Vom Kahnbein zum Schleimbeutel

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Oder: Fußball hat mich unfreiwillig zum Medizinmann gemacht.

Ich will es nicht wissen, wirklich nicht.

Ich plädiere dafür, ganz im Sinne einer Reduzierung des Informations-Tsunamis in heutigen Tagen die Informationen darüber, warum ein Spieler nicht auflaufen kann, auf die folgenden zwei Möglichkeiten zu beschränken:

a) krank
b) verletzt

Bitte kreuzen Sie an. Das reicht dann auch an Informationen.

Möglicherweise darf eine Prognose, wie lange a) oder b) noch andauern werden, hinzugefügt werden, gehörte aber nicht zwingend dazu.

Alles Weitere, insbesondere unter a) (Speziell Magen-Darm-Grippen interessieren grundsätzlich gar nicht, weil sie auch sehr an die eigene Verletzlichkeit erinnern) oder b) (Hätte ich Anatom werden wollen, hätte ich Medizin studiert) zusätzlich Angegebene ist redundant und gehört in die Kategorie der Dörfer, aus denen Schiedsrichter stammen: überflüssig!

Bitte verschonen Sie mich in Zukunft mit Nennung von Körperteilen und -elementen, die niemand je zuvor gehört hatte, und die auch nie jemand danach wieder hören wollte.

Kahnbeine und Schambeine, Schleimbeutel und Reizungen, Patella-Sehnen und Knochenköpfchen, eitrige Erkältungen, tropische Infektionskrankheiten, Masern vom dritten Sohn, Dünnschiss oder einfach Fieber — alles Wurscht.

(Kann er) Spielen oder nicht spielen, das ist hier die Frage!

8 Kommentare

  1. Danke Trainer! Genau das denke ich seit Jahren, habe aber kein Blog um es der Welt mitzuteilen, was ich hiermit tue: Es nervt!

  2. Was hatte Yahia letztens? Achja, einen Eiterzahn. Ansonsten: mal wieder eine Zustimmung.

  3. Für die Fußballer unterhalb der Oberliga fehlt eindeutig noch die Kategorie c) verhindert. Ich staune, wie oft pro Jahr manche Kicker in den Urlaub fahren, wie oft pro Monat sie sonntags arbeiten müssen (und das trotz der großzügigen Aufwandsentschädigung vom SV oder vom TuS) und wie oft in ihrem Leben sie den Fußball sausen lassen, weil ein Neffe konfirmiert wird, eine Oma in Hannover ihren 84. Geburtstag feiert oder eine Großkusine heiratet. Alles wichtiger als Fußball für manche.

  4. Ich fands auch sehr widerlich als, ich glaube Steffen Simon war’s, so ungefähr vor 2 Jahren, in der Sportschau sagte, dass der Spieler xy vom Verein z (Name mir leider noch immer bekannt) wegen eines Abzesses im Enddarm nicht spielen könne. Wer will sowas hören? Der betroffene Spieler bestimmt am allerwenigsten.

  5. Alles, was über die Ein-Spiel-Grippepause hinausgeht, würde mich dann aber schon interessieren. Wobei ich beim Abzess im Enddarm auch mit einem „Infekt“ als offizieller Diagnose zufrieden wäre.

  6. Hmmm, das würde aber auch bedeuten, dass wir nie von Kastratis Hodenriss erfahren hätten. Allein diese Meldung rechtfertigt IMHO sämtliche Enddarm-Abszesse.

  7. Erstens hat Saffti Recht, zweitens hat Jens nur einen schlechten Witz gemacht. Haha.

    Lustig.

    Das ist ja genau der Punkt, den man nicht mehr hören will.

    Zu Safftis Äußerungen muss man aber festhalten: Es ist eigentlich noch viel schlimmer.

  8. Mich interessiert schon, womit sich meine Spieler(und unter Umständen auch gegnerischen Akteure) so herumplagen müssen. Eine Selbstverständlichkeit. Ich muss zugeben, eher das genaue Gegenteil höchst seltsam zu finden: Wenn einer meiner 23 Helden nicht auf dem Platz stehen kann, warte ich doch nicht in aller Seelenruhe ab, bis er irgendwann schon wieder auftauchen wird. Stattdessen will ich genau wissen, wie schwer seine Verletzung ist und wie gut die Chancen für eine schnelle Heilung stehen. Das gehört für mich ebenso dazu wie die Taktik für nächsten Samstag und die Form des jungen, austrebenden Linksverteidigers.

    Auf manches Detail kann allerdings auch ich dankend verzichten, beispielsweise auf die Lokalisierung des genannten Abszesses. Allerdings dürfte das auch ein Sonderfall sein, meistens geht es „nur“ um Oberschenkelverletzungen, Hüftprobleme, zwickende Achillesfersen und gebrochene Beine.



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