Jannik Sorgatz‘ Erstling ist raus
„So weit die Raute trägt“

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Etwas untypisch für einen Schreiberling im und aus dem Netz besitzt Jannik Sorgatz gar kein total kreativ ausgedachtes Pseudonym, so wie Herr Wieland (welches ja ohnehin leider in einer dramatischen wie überflüssigen Entscheidung seinerseits beerdigt wurde) oder Trainer Baade, oder aber dann doch janus, der Frittenmeister, mars und die vielen weiteren Menschen, die ins „Netz“ — wie die Kids heutzutage sagen — hereinschreiben.

[photopress:so_weit_die_raute_traegt.jpg,full,alignleft] Dennoch macht er das schon ziemlich lange und wenn, dann ziemlich lange. Weshalb es ihm auch ganz leicht fiel, aus seinen Blogeinträgen ein Buch zu erzeugen. Der erste im Blogosquarium ist er damit nicht, denn janus hat schon gleich zwei drei Mal seine Beiträge zu Büchern verwurstet, Jannik allerdings ist gerade mal Anfang 20.

Dass er über Borussia Mönchengladbach schreibt, seine Beziehung zu diesem Preußensaftladen und über seine Erlebnisse mit Bier, Bahn und Belone, macht seine Ergüsse nicht weniger lesenswert. Weniger als was? Als sein Blog natürlich.

Das Ganze ist nicht nur ein Experiment, um zu testen, wie leidensfähig seine Leser sind. Denn leiden müssen sie ja erneut, wenn sie durch die komplette Hinrunde der Borussia 2010/2011 hindurch wollen. Werden allerdings, wie man weiß, am Ende auch erlöst.

Nein, es ist auch noch eine selbstlose Aktion von Jannik Sorgatz, der sich wochenlang lektorierend durch seine eigenen Texte gekämpft hat, nur um den Gewinn vom Verkauf seiner Bücher an einen Verein weiterzureichen, der als Träger der Arbeitsstelle von Janniks Bruders fungiert. Jener arbeitet zusammen mit anderen behinderten jungen Erwachsenen in einer Jugendherberge.

Dies als Kaufmotivation anzudienen ist aber völlig unnötig, denn „So weit die Raute trägt“ ist selbst für Nicht-Borussen höchst lesenswert, was nicht zuletzt an Janniks einzigartigem Stil liegt, seine subjektiven Emotionen und Beschwörungsrituale mit dem teils dilettantischen, aber hochdramatischen Geschehen auf dem Platz zu verweben. Sagt Trainer Baade, der es schließlich schon gelesen hat.

Bestellen sollte man das Buch hier.

5 Kommentare

  1. Okay, Danke, Manfred.

    Ich füge gleich hinzu: Es gibt natürlich noch wesentlich mehr Leute im Blogosquarium, die Bücher veröffentlicht haben. Meines Wissens aber nicht mit den Inhalten ihres Blogs. Und außerdem sitzt janus genau genommen auch nicht im Blogosquarium, aber da sind die Grenzen ja eh, wie passend, fließend.

  2. Yo, sorry, die 2 fiel halt auf, da 3 hier bei mir rumstehen.

  3. ..an den Verein Kindertraum Nettetal e.V., der als Träger der Arbeitsstelle meines Bruders fungiert. Kai .. arbeitet zusammen mit anderen behinderten jungen Erwachsenen in der Jugendherberge Hinsbeck.

    .. einen Verein weiterzureichen, der die integrative Ausbildung von behinderten und nicht behinderten Menschen fördert, wovon unter anderem Jannik Sorgatz‘ Bruder profitiert.

    Letzteren Text finde ich etwas missverständlich.

  4. Stimmt, Danke, sternburg.



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