e = mc2

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Wie der Stern zitiert:

„[…] der Schlusspfiff hat seine physikalischen Besonderheiten: Da die Zeit nach der Relativitätstheorie für bewegte Objekte langsamer vergeht als für ruhende, dauert das Spiel für den rennenden Schiedsrichter länger als für die ruhig sitzenden Zuschauer. Der Schlusspfiff ertönt also für den Stadionbesucher faktisch erst dann, wenn das Spiel bereits vorbei ist – und zwar seit genau.0,27 Milliardstel Millisekunden. Vorausgesetzt, der Schiedsrichter ist die gesamten 90 Minuten mit einer Geschwindigkeit von drei Metern pro Sekunde gelaufen.“

Außerdem erfahren wir, warum die Torgröße genau richtig ist und größere Tore der Tod des Spiels wären. Ich würde gerne mal wissen, wie die Begründer des Fußballs, die damals ja noch deutlich kleiner waren, auf genau diese Maße kamen. Jeder weiß, dass es mit dem englischen Längenmaß foot zu tun hat. Das Tor ist genau drei Mal so breit, wie es hoch ist. Acht Fuß hoch und 24 Fuß breit, ein Fuß hat 30,48cm. Trotzdem hätte man ja durchaus auch andere Maße wählen können, oder auch ganz einfach das Spielfeld kleiner oder größer machen können. Das allerdings ist eine der seltsamen Erscheinungen beim Fußball: Die Torgröße ist genau definiert, bei der Länge und Breite des Feldes hingegen hat man durchaus Raum zur Improvisation.

Ebenso interessant zu erfahren fände ich, wie die Torgröße und die Länge des Spielfeldes beim Handball oder beim Eishockey zustande kamen.

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  1. Du hast zwar nicht danach gefragt, aber die Höhe von Basketballkörben (3,05m) hängt mit der Höhe der Balkone am Trainingsgelände einer amerikanischen Footballmannschaft zusammen, deren Trainer Basketball erfunden hat.

  2. Auf der Suche nach einer einfachen Antwort stolpert man rasch in die etwas verworrene Geschichte des englischen Fußballs im 19. Jahrhundert, wo nach und nach – in Eton, in Sheffield, in Cambridge – erste Regeln immer mehr verfeinert wurden. Das Fußballtor hatte ursprünglich keine Querlatte (die fehlte ursprünglich auch im Rugby). Sie wurde erst eingeführt, nachdem sich das Maß für den Abstand der beiden Pfosten eingebürgert hatte. Ich habe keine Erklärung gefunden, in wie weit da ein geometrisches Formbedürfnis ausgelebt wurde. Die erste Begrenzung nach oben bestand nicht aus Holz, sondern war eine quergespannte Leine. Erst gegen Ende des 19. Jahrunderts wurde eine Komplettkonstruktion aus Holz Standard. Das Netz ist eine noch spätere Entwicklung. Diese Chronologie gibt einen Überblick: http://mysite.wanadoo-members.co.uk/corshamref/sub/croshist.htm
    Verbürgen für die Infos möchte ich mich nicht. Ich habe zur Zeit mein dickes altes Oxford Sport-Lexikon nicht zur Hand.

  3. Schreibt der Stern diese Woche nicht übers weltweite Ficken?

  4. @Jürgen Kalwa… Die Sache mit der Leine ist mir aus ganz alten Fußballzeichnungen nicht fremd. Dass es überhaupt eine Webseite mit dem Titel „crossbar history“ gibt, finde ich interessant. Und wie schade es gleichzeitig ist, dass wir die Antwort auf die Frage nicht erfahren. Sollte jemals das Oxford-Lexikon wieder auftauchen, bitte nachschauen. Warum legen 1,55m große Kerle die Torhöhe auf 2,44m fest und machen somit zu ihren Zeiten einen hohen Fernschuss (oder Kopfball) nahezu unhaltbar? War es damals nicht üblich, aus der Ferne zu schießen oder einen Kopfball auch mal als „Lupfer“ anzusetzen?

    @Slogan, nicht, dass ich wüsste. Aber ich lese den Stern auch nicht.

  5. @Trainer: Das dicke Buch (korrekter Titel: The Oxford Companion to Sports and Games) ist wieder aufgetaucht. Aber es entpuppt sich als nutzlos in dieser Frage. Es referiert seitenlang über die organisatorisch historische Entwicklung von Football in allen bekannten Versionen (Australian Rules, American, Gaelic) und unbekannten (Harrow, Winchester College). Es erzählt ziemlich ausführlich davon, wie das Spiel in einzelnen Ländern Fuß gefasst hat. Aber zur Geschichte der Maßfestlegungen: kein Wort. Enttäuschend. Ich habe noch ein bisschen mehr gesucht und auch wirklich hübsche Dinge gefunden. Zum Beispiel diesen alten Film mit dem einflussreichen Trainer Fred Spiksley, der auch in Deutschland gewirkt hat (http://www.youtube.com/watch?v=7tMsFmXtN74) – hat auch einen Wikipedia-Eintrag. Aber das ist kein Trost. Ich denke, man sollte dem Mann von der Crossbar-Seite eine Mail schicken und ihn fragen, was er zu dem Thema weiß.

  6. das mit der körpergröße ist ja nun eher marginal. mag sich die durchschnittliche körpergröße im industriezeitalter (als zeitliche, nicht sachliche einordnung) auch stetig nach oben entwickelt haben, so viel kleiner waren die leute im 19. jh nun nicht. klassischer nachweis: für die preußischen „langen kerle“ mußte man ca. 1,88m (6 fuß) sein, und das war im 18. jahrhundert. zudem: wer im 19. jh in england zeit für muße (=fußball) besaß, war auch sonst privilegiert. wohlstand und elitäre herkunft sind ja nun bekanntlich förderlich für eine ordentliche körpergröße (bessere ernährung, bessere medizinische versorgung, keine körperlich anstrengende arbeit).

    äh, ja. soviel dazu. wie die auf die maße gekommen sind: keine ahnung. goldener schnitt ist es ja nicht. vielleicht hatten die einfach zwei gleichlange holzpfähle übrig, die 8 fuß maßten?

  7. Pingback: granad sein Block!

  8. Kann es daran liegen, dass das Tor 8 Yard breit/lang ist und man daher 8 Fuß als Höhe nahm. Im imperialen Maßsystem misst man Längen in Yard und Höhen in Fuß. So mussten sich die damaligen Fußballer nur eine Zahl merken :-)
    Auch die anderen Zahlenwerte sind auf Einfachheit getrimmt:
    Torraum 6 Yard vom Pfosten
    Strafraum 12 Yard vom Torraum
    Strafpunkt 12 Yard von der Tormitte
    Alle Kreise und die Freistoßmauer 10 Yard von einem Punkt
    (Strafpunkt, Mittelpunkt, Ecke, Ort des Fouls)

  9. @carstenk: Ich kann mich noch an die Zeit erinnern, da hantierten die Briten mit Pence, Shilling und Pound. Da war ein pound 20 shilling und ein shilling 12 pence. Es gab obendrein noch einen guinea (21 shilling): „You paid tradesmen, such as a carpenter, in pounds but gentlemen, such as an artist, in guineas.“ Mit anderen Worten: Der Umgang mit Messen und Zählen war bei den Briten wohl nie sehr konsequent (1 yard = 3 feet, 1 feet 12 inches). Der zitierte Text deutet allerdings an, dass es in GB eine Tendenz gab, größere Einheiten bruchrechnungsmäßig zu teilen. Und das funktionierte bei solchen Zahlensystemen (wie das mit den 240 Pence) sehr gut. In den USA, wo man noch nicht auf „metric“ umgestellt hat, sieht man das am Umgang mit Inches am Bau: Es wird gemessen in half inches, quarter inches, eight of an inch etc. Das Rechnen mit solchen Werten ist ungeheuer umständlich. Es leidet die Präzision (und das Verständnis von Präzision). Aber das kann man zumindest nachvollziehen. Bei den Fußballregeln leider nicht. Übrigens wurde der Elfmeter (Strafpunkt) erst später erfunden – angeblich in Irland (damals britische Besitzung)

  10. Ich habe hier übrigens noch eine Fünfeinviertel-Zoll-Diskette rumliegen. Und im Baumarkt verkaufte man mir letztens einen Drei-Achtel-Zoll-Waschmaschinenadapter, vielleicht waren es auch fünf Achtel oder ein und drei Viertel Zoll, jedenfalls war er falsch, was u. a. daran lag, dass ich den Durchmesser für den benötigten Anschluss natürlich (mit einem Zollstock) in Zentimetern vermessen hatte und die Verkäuferin auf die meinerseits erwähnten Maße gar nicht einging, sondern sofort etwas von irgendwelchen Bruchwerten in Zoll fabulierte, was automatisch mein Gehirn zum Erliegen brachte, was mich wiederum davon abhielt, die Zentimeter in Zoll, gebrochene, umzurechnen. Allerdings halte ich das nur für ein Problem der Gewohnheit, so wie man eben auch einige Zeit braucht, um ein Gefühl für den Wert einer anderen Währung zu bekommen, wenn man damit umgehen muss. Umrechnung ist ja ohnehin immer möglich. Ist das Arbeiten mit Brüchen aber tatsächlich unpräziser? Helft mir.

    Und den Hinweis auf die Größe der Menschen finde ich, nun ja, hochinteressant. Quarks berichtet aber davon, dass die Menschen erst seit der für unser Thema relevanten Zeit, Ende des 19. Jahrhunderts, (wieder) größer werden und schreibt:

    … die Thüringischen Rekruten um 1890 bringen es nur auf eine durchschnittliche Körpergröße zwischen 165,9 und 167,1 cm …

    Der Wert für die durchschnittliche Größe bedeutet natürlich nicht, dass es keine Ausreißer nach oben gegeben haben wird. Deren Job beim Spiel war dann wohl qua Physis definiert.

    Jorge Campos, langjähriger mexikanischer Nationaltorwart, misst gerade 1,75m, eine Größe, die auch damals ausreichend vertreten gewesen sein wird. Noch kleinere Torhüter wird es in unteren Ligen zuhauf geben und gegeben haben, die durchaus in der Lage sind oder waren, ihr Tor adäquat zu hüten. Insofern muss ich mir selbst widersprechen, dass hoch platzierte Fernschüsse automatisch unhaltbar gewesen wären, auch wenn die letzten Zentimeter zur Latte hin schwer zu erreichen gewesen sein werden.

    Was die Zahlenreihe von CarstenK angeht (6-8-10-12) ist das eine mir ebenfalls zuvor unbekannte Information. Dadurch ist aber immer noch nicht klar, wie und warum man sich denn auf eben diese Höhe geeinigt hat. Ich werde Jürgen Kalwas Vorschlag aufnehmen und dem Betreiber der oben angegebenen Webseite mailen.

    Schreiber sollte man übrigens auch in guineas bezahlen.

  11. Vorsicht Vermutung:
    Man hatte den Abstand der Pfosten bei 8 Yard und sucht nun die geeignete Höhe (wie oben Beschrieben Höhen immer in Fuß) 6 Fuß = 1,8288 m selbst bei damaliger Größe zu flach. Arme hoch und man ragt deutlich über die Latte. OK 7 Fuß 2,1336m hmm ein 1,70 Torwart der die Arme hoch nimmt ist 2.15 geht immer noch nicht. 8 Fuß 2,4384m ist für einen 1,70 Torwart gerade nach oben gut zu erreichen nach außen wird es eng. Gut. 9 Fuß = 2,7432 ist für eine Person der damaligen Größe und auch teilweise heute noch nur mit Anlauf zu erreichen. Fällt raus. Na gut dann hätten wir 8 Yard * 8 Fuß hört sich gut an. Zwischengrößen werden im englischen Sport selten verwendet.
    Fertig.

  12. Der größte Mensch der Welt maß übrigens 2,72m. Gerundet vielleicht auch 2,73m…



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