Dunkles aus dunkler Zeit

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Es ist eine der großen Betriebsmotivationen hier in diesem Blog, doch eines Tages noch zu erfahren, was bei der EM 2000 in den Reihen der Nationalmannschaft wirklich vorgefallen ist, als die eine oder andere Revolution drohte, die Mannschaft auseinanderfiel und der deutsche Fußball das jämmerlichste Bild seit dem Krieg abgab. Mehmet Scholl allerdings hat zum Beispiel geschworen, die genauen Umstände nie zu verraten, vielleicht bricht ja einer wie Markus Babbel oder der Loddarmaddäus himself mal das Schweigen.

Bis dahin müssen wir uns weiterhin mit dem begnügen, was damals anwesende Zeitzeugen so aufgeschrieben haben, z. B. der Spiegel über die EM 2000 und Ribbecks Anteil. „Populist“ mit „überschaubarem taktischen Interesse“ sind da noch die harmloseren Wendungen, mit denen Erich Ribbeck bedacht wird. Aber auch Matthäus kommt extrem schlecht weg und ein bisschen Licht ins Dunkel gelangt durchaus mit diesen Worten des Spiegels. Schöner „Read“ für dunkler werdende Tage, denn es ist fast ein bisschen gruselig, wie dunkel es damals, keine 15 Jahre her, in der Nationalmannschaft zuging.

„Der Kaffeehaus-Trainer“.

7 Kommentare

  1. Das waren noch Zeiten, als der Verantwortliche keinen Plan hatte und den Rest die FOTO(geklaut, sorry Trainer) samt Anhängerschaft bestimmte(Kuranyi anyone? kennt den noch wer? ,oder einen Kießling?).

    Es sind goldene Zeiten für den deutschen Fan, sofern er sich für Fussball interessiert und nicht nur für Titel.

    Wer die letzten 20 Jahre gesehen hat, weiß das um so mehr zu schätzen.

  2. _Interessiert_ war Ribbeck schon an Taktik und System, zumindest in seiner Zeit bei Bayern, denn dort wollte er die Viererabwehrkette einführen. Leider wusste er wohl nicht so recht, wie genau das anzustellen sei, und gab den Versuch schließlich wieder auf.
    Insofern eint ihn da einiges mit seinem Nach-Nachfolger beim DFB und Nach-Nach-…-Nachfolger beim FCB.

  3. Aha, ja, so etwas hatte ich auch noch im Hinterkopf, dass er doch eigentlich mal etwas Neues hatte machen wollen. Danke für die Erinnerung.

    Der Nach-Nachfolger scheint aber zumindest jetzt aus seinen Fehlern gelernt zu haben und für genau solche Angelegenheiten ausreichend Fachmänner engagiert zu haben. Etwas, was auch Ribbeck beim DFB schon hätte tun können, wiewohl es in jenen Zeiten angesichts der medialen Stimmen wohl extrem schwierig geworden wäre.

    Insofern muss man seinem Nach-Nachfolger immer noch dankbar sein, dass er zumindest in diesen Angelegenheiten „keinen Stein auf dem anderen“ gelassen hat. Einer musste es ja machen, also das Aufbrechen, ob Hitzfeld oder Rehhagel das damals gewollt hätten, da hege ich große Zweifel.

  4. Da stimme ich völlig zu. Besagter Nach-Nachfolger scheint am besten in der Rolle eines Projektleiters zu sein, der diverse Experten koordiniert und auch die Themen abseits des Platzes angeht. Dummerweise glaubte er bei seinem Intermezzo als Vereinscoach, selbst ausreichend Expertise als Trainer zu haben. Aber gut, lassen wir das, wir wollen ja nicht vom eigentlichen Thema ablenken.

  5. Naja, was heißt dummerweise? Es war doch ein schönes neues Kapitel im unterhaltsamen Buch der Trainer- und oft auch Spielerauswahl des FC Bayern. Ohne diese Kapitel wäre es alles ja nur halb so lustig. Aber nun gut, das wird man als Bootsinsasse wohl anders sehen.

  6. Klar, von außen war das sicher höchst amüsant, keine Frage. Die Idee, ihn zu holen fand ich zu jener Zeit auch gut, aber ich hatte mir schon damals den anderen JK gewünscht und war überrascht später zu erfahren, dass dieser tatsächlich ein ernsthafter Kandidat war.
    Sei’s drum, es war immerhin der erste Versuch, etwas ganz Neues auf der wichtigsten Position zu wagen. Der nächste Versuch war dann schon deutlich erfolgreicher, scheiterte aber leider aus ganz anderen Gründen. Ich bin immer noch guter Dinge, dass der aktuelle der perfekte Volltreffer („aller guten Dinge sind drei“) ist.
    Feine Ironie dabei natürlich, dass zwischendurch das vermeintliche Auslaufmodell, das übergangsweise zur Befriedung der Situation eingestellt wurde, den größten Erfolg der Vereinsgeschichte beschert hat.

  7. „What is the tactic? If you have luck, you can win.“
    Hört sich nicht nur nach Modern Talking an, sondern umfasst die deutsche Taktik der „damaligen“ Zeit. Besser hätte man es nicht sagen können.



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