Foules Spiel

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An irgendeiner Stelle im Netz liest man, dass der 1. FC Köln zur Zeit die fairste Mannschaft dieser Bundesligasaison sei, gemessen an der Zahl der Fouls. Nur 181 Fouls in 12 Spielen. Alleine schon beim Anblick des absoluten Werts von 181 wirkt das „nur“ auf mich befremdlich.

Dann rechnen wir das mal um, und vergessen dabei nicht, dass dieser Wert eben den geringsten der Liga darstellt. 181 Fouls in 12 Spielen bedeuten knapp alle 6 Minuten ein Foul. Wenn man nun annimmt, dass der Gegner mindestens genauso häufig foult, was er natürlich tut, wenn Köln in der Liste ganz oben/ganz unten zu finden ist, dann sehen wir also in einem gewöhnlichen Bundesligaspiel alle 180 Sekunden ein Foul. Tendenz, wie gesagt, eher noch öfter.

Wenn man dann noch dazu rechnet, bzw. abrechnet, wie gering überhaupt die Nettospielzeit eines Spiels ist, dann gelangt man zu einem Wert, der nahelegt, dass quasi jeder Spielzug mit einem Foul abgeschlossen wird, falls nicht gerade ins Tor getroffen wird.

Professionell hin oder her.

Irgendwie macht diese Vorstellung keinen Spaß.

12 Kommentare

  1. Trainer, warum so melancholisch? Ist Fußball denn kein Kampfsport?

  2. Hach, was waren das noch für Zeiten als Männer wie Walter Frosch noch gefragt werden. Ich zitiere: „Berühmtheit erlangte er wegen seiner 27 gelben Karten in 37 Spieleinsätzen der Zweitliga-Saison 1976/1977. Aufgrund dieser damals noch ungestraften Karteninflation führte der DFB bald darauf die automatische Spielsperre nach vier (heute fünf) gelben Karten ein. In den drei Runden Bundesliga wurden gegen Frosch 17 Gelbe Karten gezückt, eine Rote erlebte er aber nicht.“

    Und hier der Mann in seiner vollen Pracht:

    http://www.youtube.com/watch?v=EqekSuj5HCo

  3. Ist das aber nicht ein alter Vorwurf des Kaisers:
    In Deutschland wird zu kleinlich gepfiffen!

    Wie ist denn der internationale Vergleich? Gibt es dazu auch Zahlen?

  4. Kleinlich gepfiffen ist aber eigentlich nicht der aktuelle Punkt. Eher wird zu verbissen gespielt. Wenn die Spieler ein wenig fairer spielten und von mir aus die Schiris etwas großzügiger pfeiften, sähen wir vllt häufiger schöne, flüssige Spiele.

  5. pfeiften gefällt mir gut. Keine Ahnung wieso ich das schrob :-)

  6. So oft wie auf dem Platz gefoult wird, wird im Büro gelogen oder in der Bank betrogen. Leider stehen Wettbewerb und Fairness oft im Widerspruch…

  7. kommen wir jetzt in den uefa-cup? ;)

  8. Walter Frosch – haha, ein Typ wie aus Asterix bei den Briten; einfach toll – und er war auch bei den richten Vereinen für so eine Type; Kaiserslautern und St.Pauli.

  9. Ist die große Anzahl der Fouls – oder die Existenz von Fouls im Allgemeinen – nicht primär Schuld daran, dass die Nettospielzeit überhaupt so gering ist?

  10. @ nedfuller:
    Zumindest in der Champions League ist die Rate sehr ähnlich, wenn man sich mal (den) einen Verein aussucht und vergleicht. In den 34 BL-Spielen der vergangenen Saison wurden im Schnitt 36,5 Fouls gepfiffen, in den 10 Champions League-Spielen waren es 37,2. Mehr dazu und aufgebröselt siehe hier.

  11. Die Existenz Kölns ist allein schon ein großes Foulspiel…

  12. Eher ein Lauf- und Passspiel und noch viel eher ein Spiel als ein Kampfsport. Wobei mit Spiel hier nicht die spielerische (und somit nicht-ernste Komponente) gemeint ist, sondern die dessen, dass man seinen Gegner aus-spielen sollte, jw.



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