Momente der Sterblichkeit

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Alles kulminierte in dieser Szene: Der von vielen als gefährlichster Stürmer der Welt gesehene Mann, den Marketingmenschen nicht mit Namen, sondern mit Produktbezeichnung anreden, tauchte alleine vor dem von vielen als weltbesten Torwart angesehenen Wächter eben jenes auf. Es war angerichtet für eine Demonstration der Künste des Ersteren, die so hoch angesiedelt werden, dass es auf diesem Planeten keinen passenden Vergleich mehr dafür gibt. Millionen FIFA-xx-Anhänger hielten den Atem an, endlich einmal würden sie in der Realität erleben, wie die unfehlbare Tormaschine eines ihrer Wundertore fabrizieren und hernach zelebrieren würde, vereiteln könnte dies nur ein ebenso außerirdischer Reflex des Adonis zwischen den Pfosten.

Doch es kam anders.

Nur ein Kullerbällchen war die anscheinend allein so apostrophierte Tormaschine zu fabrizieren in der Lage. Und auch wenn dessen weitere Verarbeitung kurze Zeit später dann doch noch zu einem Torerfolg führen würde: Mit dieser harmlosen Rückgabe zum Torwart zerstoben die Worte, die rund um diesen Wundermann gekleistert werden, zu einem Haufen fußballferner Lobpreisungen. Welche dann doch, wenn man sie in die richtige Reihenfolge brachte, plötzlich so Wörter wie „zo“, „is“ und „voesbal“ ergaben, und man konnte, wenn man diese vor sich hinlas, die Stimme eines Niederländers vernehmen, der jene Worte mit Emphase aussprach. Das Wort „Tormaschine“ war im Staub der Trümmer der Gelegenheit nicht mehr zu erkennen, nur noch wild umherfliegende Buchstabenfragmente, welche man mit viel Wohlwollen zum Ausdruck „gefährlicher Gewaltroller“ zusammenbauen konnte.

Die Millionen FIFA-xx-Anhänger atmeten aus und setzten sich um eine Illusion ärmer wieder hin.

5 Kommentare

  1. Die großen Spieler geben Torvorlagen.

  2. C‘est le foot, mon tränör

  3. Yeah. Nimm dies, CR7!
    Und nächste Woche nochmal!

  4. Bei FIFA12 direkt verkauft.

  5. Wir PES-Spieler können uns den angestrengten Gesichtausdruck, der mit dem Gewaltroller einherging, sogar auf dem aktuellen Cover anschauen.

    Hat mir jedenfalls mit meiner Stammmannschaft Manchester United einige Jahre lang gute Dienste erwiesen. Ich musste aber feststellen, dass derartige Sympathien nur bedingt auf die Realität übertragbar sind.



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