Här dödar han matchen

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Hier gibt’s das Video zum Vorfall (via).

Was aussehen könnte wie eine normale Zweikampfszene in einem Fußballspiel, ist tatsächlich mit Beteiligung zweier Leute entstanden, die sich sonst nicht in Flanken in den Fünfmeterraum werfen: Schiedsrichter Fandel (das ist der in old-school-schwarz) und der Herr zur rechten, (Name noch unbekannt, aber die dänischen Boulevard-Blätter fahnden bereits nach ihm, um eine Hexenjagd zu veranstalten) das ist, obwohl in ein Dänemark-Trikot gekleidet, lediglich ein Fan, zu erkennen vor allem an seinem schwarzen Longsleeve, das unter dem kurzärmeligen Trikot herausblinzelt, und an der fehlenden Rückennummer.

Fandel hält die Rote Karte, die er zuvor Ex-Schalker Poulsen gezeigt hatte, noch in der Hand. Er scheint sich nicht entscheiden zu können, ob er in die Defensive gehen und seinen Körper schützen solle oder ob er doch eher offensiv agieren und zubeißen solle. Der Fan begeht den alten deutschen Fehler, gleich gegen zwei Gegner gleichzeitig anzutreten und richtig clever stellt sich der dänische Spieler beim Verteidigen nicht an.

„Här dödar han matchen“ ist schwedisch und bedeutet: Hier tötet er das Match. Ja. Nicht nur das vorzügliche Match, auch die Hoffnungen der Dänen auf die EM-Teilnahme tötet er dort gerade, denn aller Voraussicht nach wird das Spiel mit 3:0 für Schweden gewertet werden, was Dänemark praktisch aller Chancen beraubt, in dieser spannenden Gruppe noch einen der beiden ersten Tabellenplätze zu erreichen.

Auch wenn der unbekannte Fan mit seiner Aktion, Fandel für seinen in der Schlussminute beim Stand von 3:3 an Schweden erteilten Strafstoß eine aufs Maul geben zu wollen, dem einen oder anderen Bundesliga-Fan aus dem Herzen faustet: Bitter für die Spieler, wenn solch ein Narr ein fußballerisches Aufeinandertreffen in einer anderen Sportart (hier: Boxen) entscheiden will und nun die Spieler darunter zu leiden haben. Auch wenn Schweden möglicherweise ohnehin gewonnen hätte, obwohl ein verhängter Strafstoß noch lange nicht verwandelt ist (ca. 27% aller Strafstöße werden verschossen), bleibt nach diesem dramatischen Fußballfest — Dänemark hatte ganz liverpoolesk ein 0:3 in ein 3:3 verwandelt — ein schaler Beigeschmack. Ein Hanswurst im Ring, und schon macht das Ganze keinen Spaß mehr.

9 Kommentare

  1. Ein wahrer Albtraum für mich alten Roligan. Der Typ sollte geteert und gefedert werden, was allerdings so oder so passieren wird, da das dänische Revolverblatt „Extra-Bladet“ bereits die ersten „Wer diesen Mann kennt, der möge bitte mailen“-Aufrufe getätigt hat (wie auch schon Trainer Baade richtig schreibt). Leider geht die absolut schwachsinnige Aktion Christian Poulsens, der den Bremer Rosenberg in der 91. Minute im eigenen Strafraum niederboxt und durch seinen berechtigten Platzverweis erst dafür sorgt, dass der noch unbekannte „Fan“ sein Gehirn auf Stand-By stellt und loslegt, in dem ganzen Tohuwabohu unter. Dänemark wohl zum ersten Mal seit 1980 nicht bei einer EM – ein wahrer Albtraum für mich alten…

  2. Was zur Hölle ist ein Roligan?

  3. Die dänischen Fußballfans werden Roligans genannt. „Rolig“ ist dänisch und bedeutet „ruhig“. Im dänischen Wikipedia heißt es, dass sich ein Roligan, im Gegensatz zum Hooligan, ein faires Spiel wünscht und auf Gewalt verzichtet.

    http://www.roliganklubben.dk

  4. Pingback: UNRUND

  5. Da kann man Herrn Fandel nicht den geringsten Vorwurf machen. Es ist natürlich schade für die Dänen, dass ein einzelner Idiot eine ganze Qualifikation zunichte macht.

    Aber ich glaube nicht, dass ich nun meinen Dänemarkurlaub aus Angst vor Racheakten stornieren muss…die Roligans werden einsehen, dass die Fehler bei Poulsen und dem Fan liegen und nicht beim deutschen Schiri.

  6. Jeder denkt es sich, ich spreche es aus. Der Fan ist doch hier bei uns bekannt wie ein bunter Hund. Das ist R. S. von Forza Duisburg ;-)

  7. — Schlagzeile —
    „We are red, we are white, we are danish dynamite“ – Christian Poulsen& arbeitsloser dänischer Krabbenpuhler fasten sich ein Herz

    Geschickt wie Dänemark das wieder anstellt. Ein inszeniertes Foul, ein geistig behinderter Fan und die dadurch nicht erreichte Endrunde der EM. Kurz vor der EM wird Deutschland auf Grund immer noch anhaltender Proteste in Heiligendamm und Knutmania ausgeschlossen und Dänemark versucht wieder mit Ferienfussball den Titel zu holen. Diesmal nicht. Diesmal wird gibt es kein Underdog-Bonus von Schiedsrichter. Schade, Dänemark.

  8. Pingback: Sorry Dänemark, das war ein Eigentor - Fritten, Fussball & Bier

  9. Hehe… R. S. die Birke.

    Egal, ich finde es wurstig wie Trainer Baade hier wieder scheinheilig in überschwenglich ekelhafter Art und Weise zu Werke geht. Er selbst könnte dieser Kerl sein und überhaupt: Wenn alle anderen Mittel versagen, ist körperliche Gewalt eine legitime Form der Willensbekundung. So habe ich das jedenfalls von Ralf W. gelernt. Ich finde es gut und sinnvoll, was dieser Herr getan hat.

    Geil ist allerdings der Satz: „… begeht den alten deutschen Fehler, gleich gegen zwei Gegner gleichzeitig anzutreten…“. Ist der geklaut? Seis drum.. sehr gut Baade, ein Satz wie ich ihn liebe.



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