Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr-Stadion

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Heute Abend spielt der Lieblingsverein von Johannes Rau selig, der Wuppertaler SV, nicht in seinem eigenen Stadion am Zoo gegen Bayern München, sondern in der Veltins-Arena, die mal Arena auf Schalke hieß, für die Johannes Rau selbst einen Namensvorschlag hatte, dessen Charme sich wohl nur demjenigen erschließt, der des Idioms der Region mächtig ist.

6 Kommentare

  1. Hast du eine Quelle, die Rau diesen Vorschlag zuschreibt?

  2. Der Ausspruch kam von Kuzorra selber in Richtung Rau. Jedenfalls wenn man diesem Artikel von „Der Westen“ [Link leider tot] Glauben schenken mag. Schwierig wird es dann aber, wenn dort steht, daß Kuzorra die Aussage gegenüber dem „damaligen Bundespräsidenten“ getroffen haben soll. Denn der Todestag Kuzorras und der Beginn der Amtszeit Raus liegen 9 Jahre auseinander.

    In der Wikipedia wiederum wird der Spruch Rau zugeschustert.
    Wenn man dann noch den Tagesspiegel-Artikel [Link leider tot] nimmt, dann glauben wir dem Trainer endgültig und lachen den Westen aus… Ist man von Frau Halberschmidt eigentlich nicht gewöhnt.

  3. Naja, die Quelle ist dann wohl der ehemalige Landesvater selbst, oder?
    Zitiert wurde er aber „ungefähr 633“ mal, beispielsweise vom Tagesspiegel [Link leider tot].

  4. Torsten, Du googelst zuviel…

  5. Ach, Wikipedia: Da wird Kuzorra als „Sohn polnischer Einwanderer“ bezeichnet. Kuzorras Vater Karl war weder Pole noch „Einwanderer“. Das kann ich behaupten, ohne auch nur die Details zu kennen. Warum? Polen gab es damals nicht. Was die Herkunft der Familie aus Masuren angeht (wo auch meine Familie herstammt): Die Sprachgrenzen verschwammen damals in diesem Landstrich. Die Identifikation der Betroffenen mit einem bestimmten Land jedoch nicht (das hat man bei den Volksabstimmungen in den grenznahen Gebieten 1919 gesehen). Der Charakter der Nachnamen, die in Ostpreußen und Oberschlesien oft von den klassischen deutschen abwichen, mag viele Menschen heute dazu verleiten, den Familien einfach den Stempel „polnisch“ aufzudrücken. Das ist Geschichtsklitterung. Wenn man anhand der existierenden Dokumente (in Listen von Kirchengemeinden erfasste Taufen und Eheschließungen zu Beispiel) die Sache etwas genauer betrachtet, wird man festellen, dass viele Stammbäume in der Region schon Generationen vor dem Wiener Kongress (bei dem 1815 Polen geteilt und von der Landkarte gestrichen wurde) als deutsch zu gelten haben, Ich finde die Genauigkeit in diesem Punkt auch deshalb wichtig, weil dem Thema seit dem Zweiten Weltkrieg ein – politisch nachvollziehbarer – Tabunebel hinterherwabert. Aber 60 Jahre später sollte man in die Lage sein, die Sachverhalte emotionslos auseinander zu halten.



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