It’s a wonderful game

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ballons

Nicht oft sieht man den Himmel so wie an diesem Tag, selten sieht man diese Leichtigkeit im Zusammenhang mit Fußball, ohne dass sie aufgepfropft ist, was sie hier nicht war, weil sie von den Anreisenden selbst so entschieden war. Keine Choreographie im Stadion, keine noch durchgeographiertere eines Werbeclips, natürlich so gewollt und auch bewusst mitreißend, angesichts der Umstände aber keineswegs inszeniert. Ballons steigen in den Himmel, in blau und weiß, in den „Vereinsfarben“, und so wirr wie diese auf dem Foto mit ihren unterschiedlichen Größen wirken, so verwirrten sie auch das Hirn des Betrachters.

Natürlich ist es naiv, sich von ein paar aufgeblasenen Luftballons die Schwere des Seins davonwehen zu lassen, jene Flucht zu ermöglichen, deretwegen man ja hauptsächlich zum Fußball geht: Weil man nicht nachdenken will, weil man mitfliegen will, auf der so fein in den Strafraum geschlagenen Flanke, auf den Ballons, die an ein wenig Schmuck des Lebens interessierte Menschen vorher in mühevoller Blasarbeit zusammengestellt haben, weil man mitfliegen will in diesen Himmel, ein Stück Ewigkeit fürs Sein, Momente sammeln, darum geht es doch, Momente, in denen die Schwere nicht aufs Gemüt drückt, die Zweifel nicht überhand nehmen. Es ist einerseits Eskapismus in Reinkultur, sich um den Spielausgang einer Pokalpartie zu kümmern und gleichzeitig ist es doch die Antwort auf alle Fragen (und Spiele enden nicht mit „42″), die das Leben so stellt. Jedenfalls so lange man nicht wegschaut.

Nicht jede oder jeder der Anwesenden mag diesen Ballons so nachgeschmachtet haben wie der Autor, aber wie sie da so in den Himmel flogen, in die Atmosphäre des kleinen Erdballs, die so klein ist, dass man sie von der Sonne aus schon gar nicht mehr sehen könnte, während man die Sonne von der Atmosphäre aus nicht nur überdeutlich sieht, sondern spürt, auf der Haut, der Stirn, im Nacken, wie man sich wendet, sie brennt und wie sie da so verbrennt, was man an zärtlichem Etwas in seinem Leben angesammelt hat, lässt es sie leben und fühlen und genießen. Und danach los ins Stadion nebendran und der Wind weht und die Luft riecht nach Lust und die Ballons haben die Melancholie ja zum Glück schon weit weg mitgenommen und dann rollt der Ball und man ist eins mit dem Moment.

(Wenn man genau hinsieht, erkennt man oben im Bild übrigens Idefix.)

Ein Kommentar

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