Was macht eigentlich Jordan Letschkow?

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Nachdem Jordan Letschkow 1994 bei der WM in den USA ein entscheidendes Stückchen größer als Thomas Häßler war, wechselte er 1996 wegen anhaltender Missachtung durch seinen Trainer, einem gewissen Felix Magath, vom Hamburger SV zu Olympique Marseille. Von dort ging es nach nur einer Saison weiter zu Besiktas Istanbul, wo er wiederum nach nur einer Saison im Sommer 1998 seine aktive Karriere beendete. Das hätte er mal vier Jahre früher tun sollen. Oder auch nicht, sonst wäre Berti Vogts vielleicht niemals gegangen worden.

In jenem Jahr nahm er auch an „Gary Linekers Golden Boots“ teil, einer TV-Serie, die in der BBC die größten Stars von Weltmeisterschaften präsentierte. Was ein Mann mit gerade mal zwei Toren bei einer Weltmeisterschaft, von denen das eine noch ein derart unbedeutendes war, in einer solchen Sendung zu suchen hatte, bleibt Gary Linekers Geheimnis.

Als Jordan Letschkow die Schuhe dann endgültig an den Nagel gehängt hatte, tauchte er in der Zeit vor der allgemeinen Verbreitung des Internets ab, ohne auffindbare Spuren zu hinterlassen. Bis er plötzlich 2003 genau solche in den bulgarischen Schnee stapfte, in welche später noch Marc Wilmots treten würde: In seiner Heimatstadt Sliven trat er zur Bürgermeisterschaftswahl an, welche er zur Überraschung all jener, die sich nicht für Fußball interessieren, gewann.

Dabei gelang ihm etwas, was die wenigsten Ex-Profis von sich behaupten können. Er wurde nach seiner ersten Amtszeit nicht mit Schimpf und Schande wegen Unfähigkeit aus dem Dorf (naja, immerhin 100.000 Einwohner) gejagt, sondern auch noch für eine zweite Amtszeit wiedergewählt, welche immer noch andauert.

2010 fiel ein eher unschöner Schatten auf seine Karriere als Bürgermeister, indem er sich Vorwürfen von Amtsmissbrauch erwehren musste. Nach seiner Amtsenthebung im April 2010 wurde er im Juni 2010 vollständig rehabilitiert, denn er ist weiterhin Bürgermeister von Sliven und regiert die als „Stadt der Winde und der Zigeuner“ bekannte Heimatstadt des bulgarischen Pokalsiegers von 1990, dem FK Sliven — damals zufällig mit einem gewissen Jordan Letschkow in seinen Reihen. Schön da.

Aaah, dieses diabolische Grinsen

3 Kommentare

  1. Yordan.
    Damals.
    Als das Tor fiel, konnte ich ihm nicht wirklich böse sein. Die WM war eh ein grausames Turnier, das Finale war so längweilig. Da wollte ich nicht Weltmeister werden :-)

  2. Und wieso steht in deiner eigenen Tabelle „Sliwen“, Trainer?

  3. Öhm, deshalb natürlich:

    Sliwen (auch Sliven geschrieben, bulgarisch)

    Kyrillisch ist da ja immer offen für Interpretationen …

    Welches nehm ich denn jetzt? V oder W?

    Danke für den Hinweis, diddi.

    Ich wähle v, weil sie sich selbst im Internet so schreiben.



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