Die einzige Möglichkeit, Vuvuzelas zu ertragen

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Manchmal trifft man auf Rätsel, von denen man nicht wusste, dass sie welche darstellten.

Vuvuzelas sollten angeblich zur südafrikanischen Kultur gehören, weshalb man sie akzeptieren müsse. Dass sie tatsächlich erst irgendwann in den 1990ern in den südafrikanischen Fußball eingeführt wurden und dann auch noch nur von jemandem, der diese Dinger gerne verkaufen wollte, mussten wir dann eben trotzdem als ausreichendes Argument gegen ein Verbot der Vuvuzelas hinnehmen, wenn wir nicht als Kulturimperialisten — welch nicht gerade feine Ironie, diesen Vorwurf bei einem Turnier der Fifa von sich zu weisen — gelten wollten.

So richtig hat aber hierzulande nie jemand verstanden, wie man das Dröhnen der Hornissen Vuvuzelas länger als einen Tag lang aushalten sollte, ohne Schaden an Geist und langfristig auch an Körper zu nehmen. Und wie man erst Recht dabei dann auch noch fröhlich tanzen konnte, oder ständig in Kameras grinsen. Einzig, dass das Hirn von der Dauerberieselung bereits völlig erweicht ist, wäre eine glaubwürdige Erklärung gewesen. Was Guantanamo Bay sein Metallica, ist dem Südafrikaner sein‘ Vuvuzela.

Doch: Da wir nicht wussten, dass es noch eine andere, eigentlich ganz einfache Erklärung dafür gibt, warum die Zuschauer in Südafrika stundenlang in diese Dinger tröten und dabei trotzdem noch fröhlich sein können, konnten wir auch nicht danach suchen.

Dabei ist die Erklärung allzu naheliegend, wenn man von dieser Erklärung nur weiß: Die Hirne sind tatsächlich bereits erweicht, wenn mit Inbrunst und ohne Rücksicht auf Verluste getutet wird: Marihuana gehört in Südafrika zum Fußball.

Eine bahnbrechende Erklärung, die angesichts der dort zitierten geringen Preise für das Zeug bei guter Qualität den Ticket-Verkauf zur WM in Südafrika vielleicht doch noch mal in Schwung bringen könnte.

Für 2014 werden wir den Gepflogenheiten des Ausrichterlandes entsprechend eine friedliche Weltmeisterschaft erneut nahezu garantieren können. Während sich 2018 aller Voraussicht nach wieder auf die dann eher mit flüssigen Mitteln erweichten Birnen gehauen werden wird.

6 Kommentare

  1. Man muss halt einfach den Ton beim Fernseher ausmachen. Wenn ich so an einige Kommentatoren denke, ist das wohl in vielerlei Hinsicht eine gute Lösung.

  2. Also hat ein böser Geschäftemacher in den 90ern die Vuvuzueals auf den Markt gebracht und die Fans dort gezwungen da reinzublasen, weswegen das jetzt also doch nicht als dortige folkloristische Fankultur durchgeht, da nicht seit Jahrhunderten nachprüfbar praktiziert.
    Ich find das jetzt ein bischen einfach. Wie gesagt, niemand zwingt die Leute dazu da rein zu tröten. Ist es nicht eher so, das in Afrika beim Fußball einfach gerne Musik gemacht wird, weswegen die Dinger auf verdammt fruchtbaren Boden fielen?
    Ich schaue seit fast 20 Jahren Africa-Cup, und in den westafrikanischen Ländern, ebenso wie in Nordafrika, wird bei den Speilen schon immer beständig von kleinen Bands getrommelt, schalmeit und getrötet was das Zeug hält. Das konnten mir auch Freunde, die 2 mal in Ghana vor Ort waren bestätigen und es gehört ebenso dazu wie Zauberer, die mit Hühnerbeinen beschwören und ausgefallen Verkleidungen.
    Das jetzt weiter im Süden mehr ausschließlich getrötet wird find ich auch nerviger wie die westafrikanischen Bands, die ich gerne höre, aber damit muß man leben.
    Ich kann mich auch noch an meinen Kindheit und Jugend erinnern, in denen hierzuland per Druckluft und auch Lunge ein trötender Dauerschallpegel im Stadion erzeugt wurde. Das gehörte damals zur „gewachsenen“ Fankultur, wie heute Hurensöhne-Gesänge und monotone Dauereinlull-Lieder von der erst seit Ende der 90er importiert gewachsenen Ultra-Kultur.
    Also wollen wir jetzt eine weltweit monotone Fan-“Kultur“, in der der gemeine „Neger“ sich nach unseren Hör- und Sehgewohnheiten richtet, oder akzeptiert man einfach mal, das anderswo Fußball anders zelebriert wird, auch wenn man damit nichts anfangen kann? Die mittlerweile zum Erbrechen langweilige La-Ola der Mexikaner macht heut auch jeder Kunde freudig mit, die gehört jetzt hier zum „gewachsenen“ Fan-Sein.
    Am meisten regen mich in dieser momentanen Dauerdiskussion die Leute auf, die allen ernstes von der FIFA ein Eingreifen fordern, damit wir hier in Ruhe WM-TV gucken können. Die selbe FIFA, die man hier bei der WM zurecht noch für ihre asoziale Regulierungswut gegeißelt hat, als Fans beispielsweise mit falschen Sponsortrikots Ärger bekamen? No way, die sollen sich um die Einhaltung der Fuballregeln kümmern, aber nicht darum wie Fans im Stadion innerhalb eines legalen Rahmens zu feiern haben.

    So, und jetzt schau ich mir die Verlängerung von Elfenbeinküste-Algerien an, das Spiel das mir beim Verfassen dieses zu lang geratenen Kommentars für eine Hintergrund-Dauerbetrötung gesorgt hat. ;-)

  3. Also – da ich ja einige Spiele in Südafrika mitnehmen werde, war ich sehr erfreut, als ich eine Uweseeler geschenkt bekam.
    Mal schauen, ob man mich damit in die Arena laesst. Irgendwo muss ich ja schliesslich ueben.

  4. @Schnellinger – ich recke dir die Faust entgegen und rufe „für das Spiel – für die Welt“ ;-)

  5. Pingback: eingeNETzt 26/01/2010 | Spielfeldrand - Das Magazin

  6. Pingback: WM-Vorbereitungen II: Vuvuzela kaufen | FussballFieber



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