Ostland gegen Südwestland

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Gewiss, der aktuelle Zustand, in welchem die vier Grundelemente eines Stadions nach Sponsoren benannt sind, ist nicht besser als der frühere. Doch vor Einkehr dieser Verhältnisse war es um die Kreativität der Stadionerbauer, der Zuschauer, der Vereinsmitglieder oder der sonstwie namensgebenden Institutionen keinen Deut besser bestellt.

Fankurven respektive Stadiontribünen nach Himmelsrichtungen zu benennen bedeutet, dass einem schlicht nichts eingefallen ist, wie man diese paar Betonstufen denn nun nennen könnte. Und das, obwohl genau diese paar Betonstufen doch der Ort sind, der den dorthin Pilgernden besonders ehrwürdig erscheint.

Ausnahmen, bei denen eine Tribüne tatsächlich mal einen Namen besitzt und keine Himmelsrichtung als Taufpaten kennt, sind die die Regel bestätigende undsoweiter undsofort Punkt Bindestrich.

Nicht mal, ich betone: nicht mal!, einen Mix aus zwei Himmelsrichtungen haben die Fußballspieler und -geher und -erbauer je hinbekommen, dabei sind die wenigsten Stadien korrekt nach Nord-Süd oder Ost-West ausgerichtet.

Wäre bei der Benennung von Ländern ähnlich viel Phantasie wie im Fußball vorhanden gewesen, dann siehe Überschrift. Zum Glück hat man diese Namenswahl nicht auch noch den drögen wie tristen Gehirnen von Fußballfans im weiteren Sinne überlassen.

7 Kommentare

  1. Ich könnte The Kop bieten. ;-)

  2. Länder nicht, aber Seen. Ich habe schon seit frühester Kindheit die Westsee vermißt *seufz* .

    Und warum man auf Schalke nicht wenigstens einmal Humor bewies und die Fankurve in der Arena ‚Ernst Kuzorra seine Frau ihre-Fankurve‘ taufte, wird mir ein Rästel bleiben.
    Naja, wenn die Nummer in Frankfurt hinhaut, wäre ja ‚Schneekoppe‘ ganz niedlich^^.

  3. Ich fand als Kind die Himmelsrichtungsnamen viel spannender als „Haupttribüne“ und „Gegentribüne“. Weiß auch nicht genau warum, vielleicht weil es danach klingt, als kämen die Besucher dieser Plätze von ganz weit her und treffen sich in diesem Stadion, um die entscheidende Schlacht zu schlagen. Oder so.

    Davon abgesehen scheint mir Südkurve, Westtribüne etc. doch vor allem in Deutschland gängig (gewesen) zu sein, zumindest in England und Spanien hört man doch häufig nach Personen oder Orten benannte Tribünen – oder täuscht mich mein Eindruck?

  4. Spontan fallen mir der alte Tivoli mit Würselner- und Aachener Wall und das Niederrheinstadion mit Kanal- und Emscherkurve. Klingt erdig – so ist Fußball (gewesen/sollte Fußball sein)…
    Mit Pils un‘ Bratwurst inne Emscherkurve oder aufn WüWa, watt willse mehr!

  5. Stuttgart: Cannstatter Kurve, Untertürkheimer Kurve. Die EnBW-Tribüne, ehemals Gegentribüne, wurde von den Fans liebevoll „Strombalkon“ getauft.

  6. Weil das Waldstadion in Frankfurt auf dem Gelände einer Militärschießanlage errichtet worden war, hieß die Gegentribüne der „Hauptkampfbahn“ bis in die 70´er Jahre auch Kugelfangtribüne.

  7. Da lob ich mir die „Friedhofstribüne“ des Wiener Sportklubs.
    Wenn ich mich umdreh, kann ich den alten Weibern auf dem Weg zur Grabpflege zusehn.



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