Everyday is like Sunday

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Trudging slowly over wet sand
Back to the bench where your clothes were stolen
This is the coastal town
That they forgot to close down
Armageddon – come Armageddon!
Come, Armageddon! Come!

Everyday is like Sunday
Everyday is silent and grey

Nun ist die Bundesliga endgültig zum Stillstand gekommen. Der Meister steht fest, der Vizemeister steht fest. Die Absteiger stehen fest. Nicht, dass wir uns falsch verstehen, wir reden hier nicht vom vorletzten Spieltag, an dem der Zufall das mal so gewürfelt hat, dass eben per genau diesem alle wichtigen Entscheidungen schon gefallen sind. Wir reden vom 20. Spieltag, an dem sich die Spannung in der Liga nur noch darauf bezieht, wer Champions League spielt und falls das nicht, Europa League. Und wer sich um den einen relevanten Relegationsplatz prügelt, auch wenn selbst da die Verhältnisse klar zu sein scheinen.

Der 20. Spieltag ist gegangen, und der eigentliche Sinn dieser Liga, um die Meisterschaft zu kämpfen und gegen den Abstieg, hat sich mehr oder weniger erledigt. Sicher kann Hoffenheim noch locker mit 3 Siegen in Folge auferstehen, ebenso könnten tatsächlich noch Mainz 05 oder sogar der 1. FC Köln von 1948 in die Europapokalränge gespült werden.

Allein, was den Sinn einer Liga angeht, hat sich die Bundesliga von allem verabschiedet, was noch Interesse bedeuten könnte. Lassen wir jetzt mal alle Eifersüchteleien gegenüber den Bayern weg, ignorieren wir einfach, dass sie seit fast einem halben Jahrzehnt (denn so wäre es, wenn sie nächste Saison wieder Meister würden) die Bundesliga nach Belieben und vor allem mit einem Punkte- bis Torrekord nach dem nächsten beherrschen.

Jetzt ist auch noch die Frage nach dem Vizemeister obsolet geworden. Das wird ebenso dauerhaft, wie der FC Bayern Meister wird, ebenso immer der BVB werden. Alle anderen Teams können diese Lücke nicht schließen, die Abstiegsfrage wird wohl sicher noch irgendwann mal offener ablaufen als in dieser Saison. Nur – was nützt uns das, in dieser Saison?

Diese Saison ist vorbei und man spürt geradezu die Resignation bei allen Bundesliga-Interessierten, die nicht gerade Schalke- oder Gladbach-Fans sind (oder noch fürchten, Besuch vom Abstiegsgespenst zu bekommen). So früh war diese Liga, diese Saison noch nie entschieden, und so laufen wir jetzt schon, ab Anfang Februar langsam über den Strand und fragen uns, wer wohl auf welchem Mannschaftsbild im Kicker-Sonderheft der neuen Saison auftauchen wird. Nur Aufmerksamkeit für die aktuelle Bundesliga-Saison brauchen wir keine mehr. Da ist alles entschieden. Jaja, außer natürlich von Deinem Verein.

Aber ansonsten ist alles leider so, als wäre jeden Tag Sonntag.

6 Kommentare

  1. Frage ich mich ja schon länger: Wie müssen sich wohl die letzten Jahre anfühlen, wenn man zufällig nicht Gladbach-Fan ist (soll es ja geben)?

    Oder – noch schlimmer – zwar echter, enthusiastischer Fußball-Fan, aber halt Anhänger von einem Verein, der an der ersten Bundesliga schon länger nicht mehr teilnimmt.

    Jetzt weiß ich es: In etwa so, wie ich es vermutet habe.

  2. Die Frage nach Spannung ist doch ohnehin immer eine besondere.

    Ich meine, wie spannend ist es, wenn man sich nicht mit einem Verein identifiziert oder zumindest zu einem Verein hält. Wie spannend ist die Bundesliga, also die erste, für einen MSV-Fan? Sorry. Ist es wirklich spannend, wenn man einem Zweikampf um die Meisterschaft neutral gegenübersteht?

    Die Frage stelle ich mal in den Raum.

    Ansonsten geht es doch darum, Spiel für Spiel anzugehen, immer alles zu geben, die Spiele gewinnen zu wollen, jedes für sich, Entwicklungen zu verfolgen, sich über Tore zu freuen, über Fehlpässe zu ärgern etc., nicht zu wissen, wie das nächste Spiel endet.
    Wer das nicht spannend findet, hat unseren Fußball nicht verstanden, so zumindest meine Meinung.

    Und natürlich geht es auch darum, sich zu ärgern, wenn unser Trainer sich über eine knappe Niederlage gegen die Bayern freut oder schon von vornherein abschenkt. Aber spannend wird, wie die Bayern das Champions-League-Aus gegen Juve verkraften werden.

    Was die aktuelle Tabelle angeht: es sind noch 42 Punkte zu vergeben. Was sind denn fünf Punkte Rückstand? Ist es für einen Hessen nicht spannend, ob Darmstadt tatsächlich die Klasse hält und die Eintracht vielleicht nicht? Für einen Nord-affinen nicht spannend, ob es neben VW womöglich nächstes Jahr nur noch einen Nord-Club in der Liga geben wird? Etc…

    Nur mal so nebenbei.

  3. Ich habe die Befürchtung (oder doch eher die Hoffnung?!), dass diese Blase über kurz oder lang platzen wird. Wer um alles in der Welt, zahlt denn Monat für Monat € 30+ für Sky (oder wen auch immer) oder für immer teurer werdende (Dauer-)Karten, wenn diese Liga so dermaßen langweilig ist? Ich denke es wird nicht mehr ewig dauern, dann laufen dieser Liga die Fans weg. Es sei denn Bayern und Dortmund spielen bald wirklich in ner eigenen Euro-Liga mit den anderen großen des Business.

  4. Es wird Zeit, dass sich die Champions-League zur regulären europäischen Meisterschaft entwickelt. Da können sich dann Dortmund und Bayern jedes Wochenende mit PSG, Real und Barca messen. Damit ersparen wir uns endlich die allwöchentliche Meldung „Barca, Bayern mit Kantersieg…“ und sonstigen Elfmetermätzchen.

  5. Da stimme ich zu. Ich würde mir auch mal ein wenig Abwechslung wünschen. Dass immer nur Bayern gewinnt, kann manchmal echt beinahe schon langweilig sein.

  6. In Ergänzung eine interessante These, dass die Premier League die Rolle der Champions League einnehmen könnte.

    http://app.handelsblatt.com/sport/fussball/premier-league-gegen-bundesliga-warum-juergen-klopp-eine-gefahr-ist/12976788.html?mwl=ok



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