicht eingeschätzt werden konnten.

Im zweiten Schritt wird also die Zahl der richtig getippten direkt Qualifizierten betrachtet. Hier gab es 9 Gruppen à 2 Qualifikanten, also 18 Tipps von 25 Teilnehmern, macht 450 Tipps. Davon waren 265 Prognosen korrekt, womit sich ein Prozentwert von 58,9 Prozent als zutreffend erwies. Die Zahl der richtigen Tipps variierte hier zwischen 12 (67 Prozent) und 8 (44 Prozent).

Korrekt getippte Qualifikanten

Doch im Kern war ja die Frage, ob man ahnen könne, welche drei Teams in einer Gruppe die für die Qualifikation relevanten Plätze erreichen würde. Hier waren also wiederum 675 Tipps nötig gewesen. Allein danach ausgewertet, wie viele dieser drei Teams, egal auf welcher Position die Qualfikation bewältigten, waren nicht weniger 534 Tipps von 675 zutreffend, somit 79,1 Prozent. Der Zahl der korrekten Tipps schwankte dabei zwischen 17 (63 Prozent) und 24 (89 Prozent). Im Schnitt wurden also nur 20,9 Prozent von 27 zu prognostizierenden Qualifikanten nicht korrekt prognostiziert.

Ob man das noch interessant nennt, muss trotz des unerwartet schlechten Abschneidens von vor allem Griechenland und den Niederlanden jeder für sich selbst entscheiden.

Hier würde man auch trotz der unerwartet spannenden Gruppe mit Deutschland darauf plädieren, die Eingangsfrage, ob die EM-Quali „schröcklöch öde“ werden würde, in Bezug auf die Ergebnisse mit ja beantworten.

Die Daten im Detail – vor allem interessant für die, die teilnahmen – folgen hier jetzt in drei Versionen, entsprechend der obigen drei Auswertungsverfahren. Kann man durchscrollen oder jeweils mit diesen Links ansteuern (funktioniert nur in der Komplettversion des Textes).

1. Platzierung genau richtig
2. Direktqualifikanten korrekt
3. alle sich überhaupt Qualifizierenden richtig

Unzweifelhaft natürlich, dass alle Werte noch wesentlich günstiger ausgefallen wären, wenn ein gewisser „Trainer Baade“ nicht mitgetippt hätte.

PS: Was hier erstmals auffiel, ist, dass eine solche Qualifikation gerade mal 13 Monate dauert – in diesem Fall von September 2014 bis Oktober 2015, also nicht annähernd die zwei Jahre, die die Pause zwischen zwei großen Turniere beträgt.

10 Kommentare

Ganz Großbritannien bei der EM? Nein, ein kleines … doch

Gestern twitterte ich erfreut die Aussicht, dass zum ersten Mal seit der WM 1958 wieder — und damit für die meisten von uns inklusive mir zum ersten Mal überhaupt — alle vier britischen Fußballverbände bei einem großen Turnier vertreten sein könnten, wie der Stand der Qualifikation durchaus noch zu hoffen erlaubt. Auch wenn da natürlich eine sehr große Prise Romantik dabei ist, denn auch in Schottland oder Wales pflügt man nicht mehr allein den Rasen samt Gegner um, aber eine gewisse Sympathie inbesondere für die drei kleineren britischen Verbände lässt sich eben nicht leugnen und fühlt sich ohnehin gut an.

Sofort kamen allerdings die Einwände, dass Gibraltar ja neuerdings auch mitspiele und sich nicht qualifizieren werde. Womit es nur vier von fünf teilnehmenden britischen Verbänden nach Frankreich schaffen werden, wenn überhaupt.

Das ist in Bezug auf die Bezeichnung „britisch“ zwar zutreffend, denn Gibraltar gehört zu den British Overseas Territories, nicht aber zu Großbritannien (im Sinne von United Kingdom), worauf sich meine Aussage eigentlich bezog. Da es auch nicht zu den vier britischen Verbänden gehört, die einen festen Sitz im FIFA-Regelboard haben, darf man durchaus dabei bleiben, dass sich eventuell alle vier Verbände Großbritanniens (im Sinne von United Kingdom) qualifizieren werden. Aber nicht alle britischen, nein, wobei Gibraltar ohnehin nur politisch „britisch“ ist, aber nicht geographisch und somit eigentlich auch im Fußball nicht.

(Sehr aufschlussreich ist zu all diesen Fragen übrigens dieses Erklärbär-Video: „The Difference between the United Kingdom, Great Britain and England Explained“, nett gemacht.)

Beim sprichwörtlichen schottischen Glück werden dann aber ohnehin alle vier britischen Verbände in eine Gruppe gelost werden und Schottland scheidet darin als einer der schlechteren Gruppendritten gegen England und Wales aus. Solche Geschichten wollen wir aber auch bei großen Turnieren gerne erleben, nicht wahr?

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