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Schlagwort: Marc-André ter Stegen

Alle Gewinner der Fritz-Walter-Medaille

Seit 2005 vergibt der DFB jährlich die Fritz-Walter-Medaille. Damit sollen die talentiertesten Jugendspielerinnen und -spieler im deutschen Fußball geehrt werden. Zunächst in drei Kategorien für männliche Spieler, nämlich für die U19, U18 und U17 sowie in einer Kategorie für weibliche Spielerinnen. Seit dem Jahr 2016 entfällt die Kategorie U18, sodass es nur noch drei Preisträgerinnern und Preisträger pro Kalenderjahr gibt.

Diese Auszeichnung ist sogar mit einer beträchtlichen Summe Geld dotiert, die allerdings jeweils der ausbildende Verein erhält, nicht der siegreiche Spieler oder die Spielerin. Hier sind zwar nur die Sieger aufgelistet, tatsächlich gibt es aber in jeder Kategorie einmal Gold, einmal Silber und einmal Bronze zu gewinnen. Die Preisgelder sind entsprechend 20.000 Euro, 15.000 Euro und 10.000 Euro, die die Clubs erhalten.

Den im Jahr 2002 – übrigens während der WM – verstorbenen Ehrenspielführer des DFB Fritz Walter wählte der damalige DFB-Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder nicht zuletzt deshalb aus, weil dieser nach dem Gewinn der WM 1954 stets ein Vorbild an Integrität und Sportsgeist gewesen sei. So gilt die Auszeichnung mit dieser Medaille auch nicht allein den dargebotenen sportlichen Qualitäten der jeweiligen Spieler, sondern auch ihrem sonstigen Auftreten, auf und abseits des Platzes.

Liste Sieger Fritz-Walter-Medaille

Die Liste der Sieger ist ziemlich illuster, etliche spätere A-Nationalspieler finden sich darin. Doch man schaue selbst auf die Liste der Gewinner der Fritz-Walter-Medaille seit der Einführung dieser Auszeichnung.

Jahr U19 U18 U17 Juniorinnen
2005 Florian Müller Marc-Andre Kruska Sergej Evljuskin Anja Mittag
2006 Kevin-Prince Boateng Sergej Evljuskin Lars Bender Anna Blässe
2007 Benedikt Höwedes Marko Marin Patrick Funk Babett Peter
2008 Dennis Diekmeier Toni Kroos Manuel Gulde Jana Burmeister
2009 Lewis Holtby Marco Terrazzino Mario Götze Marina Hegering
2010 Peniel Mlapa Mario Götze Timo Horn Svenja Huth
2011 Marc-Andre ter Stegen Julian Draxler Emre Can Johanna Elsig
2012 Antonio Rüdiger Matthias Ginter Leon Goretzka Lena Lotzen
2013 Matthias Ginter Kevin Akpoguma Timo Werner Melanie Leupolz
2014 Niklas Stark Julian Brandt Benedikt Gimber Sara Däbritz
2015 Jonathan Tah Felix Passlack Pauline Bremer
2016 Benjamin Henrichs Gian-Luca Itter Nina Ehegötz
2017 Salih Özcan Fiete Arp Jana Feldkamp
2018 Kai Havertz Noah Katterbach Tanja Pawollek
2019 Nicolas Kühn Karim Adeyemi Klara Bühl
2020

Was nicht allen, aber den meisten dieser derart geehrten Spielerinnen und Spieler gemein ist, ist, dass sie ihren Lebensstil schon früh darauf ausgerichtet haben, im professionellen Fußball, nunja, Fuß fassen zu wollen. Dazu gehört nicht allein der Verzicht auf viele Aspekte des Lebens eines normalen Jugendlichen, sondern auch eine bewusste Ernährung, ein Bewusstsein für eine Schulung in vielen Bereichen, die die Leistungsfähigkeit beeinträchtigen oder fördern können. Zeit im Kraftraum dürfte da genauso selbstverständlich sein wie Rückenübungen und weitere Stärkungen des gesamten Bewegungsapparats. Früher erst dann eingesetzt, wenn man es zu den Profis geschafft hatte, sind derlei Dinge auch für junge Spielerinnen und Spieler bereits eine Selbstverständlichkeit. Und gleich mehr als nur einer der hier ausgezeichneten Spieler wurde ja nur wenige Jahre später mit dem höchsten belohnt, was es im Fußball gibt: dem Weltmeistertitel.

Sehr namhafte Sieger in der Liste

Diesen errangen Benedikt Höwedes, Toni Kroos, Julian Draxler, Matthias Ginter und sogar als Schütze des Goldenen Tores von Rio de Janeiro höchstselbst Mario Götze aus dieser vielfältigen Liste der Gewinnerinnen und Gewinner der Fritz-Walter-Medaille. Natürlich sind diese Spieler aber auch schon zum Großteil in sehr jungen Jahren in den Jugendabteilungen der großen Clubs unter Vertrag gewesen und hatten auch ein dementsprechendes Angebot an Betreuung und physischer Ausbildung zur Verfügung. Die diversen Mitarbeiterangebote werden sich dabei nicht allein darauf beschränkt haben, beim Ummelden des Wohnortes zur Seite zu stehen, sondern vollumfänglich und mit dem Fokus auf Fußball eine Hilfe zu sein. Sprich: die neuesten Trainingsmethoden und damit auch die effizientesten, dazu mentales Coaching und vieles mehr zu vermitteln. Dies alles zudem in der Regel unter der Prämisse, dass diese talentierten Spieler den Ausblick auf einen sehr früh im Leben so hohen Verdienst hatten, dass sie damit schon früh ausgesorgt hätten. Das dürfte die Motivation neben all dem vorhandenen Talent noch weiter gesteigert haben. Was den Charakter auf und neben dem Platz angeht, darf man diese sehr jungen Spieler aber noch als das betrachten, was sie sind: Junge Menschen, die den von außen aufgestellten Regeln nachkommen wollen. Wie viel da intrinsisch tatsächlich von ihnen selbst kam, muss in diesem Falle offen bleiben. Doch die Fritz-Walter-Medaille bleibt ihnen in jedem Falle, egal, wie ihre Karriere danach noch verlief oder für die zukünftigen Gewinner verlaufen wird.

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Nutzlosigkeit nutzen

Während überall die Saisonvorschauen aus den Steckdosen sprießen, wird es hier ebenfalls Zeit, noch schnell eine wichtige Prognose abzugeben. Denn so wie man hier stets komplett falsch lag in den letzten Monaten, wäre es wichtig, mit einer ähnlich falschen Prognose die Dinge für die Zukunft in die richtigen Bahnen zu lenken.

Weder bedeutete die Verpflichtung von Peter Neururer den Abstieg des VfL Bochum aus der 2. Bundesliga, ganz im Gegenteil, 4 Siege aus 4 Spielen elektrisierten eine ganze Stadt, noch scheint der Wiederaufstieg des VfL Bochum unter diesen Verhältnissen ein Ding der Unmöglichkeit.

Weder gelang es Marc-André ter Stegen auch nur entfernt in die Nähe von Leistungen zu gelangen, die eine Ablösung von Manuel Neuer im Tor der Nationalmannschaft gerechtfertigt hätten, noch nähert sich Bastian Schweinsteiger in den letzten ein, zwei Jahren der Zahl von 151 Länderspielen entscheidend an.

Prognosen neigen dazu falsch zu sein, besonders, wenn man sie für die Zukunft trifft, sind sie oft nutzlos.

Wenn aber so gar nichts eintrifft, was hier rumgemeint und behauptet wird, darf man a) sich auch nicht mehr über andere falschen Vorhersager erheben und muss b) seiner Pflicht nachkommen, auch für die kommende Saison wieder falsche Voraussagen zu tätigen. Also dann:

Der FC Bayern München wird eine genauso überragende Saison wie im letzten Jahr spielen und mit weitem Abstand vor allen anderen Teams frühzeitig Deutscher Meister werden.

Außerdem im Angebot: Am Ende der Saison wird Jogi Löw das Halbfinale der WM in Brasilien vercoachen und Deutschland wie immer gegen Spanien oder Italien den Kürzeren ziehen.

So, dann strafe man mich bitte Lügen.

Damit wäre der einfache Teil erledigt. Für präzisere falsche Voraussagen bitte an die einzelnen Vereinsblogs wenden, oder an die Experten aus der Fachpresse.

Ach, einen hätten wir noch: Die Champions League wird in dieser Saison von einem der großen Vereine gewonnen werden. Für diese Aussage könnte das Falschliegen in der Realität etwas schwieriger zu bewerkstelligen sein, doch auch dabei sollte man ganz auf die verheerende Wirkung von Prognosen in diesem Blog vertrauen.

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Beim Durchschnitt geschnitten

Eine gestrige kurze Diskussion begann der Der Fohlenflüsterer mit dem Hinweis darauf, dass Marc-André ter Stegen die Note 3 vom Kicker erhielt, obwohl der FC Schalke bei seiner 0:3-Niederlage am Niederrhein kein (?) einziges Mal aufs Gladbacher Tor geschossen hatte.

LizasWelt merkte an, dass man sich im Kicker wohl darauf geeinigt habe, dass das die Standardnote sei, wenn ein Torwart nix zu tun hatte.

Meine Wenigkeit ergänzte, dass man es in Sportredaktionen wohl nicht so mit Zahlen habe, denn der neutrale Wert der Liste 1 – 1,5 – 2 – 2,5 – 3 – 3,5 – 4 – 4,5 – 5 – 5,5 – 6 ist nun mal 3,5 und nicht 3. Es sind von der 3,5 aus fünf Schritte nach oben und fünf Schritte nach unten.

Woraufhin Stadioncheck einwarf, dass eine solche Notenskala nicht „linear“ verlaufen müsse. Darauf könne der Kicker sich immer noch berufen.

Eine nicht „lineare“ Notenskala, die meine Klugscheißerigkeit dann zu „nicht intervallskaliert“ erhob. Woraus folgte, dass man keine Durchschnittsnote berechnen darf, sofern man sich darauf beruft, dass sie nicht intervallskaliert ist.

Womit klar wäre, dass entweder die Idee, dem Torwart stets eine 3 zu geben, sachlich falsch ist oder die Idee, eine Durchschnittsnote aus diesen einzelnen Werten zu berechnen.

(Die Erkenntnis, welch Schwachfug mit den Noten getrieben wird, ist allerdings nichts Neues.)

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