Bierhoff’scher Senf auf strahlenden Landschaften

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[Update] Aus gegebenem Anlass heute wiederveröffentlicht, nach der Erstveröffentlichung am 20.8.2010. Bitte tun Sie sich keinen Zwang an und klicken Sie tatsächlich auf den zur FAZ weisenden ersten Link.

40 Manager 39 Manager und ein DFB-Angestellter haben eine Liste unterzeichnet. Dadurch und darin sprechen sie sich für den Erhalt von Atomkraft in Deutschland aus.

39 Manager und Oliver Bierhoff, der für so wichtige Dinge wie die Werbevideos der deutschen Nationalmannschaft, die Buchung eines angemessenen Hotels mit ausreichend Zock-Möglichkeiten für die Jungspunde und — ganz wichtig! — die vorgefertigten „Dankeschön, liebe Fans, Ihr seid die Besten und super und toll und so und ohne Euch hätten wir niemals das Finale gegen Spanien verloren!“-Schilder zuständig ist. Normalerweise würde man sowas „Sekretärin“ nennen, aber Job-Titel, noch dazu englische, nimmt man ja gerne, um das eigene schnöde Tun nach außen hin ein wenig glanzvoller wirken zu lassen.

Warum Bierhoff sich jetzt in Dinge einmischt und seinen Anton Oliver unter etwas setzt, was weit entfernt von seiner eigentlichen Tätigkeit ist, erschließt sich dem fernen Beobachter nicht. Und ob gerade Oliver Bierhoff der richtige ist, um volkswirtschaftliche Zusammenhänge in politischen Dimensionen zu bewerten, ist auch fraglich, hat er doch schlappe 26 Semester (in Jahren sind das 13!) benötigt, um seinen Studienabschluss zu bewerkstelligen. Wohl gemerkt gibt es sicher kaum eine Berufsgruppe, abgesehen von Privatiers, die so viel Freizeit hat wie Profifußballer. Und nebenbei kellnern müssen sie auch nicht beim Studieren.

Diplom-Kaufmann, bleib bei Deinen Stutzen!

12 Kommentare

  1. bierhoffs vater rolf war vorstand bei rwe, von daher wohl kaum verwunderlich, daß er seinem sohn eine positive einstellung zur atomkraft beigebracht hat.

  2. Auch ohne diese Info von linksaussen war eigentlich klar, dass nur irgendeine Klüngelei und keine sachliche Argumentation der Grund für sein Autogramm war.
    So oder so, man kann dem Artikel nur zustimmen. Schön formuliert!

  3. Noch ein Grund mehr ihn nicht zu mögen.
    Und Schilys Otto ist anscheinend auch endlich im Enddarm der Stromkonzerne angekommen.

  4. Naja, ehrlich gesagt, die Drohung der Energiekonzerne, bei Einführung der Brennelementesteuer Atomkraftwerke abzuschalten, fand ich wesentlich unverschämter, als dass Bierhoff hier seinen Senf dazu gibt. Und linksaussen hat ja Recht.

    Und 26 Semester sind gar nichts. Ich habe von einem an meiner Uni gehört, der studiert bereits ca. 60 Semester, also 30 Jahre lang.

  5. Da muss ich doch glatt einmal für Oliver Bierhoff eintreten! Die Studiendauer besagt nicht mehr, als dass das Studium nicht immer im Mittelpunkt seines Interesses gestanden hat. Und wer seinen Lebenslauf verfolgt, könnte eine Idee haben, warum das so war. Wenn er jetzt seine Prüfungen alle im 27. Anlauf mit 4 bestanden hätte, wäre das vielleicht ein Ansatz zu Kritik. Gut, dass er sich in die Atomdiskussion einmischt ist z.B. auch einer.

  6. Er ist halt einfach der „Strahlemann des deutschen Fußballs“.

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  8. „Normalerweise würde man sowas „Sekretärin“ nennen“. Das kann man doch heute zu niemanden mehr sagen, außer vielleicht mit einem „General-“ davor.

    Aber um mal was zum Thema Job-Titel beizusteuern. Wie wäre es mit:

    CAMODOC(Creative Assistent Management Organising Deputy of CEO)?

  9. Danke für den Link. Die unter „Artikel“ einsortierten Beiträge gehen mir allzu oft durch bei Niggemeier.

  10. Zum Glück sind die Kommentare dazu ja im Blog oben rechts vermerkt, sonst hätt ich den eben auch nicht beachtet.



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