Metzelder wird Bundeskanzler

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Zumindest will er das in 20 Jahren sein, glaubt man diesem Interview [Link leider tot.] mit seinem Fanclub. „Wählt mich!“ ruft Christoph uns am Ende noch hinterher. Nee, Danke.

5 Kommentare

  1. Was würdest du gern aus Deutschland nach Spanien importieren?
    Disziplin
    Und was würdest du aus Spanien nach Deutschland exportieren?
    Lebensfreude, Leichtigkeit

    Warum versucht er nicht gleich das Perpetuum Mobile zu erfinden?

  2. Mein Gott, Trainer – irgendwann ist auch mal gut, oder?
    Es ist doch mittlerweile auch dem Letzten hier bekannt, dass Dir Metze soziopolitisch nicht in den Kram passt. Da muss man aber nicht alle paar Wochen auf Biegen und Brechen nachtreten. Erst recht nicht mit irgendwelchen uralten und sicher nicht bierernsten Interviews, die der Kerl mal einem Fanclub gegeben hat.

    Mann muss Metzelder nicht mögen, weder als Fussballer noch als Mensch. Aber allein die Arbeit seiner Stiftung, die seit Jahren relativ still und leise eine Menge integrativer Projekte für benachteiligte Jugendliche im Ruhrgebiet aufzieht, sollte einem zumindest ein Mindestmass an Respekt abnötigen.
    Wie viele Fussballmillionäre (ausser Mertesacker und Lahm) machen das noch?

    Also bitte: Lass gut sein mit dem Metze Bashing. Toleranz ist das Stichwort, denn im Zweifelsfall diskreditiert man sich irgendwann nur noch selbst.

    Wenn es garnicht anders geht, kannst Du dich ja bei Rotten Neighbor über ihn austoben.

    PS. Nein, ich bin kein Metze-Fan. Werde ich auch nie werden, denn dafür trage ich die Raute zu nahe am Herzen. Aber den Menschen hinter der Karriere respektiere ich.

  3. Hui.

    Ihr seid mir aber alle ganz schön Anti-Bashingmässig eingestellt in letzter Zeit, ohne dass ich Dich, Zorni, mit irgendjemandem sonst in einen Topf werfen möchte.

    Allerdings kann ich in dem aktuellen Beitrag nicht so wahnsinnig viel Gebashe erkennen. Ich verweise auf ein Interview, das sicher nicht so ganz ernst gemeint war, mit einem Tonfall, der dem doch Genüge trägt, und Du liest darin eine Wiederholung meiner früheren Tiraden, was es nun mal nicht ist.

    Dass das Interview uralt ist, das ist ja nun mal was, was man mir schon ganz zu Anfang hier beim Schreiben irgendwann mal vorgeworfen hat, als ich irgendein Interview von 2004 oder so verlinkte. Das verstehe ich nicht. Wenn etwas lesenswert ist (egal, ob es informativ, unterhaltsam oder zum Gruseln ist), ist es das doch auch später noch — es sei denn, natürlich, man kennt den betreffenden Text bereits. Ich verweise doch nicht auf Transfermeldungen aus dem Jahr 1997 oder auf das Ablaufdatum des O-Safts im Kühlschrank der Kabine von Hannover 96 aus der Saison 2003/2004.

    Ist dieser kleine Fragebogen mit Metzelder nun unterhaltsam oder nicht? Mag sich vielleicht in Grenzen halten, ich fand es aber unterhaltsam.

    Und zu dem Punkt, dass er irgendwelche Stiftungen oder sonst irgendwas macht: so what? Na klar ist mir das grundlegend sympathischer als jemand, der seine Millionen in Form von Ferraris gegen Tunnelwände setzt oder der Frauen in Discos vergewaltigt. Muss ich ihn deshalb mögen? Nein, muss ich nicht, schreibst Du ja auch. Aber Respekt sollte ich ihm gegenüber haben. Ich weiß nicht so richtig, wo ich hier jetzt keinen Respekt zeige, wenn ich lediglich sage, dass ich ihn nicht wählen würde.

    Und ich oute mich noch dazu, dass meine Antipathie gegenüber Metzelder wahrscheinlich eher aus einer Art enttäuschten Liebe herrührt. Ich fand ihn früher, bevor ich jenes las, was Anlass für mein damaliges Bashing war, nämlich äußerst sympathisch und nicht nur bildungsmäßig positiv herausstechend, sondern auch vom Lebensstil her und überhaupt von seiner ganzen distanzierten, reflektieren Art dem Business, in dem er sich bewegt, gegenüber angenehm. Ich war dann tatsächlich entsetzt, dass er sich so weit im rechten, nationalorientierten Spektrum bewegt, auch wenn seine Verbindung „nicht-schlagend und katholisch“ ist, was auch immer das relativieren soll.

    Dass Du mir aber auf meiner eigenen Seite vorschlägst, ich solle mich auf andere Seiten begeben, um dort zu sagen, was ich denke (oder für verlinkenswert halte), ist nahezu absurd, isn’t it?

    Und Toleranz… hab ich sicher mehr als die meisten Fußballfans, jedenfalls die mir bekannten, auch wenn das wiederum kein Kriterium sein kann.

  4. Trainer,

    erstmal danke für die prompte, ehrliche und ausführliche Antwort. Ich werde mich bemühen, Deinem guten Beispiel zu folgen.

    Ich möchte mich an dieser Stelle auch noch mal – nein, eigentlich möchte ich mich für den Tonfall meines Kommentars nicht entschuldigen, aber ich möchte Dir näher bringen, wie er entstanden ist.

    Ich besuche dieses Blog seit fast einem Jahr mit viel Spass als passiver Leser und freue mich über die häufigen Updates, die netten Anekdoten und Links jenseits des Mainstreams die Du so auftreibst und die erfrischende Meta. Die Kommentare oft natürlich auch.

    Jetzt sass ich hier, mitten in der Klausurvorbereitung für die Uni, wollte mal fünf Minuten abschalten und dachte mir „okay, BuLi hat wieder angefangen, wetten Baade hat wieder irgendwas tolles ausgebuddelt?“ Und mitten im Grinsen über Gomez und das Nicht-Tor des Jahres scrolle ich runter und denke „na super, hat er schon wieder den Halbinvaliden aus Spanien am Wickel“.

    Dann lese ich den Questionnaire und denke mir am Ende „hmm, eigentlich genau wie Du damals“.
    Ich habe die letzten beiden Jahre am Gymnasium wenn von allen Seiten die ewige „was machst Du denn jetzt nach der Schule bis Du in Rente gehst?“-Frage kam und ich mich noch nicht entschieden hatte irgendwann mal zum Spass gesagt „Weltherrschaft innerhalb der nächsten fünf Jahre“. Damit war dann wenigstens das Thema vom Tisch und ich musste nicht allen Leuten dezidiert erklären, warum ich mich noch nicht wirklich entschieden hatte.
    Was soll man in so einem Fall auch jedem Hans und Franz antworten, besonders wenn die Erwartungen an die Antwort hoch sind? Waren sie bei mir nämlich, zumindest vor den Meisten und gerade auch immer vor denen, vor denen man sich in dem Alter keine „Blösse“ geben wollte.

    Ich denke, Metzelder wird sich in der Situation ähnlich entschieden haben und wollte das ganze ins Lächerliche ziehen.

    Klar kannst Du das verlinken und so fürchterlich uninteressant fand ich die Antworten jetzt auch nicht. Aber Du kannst mir nicht erzählen, dass ich der Einzige bin der hier interpretiert dass Du Metze mit diesem posting und Deinem lapidar negativen Kommentar nicht zumindest einen kleinen Strick draus drehen wolltest. Oder es dem Leser nahelegst, es selbst zu tun.
    Gerade wenn man „eure“ Vorgeschichte kennt nicht.
    Wie gesagt, es ist mir im grunde relativ latz wie aktuell oder nachrichtenwürdig dieser kleine Ausschnitt ist. Es schien mir nur so, dass Du hier deinen Lesern mal wieder gezielt Gelegenheit dazu gegeben hast, den Metze geistig durch die Grütze zu ziehen.

    Mit der Erwähnung von Metzelders Charity-Arbeit wollte ich lediglich mal darauf hinweisen, dass es sich bei dem Kerl eben nicht um irgendeinen erzkonservativen Verbindungs-Elitenheini handelt, der zufällig mit (mehr oder minder gutem) Fussball sein Leben verdient und nur darauf wartet, aus seiner exponierten Stellung irgendwann politisches Kapital zu schlagen. Ausserdem hatte ich gerade vor ein paar Tagen durch Zufall in einem Onlineartikel irgend eines Ruhpottanzeigers von einer Aktion seiner Stiftung in Zusammenarbeit mit dem Don Bosco Haus gelesen (kostenlose Mittagessen für sozialschwache Kids oder so). Das war mir also noch frisch im Gedächtnis.

    Wie gesagt, mir ist Dein (anscheinend nicht ganz freiwillig veröffentlichter) Kommentar zu Metzelders Verbindungsmitgliedschaft noch relativ präsent, weil es mich erstaunt hat, mit welcher Vehemenz Du da durch die proverbiale Decke gegangen bist.

    Du zählst eine Menge Dinge auf, für die Du Metzelder in der Vergangenheit bewundert oder zumindest respektiert hast. Denen kann ich komplett folgen und kann mich (das HSV-Herz verzeihe mir) nur anschliessen.

    Da kann ich Dich nur fragen: Was ändert ausgerechnet Metzelders Mitgleidschaft in einer katholischen Studentenverbindung an all diesen Dingen? Sind sie dadurch alle nicht mehr wahr?

    Da spricht jetzt vielleicht der Politikstudent (mit viel zu viel USA-Zeit) in mir, aber willst Du einen Menschen nur für diese eine triviale Facette seiner Person verurteilen? Wiegt dieser eine, von Dir negativ konnotierte Aspekt alle der von Dir selbst genannten positiven Aspekte wieder auf und hinterlässt ein derart vernichtendes Gesamtbild, dass der Mensch Metzelder in deinen Augen in einem solchen Masse „versagt“ hat, dass Du ihn immer wieder mehr oder weniger stark in einem semiöffentlichen Raum angehst? (Wir in Hamburg sagen dazu „ihn auf dem Kieker hast“)

    Hey, ich will nicht predigen. Das ist Dein Blog, er ist ein Spiegel Deiner Ansichten und hier tust Du was Du für richtig hältst. Das ist gut so, denn darum gibt es ihn. Und darum lese ich ihn normalerweise auch so gerne.
    Und dafür musst Du dich im Grunde noch nichtmal rechtfertigen (auch wenn ich Dir dankbar bin und es Dir hoch anrechne, das Du es hier getan hast).

    Meine Meinung zur Causa Metzelder ist „live and let live“. Soll er doch machen, wenn er gerne Volkslieder singt und Bierchen trinkt. Er versucht ja nicht, öffentlichkeitswirksam für Verbindungen zu werben, die Restauration der Monarchie oder die Rückgabe der deutschen Ostgebiete zu fordern oder was sonst auch immer von der breiten Offentlichkeit seit den 70ern gemeinhin mit den Verbindungsheinis in Verbindung gebracht wird.

    Und wenn live and let live schwer fällt, kann man ihn ja immernoch einfach gepflegt ignorieren. Er drängt sich sportlich zur Zeit ja nun auch wirklich nicht auf. ;)

    Was den Rotten Neighbors Einwurf angeht muss ich mich klar entschuldigen – es war in keiner Weise meine Intention, da etwas derartiges zu suggerieren. Der Einwurf sollte ironisch sein und ein bisschen die Schärfe aus dem Kommentar nehmen, hat anscheinend aber genau das Gegenteil bewirkt. Bloody Murphy strikes again, eh?

    In Zukunft werde ich in solchen Fällen nurnoch mit Smileys agieren (s.o.).

    Generell will ich Dir auch gar keine Tolenranz absprechen. Ich will dich höchstens motivieren, dem armen Herrn Schleich vielleicht ein bisschen Mehr davon zukommen zu lassen. Der hat es schliesslich auch ohne uns schon schwer genung. ;)

    Alles in Allem hoffe ich, dass Du mit diesem ätzend langen Post in dem Masse bei mir „hinter die Fassade“ gucken konntest, wie Du es mir bei Deiner Antwort auf meinen Kommentar ermöglicht hast. Nochmal abschliessend Danke dafür.

    Cheers, Trainer und einen guten Start in den Tag!
    Zorni



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