Hitler, der Quotenträchtige

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Hitler interessiert sich doch für Fußball [Link leider tot]. Das ist neu. Denn eigentlich weiß man doch von ihm, dass er nur ein Mal in seinem Leben bei einem Fußballspiel war. 1936, bei der Olympiade, als Deutschland gegen Norwegen spielte. Deutschland verlor 0:2 und Hitler die Lust am Fußball.

Im Hamburger Schauspielhaus weiß man davon anscheinend nichts, sonst könnte man den Mann mit dem Bart nicht doch noch zum Lederanbeter transformieren. Ich hab es natürlich nicht selbst gesehen; was ich in diesem Beitrag lese, wirkt auf mich allerdings wie die Auswüchse eines ziemlich wirren Hirns. Nein, nicht Adolfs, das ohnehin, aber auch das des Autoren dieses Stückes.

5 Kommentare

  1. Na ja, ich hab den Artikel in der Netzeitung auch gelesen. Ich finde zumindest die Frage mal nachdenkenswert, ob der Fußballhype den wir im Moment in Deutschland erleben, nicht auch aus einer Stimmung erwächst, die ihre Ursache in der wirtschaftlichen Rezession und manch anderen unerquicklichen Begleiterscheinungen hat.
    Global gesehen ist es ja wohl eine Tatsache, das Fußball in ärmeren Ländern wesentlich mehr euphorisierende Massenwirkung hat als in reichen. Fußball als Ersatzdroge, als rettender Strohhalm, wenn die anderen Bereiche des Lebens immer mehr verloren gehen: Bunkerstimmung.

  2. Da möchte ich klar widersprechen. Für andere Länder oder global mag das zutreffen. Gerade in diesem Land hat Fußball seit Mitte der 60er Jahre aber immer eine euphorisierende Massenwirkung gehabt. Und ich würde sagen, bis vor ein paar Jahren ging es diesem Land ökonomisch sehr gut.

    Ich sehe also in diesem Fall keinen Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Lage und der Fußballbegeisterung. Leider ist die Welt auch immer nur im Jetzt und alle Einflüsse wirken gleichzeitig, so dass man nicht herausfinden kann, ob die selbe WM im selben Jahr 2006 im selben Deutschland in besserer wirtschaftlicher Situation weniger euphorisierend wirkte.

  3. Tja, wäre der Hitler in Wien geblieben, hätte er in den 30ern das „Wunderteam“ bestaunen können. Aber er wähnte sich auf einer „gottgewollten Mission“ und leitete lieber den industriellen Massenmord ein.
    Ach ja: in seinen Wiener Jahren (vor dem Ersten Weltkrieg) lebte er im Obdachlosenasyl – also hätte er sich den Eintritt ins Stadion eventuell gar nicht leisten können (wenn er denn im Asyl versauert wäre)…

  4. Das Stück ist klamauk. Genauso witzig (oder eben nicht) wie die anderen musikalischen Abende von Gedeon, Wittenbrink & Co.

    In dem Stück ist Hitler eh ur der Oberkoffer. Kann garnix, Fußball spielen kann nur der Ivan.

    Manchmal ist’s übrigens auch nett, wenn Leute nicht in Wien bleiben.

  5. Oha. Ein Augenzeuge, häufig auch „Zuschauer“ genannt? Wer hier alles mitliest… Theatergäste. Ich bin imprägniert.

    Im Übrigen las ich, Dirk, dass das mit dem vermeintlichen Obdachlosenasyl eine von Hitler selbst gestrickte Legende war. Zumindest in den ersten 2-3 Jahren seines Wiener Aufenthaltes hatte er aufgrund eines Erbes, einer Waisenrente oder Ähnlichem ein gutes Auskommen.



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