Eine Rose ist manchmal keine Rose

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So traurig der Anlass auch sein mag, als Klugscheißer, die ins Netz schreiben, müssen* wir noch einmal darauf hinweisen, dass der Ausdruck „künstliches Koma“ irreführend ist. Mein guter alter Kommentator aus frühen Tagen, Ben, der sich leider gänzlich aus dem, was man von außen betrachtet gerne Blogs nennt, zurückgezogen hat, erinnerte mich noch letztens ohne Anlass daran und hier passt es dann eben wieder:

Ein künstliches Koma ist kein Koma.

[Es folgt normalerweise eine lange Reihe von ähnlichen, ständig und überall im Netz auftauchenden Hinweisen wie dass es nicht HIV-Virus heißt, sondern HI-Virus, dass die Soundso-Schnecke gar keine Schnecke ist, dass es nicht heißt „etwas macht Sinn“, sondern „ergibt Sinn“, dazu ein, zwei Verweise auf den Deppenapostroph, und noch 20 andere Sachen, die man ehrlich gesagt nicht mehr hören kann oder lesen will. Bis auf das mit dem künstlichen Koma, das scheint immer noch nicht durchgedrungen …]

Dass Alemannia Aachen den Angehörigen des Betroffenen allerdings auf eigene Rechnung einen Anwalt stellt, um zu verhindern dass Fotos von diesem veröffentlicht werden, das ist wirklich eine Nachricht und auch einen Beitrag wert: Heute positiv überrascht vom Feingefühl der Verantwortlichen eines Fußballvereins.

* Müssen als Ausdruck eines inneren Zwangs zum Klugscheißen, nicht etwa, weil es an dieser Stelle moralisch oder aus anderen Gründen angezeigt wäre, was die Sache nur noch trauriger macht.

2 Kommentare

  1. Aber auch in sich widersprüchlich:

    Wer ins „künstliche Koma“ versetzt wird, riskiert nicht, lebenslang ein Zombie zu bleiben.

  2. Das die Alemannia einen Anwalt stellt ist wahrlich eine Nachricht wert. Respekt!
    Das sowas heute bei den „Journalisten“-Horden überhaupt notwendig ist kann einen aber mächtig ankotzen. Und das diese Kreise sich aber für was besseres halten wie das angeblich unseriöse Blogger-Volk bringt den Würgereiz nicht zum stoppen.



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