Gladbacher Erfolg nicht erklärt

| 10 Kommentare

Ein Sportfachmagazin listet heute die Gründe für den derzeitigen Gladbacher Erfolg auf. Und beweist nebenbei mal wieder, dass das mit dem Denken und den Sportjournalisten oft zwei verschiedene Paar Schuhe sind.

Einer der Gründe für den Gladbacher Erfolg sei nämlich, dass die Mannschaft ihre Heimspiele gewinnt. Das ist mal wieder so zirkelschlüssig, dass man gerne das Geld für diese Meisterleistung zurückhätte.

Dass Gladbach seine Heimspiele gewinnt, ist der Erfolg. Aber doch nicht der Grund dafür.

Im Zornesrausch über derartige Leserverhohnepiepelung hab ich dann doch glatt vergessen, was die anderen, durchaus stichhaltigen Gründe für den Gladbacher Erfolg waren. Zum Beispiel, dass die neuen Spieler so gut spielen. Deutlich aussagekräftiger, ist es nicht?

Gladbach hat Erfolg, weil es seine Heimspiele gewinnt. Kann man sich nicht ausdenken.

10 Kommentare

  1. Ich glaube, ich habe endlich verstanden, warum Braunschweig nicht so erfolgreich ist zur Zeit.

  2. Der Ball is rund, weil er rund ist. Passt doch. ;)

  3. Pingback: #Link11: Der gefühlte Erstligist spielt gefühlt erstligareif | Fokus Fussball

  4. Der Kicker orientert sich qualitativ und schlagzeilenmäßig oft an Sport Bild, letztens gab es eine typische Sport Bild-Schlagzeile auf dem Cover: Ich glaube „Özil- jetzt rede ich“ wars.

    Ganz übel finde ich auch die selbstgefälligen Auftritte von Rainer Holzschuh bei n-tv. Da führt er sich auf, als habe er die Weisheit mit Löffeln gefressen…

  5. Gladbach hat Erfolg weil es seine Heimspiele gewinnt? Ärgerlich das jedes Zweite Spiel Auswärts ist. Und jüngst hat man ja gesehen das sie auch Auswärts punkten können. Sind sie jetzt besser als Bayern? Die Transferpolitik von Favre ist einfach gut und man lässt ihn in Ruhe arbeiten, dann kommen auch solche Ergebnisse.

  6. Für den Untergang des Sportjournalismus ist der Kicker ein Paradebeispiel. Neben dem Sportstudio. Ich nutze kicker.de sowieso meistens nur noch für den Tabellenrechner.

  7. Dass der kicker sich an der Sport-Bild orientiert, erscheint mir dann doch zu einfach. Generell kann man jedoch sagen, dass – gerade im Online-Journalismus – der eine vom anderen abschreibt, egal, welches unterirdische journalistische Niveau die Schlagzeilen auch haben. Aber woran liegt das? An uns, den Lesern, die spekulative Schlagzeilen und keinen sauberen informativen Journalismus wollen. Den Medien geht es doch nur noch um Auflagen respektive Klicks – und die bekommen sie nicht mit sachlichen Informationen, sondern nur mit reißerischen Spekulationen.
    MfG frankthehank

  8. Erstens war das ein Beitrag im Print-Kicker und zweitens liegt es nicht an „uns“, sofern damit ein inklusives wir gemeint war. Sicher bin ich auch nicht gefeit vor boulevardesker Sensationslust, und finde auch Boulevardthemen an sich nicht schlimm. Nur sollte man eben als seriöses Sportmedium seine Gedankengänge zu Ende denken, bevor man sie veröffentlicht. Auch wenn alles immer schneller wird. Dennoch besuche ich in aller Regel eher jene Nischen, in denen Qualität geliefert wird. Die grundsätzliche Entwicklung hin zum Aussterben von Vielfalt liegt aber nicht an einem solchen inhaltlichen Fehler.

    Ich sehe da auch keinen „Niedergang“ der Qualität, vermute, dass diese durchaus schon immer – seit Existenz – vergleichbar war.

    Würde auch weiterhin widersprechen: Gerade Qualität bekommt Klicks. Jedenfalls eher, als einfach die Nachrichten abzuschreiben, die sowieso jeder hat. In diesem ständigen Ameisenhaufen muss ein Nischen-Spezialmagazin ja ohnehin nicht mittun.

  9. Meines Erachtens liegt die eigentliche Wahrheit direkt zwischen @frankthehank und dem „Trainer“. Mit den Medien ist das ein klein wenig so gekommen, wie mit einem „drive in“-Verhalten an einschlägigen Restaurants … möglichst preiswert, schnell ran, schnell wieder weg und schnell verspeist. Diese Schnelligkeit erlaubt und benötigt immer weniger Substanzielles. So pumpt sich doch fast jeder auf die Schnelle „Wissenswertes“ in die überforderte Birne und zurück bleibt ein dicker Schädel ohne wirkliche Erleuchtung. Dabei muss ich gar nicht mal mit dem Finger auf andere zeigen … und gehe letztlich von mir selbst aus. Allzu häufig verfalle ich in das Zapp-System und überfliege einen Haufen Masse anstatt in Klasse abzutauchen. Journalistische Mühe ist deshalb wahrscheinlich nur noch punktuell von Nöten – und sticht dann vielleicht auch umso mehr heraus. Die Landschaft ist allein nicht nur bunt und vielfältig – sie ist vor allem rasend schnell(lebig). Allein die Inhalte dieses feinen Blogs: maximal zur Hälfte gelesen – der Rest verschwunden im Archiv. Mich ärgert das immer wieder: also die eigene Oberflächlichkeit. Von daher bin ich bis heute stolz darauf, zumindest 11FREUNDE regelmäßig in Print-Version zu konsumieren und mir ausnahmsweise dafür die Zeit zu nehmen. Ergibt dies automatisch besseren Journalismus? Ich weiß es nicht. Alles was ich weiß: Junge, geh runter vom Gaspedal und genieße die Landschaft. Solange sie noch blüht. Gruß!

  10. Pingback: #Link11: Unverantwortliches Gerede auf Kreisklassenniveau | Fokus Fussball



Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.