La Once vom Niederrhein

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Ein neuer Fall von Dilettantismus bei jenen, die etwas rund um den Fußball produzieren. „BO“ heißt die Band wohl, die den Song „Die Elf vom Niederrhein“ komponiert und getextet hat. Jenen Song, der in Gladbach stets vor den Spielen von allen im Stadion Anwesenden geschmettert wird. Die Komposition ist „BO“ dabei ganz gut gelungen, beim Texten hat sich allerdings ein unverzeihlicher Fehler eingeschlichen.

Die Mannschaft, die wird vorgestellt, die Stimmung, die ist riesengroß.
Schwappt La-Ola durch das Rund, dann singt der Block schon los.

Wie jeder weiß, wenn er denn mal ins Stadion geht, wird in der Bundesliga keine La Ola geschwappt. Das geschieht nur bei Veranstaltungen, bei denen die Zuschauer keine eigenen Riten geschaffen haben und deshalb auf das Esperanto der Äußerungen im Stadion zurückgreifen müssen.

Vielleicht singt der Block tatsächlich „dann schon los“, aber wohl eher, dass man um Gottes willen mit dieser elendigen La Ola aufhören möge.

Solch ein Schnitzer in einer der Fußballhochburgen Deutschlands überhaupt.

9 Kommentare

  1. Das ist, wie ein bekannter Humorist sagen würde, fein beobachtet. Ausnahmen von dieser Regel erlebt man auch bei Fußballspielen allerdings dann, wenn es um nichts mehr geht, weil entweder das Spiel bedeutungslos ist oder die Führung der Heimmannschaft so absurd hoch, dass das Publikum seinen Überschwang nicht anders ausdrücken kann.

    Zuletzt habe ich am letzten Spieltag der NRW-Liga bei RWE eine Welkle erlebt. Essen war bereits lange aufgestiegen und hatte drei Tage zuvor den Verbandspokal gewonnen.

  2. hmmm… schon so oft gesungen, noch viel öfter gehört – und noch nie aufgefallen. Was verrät das über mich?

    Wahrscheinlich einfach, dass ich bei dem abstoppenden Moment in „Die Stimmung, die ist riesengroß!“ immer mit meinen Fremdschamignorierungsfunktionen völlig ausgelastet bin.

    Bleibe trotzdem dabei, das ist einer der besten Hymnen von allen. Bzw. eine durchaus okaye, was ja wohl das gleiche ist.

  3. „In der ‚Elf vom Niederrhein‘ stecken mindestens zwei unwahre Textstellen: Erstens fährt ‚Samstagmiddach‘ niemand mehr ‚zum Bökelberg‘. Zweitens ’schwappt La Ola‘ so gut wie nie ‚durch das Rund‘. Die Euphorie ob des höchsten Heimsieges seit 1997 ist in der Schlussphase so groß, dass zumindest Letzteres hinhaut. La Ola im Borussia-Park – dass ich das noch erleben darf.“

    Bei einem 5:1 gegen Köln macht man in Gladbach eine Ausnahme. Anders als bei Länderspielen, wo sich das Publikum nicht anders zu helfen weiß, ist La Ola am Niederrhein eben doch ein Ausdruck größter Ekstase.

  4. Versteh ich das Lied bzw die zitierte Stelle richtig: unter der Bedingung, daß eine solche Welle durchs Rund schwappt, muß der Block gefälligst ’schon los‘ singen?
    Wasn das nu wieder für n Lied? Link, plz. Schonungslos.

  5. Warum soll La Ola nicht schwappen? Ist das nicht sozusagen eine Welle? La-Ola-Welle? Aber nun gut. Jannik hat übrigens recht, niemand fährt mehr Samstagmiddach zum Bökelberg und alle singens trotzdem. UND, ist das Stadion ausverkauft und außer dem Gästeblock singen alle aus voller Kehle – tja, da rückt der Text in den Hintergrund. Man singt ihn zwar, aber eigentlich gehts doch mehr um das Gemeinschaftsgefühl, WIR Fans… Da ist dann die Stimmung halt „riesengroß“.

  6. Ich verweise immer wieder gerne auf die Vereinshymne des Weltvereins SC Paderborn: „Erhebe dich und lauf, denn Helden geben nie auf!“ lautet der Refrain, in der zweiten Strophe wird andächtig von „Tränen, Schweiß und Blut“ gesungen. DAS erzeugt dieses gewisse Prickeln im Nacken und diese unbändige Lust, die tapferen Recken gleich bedingungslos fighten zu sehen. Zumindest bei den, hm, etwas älteren Ehrenmitgliedern unter den 5.000 Zuschauern, die die im Schnitt pro Heimspiel haben.
    Mannschaftsvorstellung, riesengroße Stimmung, La Ola – wird einfach überschätzt, denke ich.

  7. Nuja, die inzwischen aufgeloesten „BO“ gehoerten halt zur klassischen Westernhagen-reim-dich-oder-ich-fress-dich-schule. Da geht es tatsaechlich weniger um Inhalte, als um die Stimmung.
    Und am Ende geht es eh nur um folgende zwei Textzeilen, die vom Publikum, ohne Musikunterlegung, gegroelt werden:

    Und geht das Spiel auch mal verlorn, dann macht uns das gar nichts aus
    Denn dann fahren wir zum Auswaertsspiel und machen einen drauf

    Inmhaltlich sind natuerlich auch die beiden Zeilen glatt gelogen (fuer 100% der Zuschauer fuer Zeile 1 und fuer 95% fuer Zeile 2)

  8. @ Trainer wg Twitter: die Mesuts findest du sicher alle in Essen, wg Tusem.

  9. @Sirrenski: Wir grölen selbstverständlich:

    „… dann fahren wir NACH MÜNGERSDORF und machen einen drauf“



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