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Schlagwort: Hallenfußball

Alle Weltmeister im Futsal

Hierzulande ist Futsal noch weitgehend unbekannt, auch wenn dies gerade im Begriff ist, sich zu ändern. In Zukunft will der DFB nämlich nur noch Futsal-Turniere fördern bzw. unter seinem offiziellen Namen laufen lassen, während die klassischen Hallenturniere zwar sicher weiter bestehen werden, aber eben nicht mehr als offizielle DFB-Wettbewerbe laufen sollen.

Was ist eigentlich Futsal im Vergleich zum hier bekannten und verbreiteten Hallenfußball?

Zunächst mal stammt das Wort „Futsal“ aus der Zusammenfügung der beiden spanischen Wörter „futbol“ für Fußball und „sal“ für eine Halle. Doch das ist natürlich nicht das Entscheidende. Wichtiger ist der elementare Unterscheid: im klassischen Hallenfußball wird mit einer Bande gespielt, beim Futsal hingegen gibt es eine herkömmliche Seitenauslinie, nach deren Überschreitung der Ballbesitz an den Gegner wechselt. Außerdem sind die Tore deutlich kleiner als jene, welche meist bei größeren Hallenturnieren herkömmlicher Machart verwendet werden.

Insgesamt also schon ein deutlich anderes Spiel als jenes, bei dem man nicht nur im sprichwörtlichen Sinne „über Bande“ spielen kann.

Dass man dieses Spiel in Deutschland kaum betreibt, zeigt sich auch an den Ergebnissen der offiziellen — von der FIFA durchgeführten — Futsal-WM, welche seit 1989 existiert und seit ihrer zweiten Ausgabe 1992 im 4-Jahres-Rhythmus absolviert wird, somit also parallel zur Durchführung der Europameisterschaft läuft. Denn in dieser folgenden Siegerliste findet sich kein einziges Mal ein Team aus Deutschland und auch viele weitere europäische Teams konnten sich hier nicht platzieren.

Die Liste sieht wie folgt aus:

Jahr Gastgeber Sieger Zweiter Dritter Vierter
1989 Niederlande Brasilien Niederlande USA Belgien
1992 Hongkong Brasilien USA Spanien Iran
1996 Spanien Brasilien Spanien Russland Ukraine
2000 Guatemala Spanien Brasilien Portugal Russland
2004 Taiwan Brasilien Spanien Brasilien Argentinien
2008 Brasilien Brasilien Spanien Italien Russland
2012 Thailand Brasilien Niederlande Italien Kolumbien
2016 Kolumbien - - - -

Recht schnell wird klar, dass der Rekordweltmeister des normalen Fußballs, Brasilien mit 5 Titeln, im Futsal ebenfalls den Rekordweltmeister stellt und ebenso 5x bereits Weltmeister wurde. Einzige andere Nation, der das bislang gelang, ist Spanien:

Nation Titel
Brasilien 5
Spanien 2

Doch auch im Futsal ist die Welt ständig im Wandel. Das wiederum macht die Angelegenheit zu einer nicht zuletzt für an Sportwetten Interessierte zu einem lohnenswerten Gebiet, auf dem man sein Glück versuchen kann. Von den vielen Wettanbietern, mit und ohne die neu eingeführte Wettsteuer für deutsche Kunden, kann man zum Beispiel auf dieser Seite welche finden, die eine übersichtliche Liste mit Tests zum Angebot enthält.

Wer weiß, ob in Zukunft auch die deutschen Farben bei den kommenden Futsal-WM vertreten sein werden. Immerhin fügt sich der DFB dem sanften Druck der FIFA, in der Halle schon seit einiger Zeit mehrheitlich auf Futsal zu setzen. Klassische Hallenmasters werden vom DFB ohnehin schon länger nicht mehr durchgeführt, was mehrere Gründe hat: die Verletzungsgefahr wird als zu hoch eingeschätzt und das Interesse der Zuschauer war trotz des ansonsten fußballfreien Zeitraums in der Winterpause dauerhaft erlahmt.

Die neue Art, Hallenfußball zu spielen, könnte aber durchaus den einen oder anderen Zuschauer erwärmen. Spätestens bei der nächsten Futsal-WM, 2016 in Kolumbien, will sich eine deutsche Futsal-Nationalmannschaft, welche bislang nicht existiert, etabliert haben. Für die WM wird es dann wohl zu spät sein, durchaus denkbar aber, dass es 2020 schon soweit sein wird, dass eine deutsche Mannschaft zumindest in der Qualifikation antreten wird.

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NRW-Traditionsmasters: Ein VIP-Ticket gewinnen

Hier kann man ein VIP-Ticket fürs NRW-Traditionsmasters, veranstaltet am 3.1. von Reviersport, gewinnen. Alte, aber sehr motivierte Herren spielen gegeneinander Fußball. Also alte Herren wie Grlic, Salou, Klaus Fischer, Oliver Neuville und so. Nett ist der kleine Nebeneffekt, dass es ein Ticket mit kompletter Kost ist: Essen und Trinken sind inklusive. Ebenfalls inklusive: ein Nachmittag mit Trainer Baade. Toll.

Um zu gewinnen muss man diesmal ausnahmsweise keine besondere Geschichte erzählen, sondern einfach nur seinen Namen posten und Fan wessen Verein man ist. Und ja, gut, wenn man will, kann man noch hinzuschreiben, warum. Und natürlich eine gültige Email-Adresse hinterlassen.

[Update: Auslosung ist am Freitag, den 26.12., bis 20h an diesem Tag kann man sich noch bewerben.]

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Ein ganz besonderer Schlag Mensch

Oliver Neuville, mit seinen für ihn typischen hängenden Schultern und dem meist teilnahmslosen Gesichtsausdruck. Markus Feinbier, drahtig wie eh und je, anders als die meisten der heutigen Mitspieler und Gegner. Bachirou Salou, mit seinen für diese kleine Halle viel zu mächtigen Schritten, aber leichter Plautze. Martin Schneider, Markus Osthoff, Peter Peschel.

All diese und viele Ex-Profis mehr spielten am vergangenen Sonntag beim Reviermasters der Traditionsmannschaften in Mülheim den Reviermeister aus. Zehn Teams insgesamt, und nur die Spieler des Teams des Mitausrichters Deutsche Post befanden sich auf der Höhe ihrer Schaffenskraft, während alle anderen Teilnehmer ihre besten Tage kurz bis mittellang hinter sich hatten. (Jene, welche ihre besten Tage lange hinter sich hatten, befanden sich nur auf der Tribüne, also z. B. Enatz Dietz, Ata Lameck und Lothar Woelk.)

So spielten also die Traditionsmannschaften des VfL Bochum, der SG Wattenscheid, von Rot-Weiß Oberhausen, dem FC Schalke 04, des Titelverteidigers MSV Duisburg, von Rot-Weiß Essen, Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen plus zwei Gastteams um diese kleine, ein Mal im Jahr stattfindende Meisterschaft.

Und dass Profifußballer ein ganz besonderer Schlag Mensch sind, zeigte sich in der ausgesprochenen Ernsthaftigkeit samt immer wieder hochkochender Hitzigkeit der Partien. Da wurden auf dem kleinen Stückchen Hallenrasen taktische Fouls begangen, der Schiri beleidigt, sich beinahe gegenseitig mit Fäusten malträtiert und es gab Zeitstrafen in rauen Mengen. Allein das Halbfinale zwischen dem Team der Post und Bayer Leverkusen sah drei Zeitstrafen bei nur vier Feldspielern pro Team und zehn Minuten Spielzeit.

Mit völlig unironischem Ernst gingen alle Beteiligten zur Sache. Nun ist hinlänglich bekannt, dass Fußball ausübende Menschen und Ironie so selten zusammen gesichtet werden wie im deutschen Fußball einstudierte Tricks bei Standardsituationen.

Aber zumindest ein bisschen weniger ernsthaft, ein Stückchen mehr für die Galerie hätten sie alle spielen können. Schließlich ging es für keinen von ihnen, anders als in Testspielen von Profimannschaften, noch um einen Stammplatz oder einen Vertrag. Schlicht dieser schnöde Ein-Tages-Titel stand auf dem Spiel. Zwar kommt noch jeder Hobbyfußballer zu einem solchen Turnier, um zu gewinnen, hier aber ging es bis aufs Messer zur Sache, mit den üblichen Kandidaten Hitzköpfen und einem Schiedsrichterpaar, das alle Hände und Karten in Hosentaschen voll zu tun bekam.

Ein wenig erschreckend fast, wie ernst diese Angelegenheit genommen wurde.

Einerseits zwar beruhigend — gewesene Profifußballer wollen auch nach dem Abpfiff ihrer beruflichen Karriere kein Spiel verloren geben. Also wird es im Profialltag auch nicht anders gewesen sein, und das, was wir allwöchentlich in der Bundesliga sehen, ist keine Show, sondern authentischer, intrinsisch motivierter Kampf um den Sieg.

Und dann doch ein wenig Distanz schaffend zwischen dem schnöden Allerweltsfußballer und ihnen selbst. Sie sind von ihrer Wesensstruktur her so gebaut, dass sie niemals verlieren wollen (oder immer gewinnen, was etwas anderes ist, auch wenn es aufs Gleiche hinausläuft), und sind tatsächlich die bärbeißigen, übermotivierten und völlig ironiebefreiten, bis an die Zähne motivierten Streiter, als die sie gerne stilisiert werden. Das ist nicht unbedingt in jeglicher Hinsicht sympathisch.

Schließlich ist es alles doch nur ein Spiel — und diese Typen, die nie verlieren konnten und schon beim Gesellschaftsspiel nach vollzogener Niederlage das Spielbrett samt allen darauf befindlichen Spielfiguren in hohem Bogen durch die Wohnküche befördern, wütend und kaum zu besänftigen — diese Typen hat erstens keiner lieb und zweitens sollen genau von diesem Schlag Mensch unsere Helden im Fußball stammen?

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